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Kontrolleure der Kreisbauhöfe suchen nach dem starken Forst nach Schlaglöchern

Alles beginnt mit einem kleinen Riss

Kreis Höxter

So viel Schnee hatten wir lange nicht. Und die Temperaturen waren auch so eisig wie selten: Der heftige Wintereinbruch in diesem Februar hat nicht nur die riesigen Salzberge in den Bauhöfen binnen weniger Tage schrumpfen lassen, sondern auch Straßen zum Aufplatzen gebracht. Entstanden sind Schlaglöcher.

Sabine Robrecht

Kalte Temperaturen können Straßenschäden verursachen. Foto: dpa

Im Kreisstraßen-Netz halten sich die Schäden allerdings insgesamt zunächst in Grenzen: „Unsere Kontrolleure sind, seit der Schnee runter ist, auf jeder unserer Straßen gewesen. Es war nichts Dramatisches zu erkennen“, bilanziert Heike Lockstedt-Macke, Leiterin der Abteilung Straßen bei der Kreisverwaltung. Die Kreis-Teams konnten die bei den Kontrollen festgestellten Aufbrüche und Löcher direkt wieder verschließen. Sie haben für diese Zwecke immer ein Mischgut aus Bitumen und Split dabei und stellen mit diesen „Bordmitteln“ die Verkehrssicherheit wieder her. Ob an diesen Stellen später größere Reparaturmaßnahmen nötig sind, werde sich zeigen, so die Abteilungsleiterin. Das hänge von der Größe der Schäden und auch vom Zustand des Unterbaus ab.

Für eine Gesamtbilanz noch zu früh

Für eine Gesamtbilanz in Sachen Winterschäden sei jetzt noch nicht der richtige Zeitpunkt: „Der Frost war sehr intensiv. Er geht erst nach und nach aus dem Boden. Auf Strecken, die schon schadhaft waren, kann durchaus noch etwas passieren, wenn der Frost aus den Tiefenschichten verschwindet und die Verkehrslast auf die Straße kommt.“ Mit allzu vielen unliebsamen Überraschungen rechnet Heike Lockstedt-Macke allerdings nicht. Denn das 400 Kilometer lange Kreisstraßen-Netz ist, wie sie bilanziert, insgesamt nicht so marode. Und heilen Straßen können Frost und Schnee nichts anhaben.

Flickstellen

Alles beginnt mit einem kleinen Löchlein im Asphalt – oder mit einer undichten Stelle in der Naht, die gezogen wird, nachdem Versorgungsträger ihre Leitungen in der Straße verlegt haben. In eine undichte (Naht-)Stelle dringt Wasser ein. Und bei Frost springt die Naht dann dort auf. „Deshalb sieht man in Städten auch mehr Schlaglöcher in den Straßen“, erläutert Heike Lockstedt-Macke. Hier müssen die Versorger häufiger mit ihren Leitungen ins Erdreich. Entsprechend größer ist in den Städten die Zahl der Flickstellen und möglichen Schäden im Asphalt.

Kontrolleure stopfen Löcher selbst

Im Kreisstraßennetz haben die Kontrolleure nach dem großen Schnee nicht nur Löcher gestopft und angefahrene Leitpfosten am Straßenrand wieder aufgestellt. An schmalen Straßen galt es, ausgefahrene Banketten wieder glatt zu ziehen, in die Autofahrer bei dem Schnee hineingeraten waren. Heike Lockstedt-Macke verbucht all das aber unter der Rubrik „normales Geschäft“.

Merklich ging es den riesigen, tonnenschweren Salzbergen in den Salzlagern der Kreis-Bauhöfe Rolfzen und Warburg an den Kragen. Sie schwanden zusehends, was nach den milden Wintern der Vorjahre durchaus außergewöhnlich war. Salz wirkt bis minus acht oder minus zehn Grad. Warum der Winterdienst trotz kälterer Temperaturen weiter gestreut hat, erläutert Heike Lockstedt-Macke: „Wir mussten trotzdem streuen, um den Schnee räumfähig zu halten.“ Die Winterdienste hatten in diesem Wintereinbruch alle Hände voll zu tun. Zwischenzeitlich sind die Temperaturen binnen weniger Tage von minus 20 auf plus 20 Grad hochgeschnellt. Und an den Schnee erinnern nur riesige Haufen, die noch schmelzen.

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