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750.000 Euro Umsatzeinbußen im Corona-Jahr – Geschäftsführung blickt trotzdem positiv in die Zukunft

Bilster Berg will Gästehäuser bauen

Bad Driburg-Pömbsen

Corona hat der Test- und Präsentationsstrecke Bilster Berg einen Umsatzrückgang in Höhe von 750.000 Euro beschert.

Marius Thöne

Auf dem Gelände der Test- und Präsentationsstrecke am Bilster Berg sollen in der kommenden Zeit Gästehäuser entstehen. Zudem soll eine Photovoltaikanlage gebaut werden. Foto: Bilster Berg

Diese Zahl machte Geschäftsführer Hans-Jürgen von Glasenapp jetzt in einer Pressemitteilung öffentlich. Dennoch sieht er den Rennparcours zwischen Pömbsen und Nieheim gut aufgestellt. „Die Gesellschaft hat positive Kontostände und Liquiditätsreserven, die es ermöglichen, mit dieser außerordentlichen Lage umzugehen“, wird von Glasenapp in der Pressemitteilung zitiert.

Ein bereits im vergangenen Jahr eingeleiteter Sparkurs geht weiter. Der Bilster-Berg-Chef spricht von Kurzarbeit. Auch würden Aufgaben, die früher an externe Dienstleister vergeben worden seien, jetzt von eigenen Mitarbeitern übernommen. „Weitere Kostenpositionen stehen ebenfalls immer wieder auf dem Prüfstand, sodass vorbeugend gespart wird“, sagt von Glasenapp, der seinen Mitarbeitern dafür dankt, dass sie die Sparmaßnahmen mitgetragen und in der Krise zusammengestanden hätten. „Es war essenziell während der beiden Lockdowns den Betrieb und damit auch die laufenden Kosten sehr schnell herunterzufahren.“

Zwischen den Lockdowns konnte der Betrieb auf dem Bilster Berg laufen, dafür wurden mit den Kunden gemeinsam Hygienekonzepte erarbeitet. Dabei half es, dass das Gelände sehr weiträumig ist und man sich mit „kleinen, aber feinen Events“ schnell auf die neue Situation einstellen konnte, wie der Geschäftsführer betont. „Zudem war es nie unser Geschäftsmodell, Großveranstaltungen zu organisieren. Das war ein zusätzlicher Vorteil“, so von Glasenapp. Auf der Strecke werden beispielsweise neue Modelle von Autoherstellern getestet. Auch als Kulisse für Foto- oder Filmaufnahmen dient die gut vier Kilometer lange Strecke auf einem ehemaligen Militärgelände. 19 Kurven und 26 Prozent Gefälle gehören dazu.

Für dieses Jahr will von Glasenapp zwei Projekte in Angriff nehmen. „Zum einen die Umsetzung und Installation von Photovoltaikanlagen auf verschiedenen Betriebsgebäuden der Anlage, und zum anderen die weitere Projektierung von Gästehäusern als Übernachtungsmöglichkeiten für unsere Kunden auf dem Gelände.“ Grundsätzlich werde die Anlage von der Automobilbranche „sehr geschätzt“. Durch die neuen Übernachtungsangebote könne der Bilster Berg deutlich unabhängiger neue Kundengruppen erschließen sowie bestehende Geschäftsbeziehungen ausbauen und stabilisieren.

Von Glasenapp geht davon aus, dass der Erfolg der Rennstrecke in den kommenden Jahren stark von den Veränderungen in der Automobilindustrie geprägt sein wird. „Wie in allen Veränderungen liegt dort aber auch immer eine große Chance, diese auch zu nutzen“, verspricht von Glasenapp.

Ende des Jahres wurde der Antrag des Bilster Bergs auf Anpassung des Immissionsrichtwertes am Altenwohnheim St. Nikolaus in Nieheim vom Verwaltungsgericht Minden abgewiesen. Möglicherweise will das Unternehmen dagegen vorgehen. „Die Entscheidung des Gerichts wird uns auf unserem Erfolgskurs nicht wesentlich beinträchtigen. Dennoch bleiben wir dabei, dass dieser in Nieheim festgesetzte Immissionsrichtwert nicht richtig sein kann. Deshalb wird nun geprüft, ob und wie gegen diese Entscheidung des Gerichts vorgegangen werden kann“, sagt von Glasenapp.

Der Bilster Berg wollte die bislang geltenden Höchstwerte für die Lärmemission anpassen lassen, die am Altenheim in Nieheim 45 Dezibel in Summe nicht überschreiten dürfen, das gilt auch für einen maximalen Tageshöchstwert von 138. Der Kreis Höxter lehnte den Antrag des Bilster Berges aber ab und bekam im anschließenden Verfahren vor dem Verwaltungsgericht auch recht.

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