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Bad Driburger Stadtrat billigt Moorerlebniswelt

„Ab der Türschwelle begeistert“

Bad Driburg (WB). Bad Driburg will das Moor als Heilmittel künftig stärker in den Mittelpunkt seiner touristischen Aktivitäten rücken. Darum hat der Stadtrat jetzt die Einrichtung einer Moorerlebniswelt auf den Weg gebracht.

Marius Thöne

Moor kann besonders in den Abendstunden romantisch wirken. Die Heilkraft von Moor will die Stadt Bad Driburg in den Mittelpunkt einer Ausstellung stellen. Die Moorerlebniswelt könnte Ende 2022 eröffnet werden. Foto: dpa

Wenn Bundes- und Landesmittel für das Projekt zur Verfügung stehen, wird die Erlebniswelt im künftigen Kultur- und Bürgerzentrum in der ehemaligen Eggelandklinik untergebracht. Ende 2022 könnte sie fertig sein. 170 Quadratmeter Ausstellung kosten rund 773.000 Euro, die zu 80 Prozent aus Fördermitteln kommen.

Fünf Moorheilbäder in NRW – eines ist Bad Driburg

Nach Angaben von Touristik-Chef Daniel Winkler soll kein Moor-Museum entstehen, sondern ein interaktives Angebot zum Mitmachen, Erkunden, Erforschen und Erleben mit allen Sinnen der Thematik rund um das Schwarze Gold, das in Bad Driburg das Thema Moor und Heilwasser miteinander verbinde und ein Aushängeschild für die Kur- und Gesundheitsstadt werden könne – für Kurgäste und Touristen und Einheimische.

In NRW gibt es fünf Moorheilbäder. Das sind neben Bad Driburg Bad Meinberg, Bad Sassendorf, Bad Westernkotten (Erwitte) und Bad Hopfenberg (Petershagen). Bad Driburg wies 2019 mit 720.950 die meisten Übernachtungen eines Moorbades in NRW auf.

In Bad Driburg bieten von den sieben Kurkliniken drei Mooranwendungen an. Dabei habe sich vor allem im Gräflichen Therapiezentrum ein Anstieg bei den Moorbädern ergeben. Mehr als 3200 seien dort im Jahr 2019 verabreicht worden. Auch die Bad Driburger Moorwoche sei als Pauschalangebot bei Touristen vergleichsweise beliebt und habe im vergangenen Jahr zu gut 650 Übernachtungen geführt.

Potenzial für Ergänzungen der Fläche

Daniel Winkler versprach den Ratsmitgliedern, dass sie „ab der Türschwelle begeistert“ sein würden. Ganz so einfach wollten es ihm die Politiker aber nicht machen. Martina Denkner (Grüne) bemängelte fehlende Umsatzzahlen mit Mooranwendungen in der Kurstadt. Winkler führte aus, dass diese bei den Kliniken schwer zu bekommen seien.

Dr. Joachim Avenarius (unabhängig) wollte wissen, ob die Quadratmeterzahl ausreiche, um von einer Erlebniswelt zu sprechen. Der Arbeitstitel sei deswegen gewählt worden, weil die Ausstellung tatsächlich ein Erlebnis sei, das alle Sinne der Besucher anspricht. Darüber hinaus habe die Ausstellung Potenzial für Ergänzungen, könne auf das Parkgelände und auf das Satzer Moor ausgeweitet werden, erläuterte Winkler.

Zusammenarbeit mit Driburg Therme ist möglich

Petra Flemming-Schmidt (ÖPD) sprach sich dafür aus, die Moorerlebniswelt besser an der Driburg-Therme anzusiedeln. „Dort reicht der Platz nicht“, berichtete Winkler. Es wäre ein Anbau nötig. Dennoch gebe es Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit der Therme, wo nach Winklers Angaben die Anschaffung einer Schneesauna angedacht ist. CDU-Fraktionschef Antonius Oeynhausen nannte die Erlebniswelt eine „Chance auf ein Alleinstellungsmerkmal, die wir nutzen sollten.“

Für das Inventar der Ausstellung rechnet Winkler mit jährlichen Folgekosten bis zu 7000 Euro. Zusätzliche Personalkosten würden nicht entstehen, wenn die Touristinformation ebenfalls in die ehemalige Eggelandklinik umziehen würde, erläuterte Winkler. Der heutige Pavillon sei sanierungsbedürftig.

Die Chancen auf Förderung stuft Winkler als gut ein. „Die Bezirksregierung hat das Projekt positiv bewertet.“ Das letzte Wort habe jetzt das zuständige Ministerium. „Aber auch dort sieht es wohl ganz gut aus.“

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