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Tierheimpläne sollen nach Sommerpause im Rat vorgestellt werden

Badestadt wünscht kreisweite Lösung

Bad Driburg (WB). Die Stadt Bad Driburg ist weiterhin an einer kreisweiten Lösung in Sachen Tierheim interessiert. Das hat der Haupt- und Finanzausschuss des Rates bei seiner jüngsten Sitzung deutlich gemacht. Bei zwei Enthaltungen stimmte das Gremium für dieses grundsätzliche Vorhaben.

Jürgen Köster

Die Stadt muss auch für die Unterbringung von Abgabetieren sorgen. Symbol- Foto: Chris Lingnau

Bürgeranregungen dazu wurden zunächst zur Kenntnis genommen. Sollte sich ein tragfähiges Konzept ergeben, wollen die Politiker sich des Themas erneut annehmen. Nach der Sommerpause sollen Vertreter der Deutschen Tierschutz-Union (DTU) die Gelegenheit bekommen, den Stand ihrer Bemühungen im Rat darzustellen.

Im Hauptausschuss fasste Ordnungsamtsleiter Christian Schulz die Entwicklung in den vergangenen vier Jahren noch einmal zusammen. In dieser Zeit sei viel geredet, aber nichts erreicht worden. »Die Aufnahme der Fundtiere läuft jedoch super, auch die Vermittlung oder Zurückvermittlung der Tiere«, berichtete Schulz von der derzeitig gefundenen Regelung. Um den Belangen des Tierschutzes in vollem Umfang zu entsprechen, hatten die Städte des Kreises Höxter, unter Beteiligung des Kreisveterinäramtes, alternative Lösungen zur Fundtierunterbringung gefunden, wie Schulz erklärt hatte.

Er erinnerte daran, dass die Fundtiere der Stadt Höxter im Tierheim Detmold und die Fundtiere der Stadt Steinheim in einem Tierheim in Benhausen untergebracht würden. Die anderen acht Städte des Kreises hätten mit der Tierpension Apollo in Liebenau eine vertragliche Vereinbarung zur Fundtierunterbringung mit jährlichem Kündigungsrecht abgeschlossen. Die Tierpension Apollo bietet laut Information der Verwaltung als besondere Serviceleistung einen 24-Stunden-Abholdienst von Fundtieren. Die Einrichtung sei bereits mehrfach vom zuständigen Kreisveterinäramt überprüft worden und erfülle alle Tierschutzrichtlinien. Wie Schulz erklärte, zahle die Stadt Bad Driburg derzeit 30.000 Euro im Jahr für diese Vereinbarung.

Bei einer derzeit im Raum stehenden Lösung zusammen mit der Deutschen Tierschutz-Union wären es pro Jahr 10.000 Euro weniger. Hinzu käme allerdings der einmalige Baukostenzuschuss für den Tierheim-Neubau, der nach neuesten Berechnungen 1.0890.000 Euro betragen soll. Abzüglich des Eigenanteils der DTU von 250.000 Euro und des Landeszuschusses von 160.000 Euro bliebe ein Investitionszuschuss der Städte von 670.000 Euro. Wie Schulz berichtete, gebe es eine neue Kalkulation der DTU, die die Mehrwertsteuer von den Baukosten abziehe und eine Zuschuss des Kreises von 100.000 Euro einbeziehe. Dann müssten von den Städten noch 300.000 Euro finanziert werden. Dennoch habe sich der Baukostenzuschuss von 150.000 im Jahr 2014 damit verdoppelt.

Petra Flemming-Schmidt (ÖDP) hatte moniert, dass die Räte der Städte vor der Bürgermeisterkonferenz hätten gehört werden sollen, als diese sich für eine dezentrale Lösung ausgesprochen hätte. Bürgermeister Burkhard Deppe sprach sich dafür aus, dass der Kreis die Abstimmung zwischen den Städten koordinieren sollte.

Martina Denkner (Grüne) zeigte sich erfreut, dass das Ordnungsamt alle Zahlen noch einmal zusammengefasst und transparent gemacht habe. Es gehe allerdings nicht nur darum, Fundtiere zu versorgen, sondern auch herrenlose Tiere. Größtes Problem dabei seien herrenlose Katzen, die sich in großem Tempo vermehrten. »Für die Katzenkastration brauchen wir ein Tierheim – und auch weil Abgabetiere zu versorgen sind«, stellte Denkner fest.

Horst Verhoeven (SPD) erklärte sich mit dem Beschlussvorschlag der Verwaltung einverstanden. Er plädierte allerdings dafür, für ein neues Tierheim einen Standort in Bad Driburg zu favorisieren.

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