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20-Euro-Gedenkstück wird im kommenden Jahr aus Anlass des 1200-jährigen Bestehens herausgegeben

Die erste Corvey-Münze nach 235 Jahren

Höxter

Corvey bekommt zum 1200-Jährigen Bestehen im kommenden Jahr eine 20-Euro-Gedenkmünze. „Damit ist ein Traum von mir in Erfüllung gegangen. Das ist ein toller Erfolg, der Geschichte schreiben wird“, sagt Ditmar Fischer (67) aus Stahle. Der leidenschaftliche Briefmarkensammler hatte sich für die Münze stark gemacht, weil es eine Sonderbriefmarke zum Jubiläum nicht mehr geben konnte. Mit der war Corvey schon 2016, zwei Jahre nach der Anerkennung als Welterbe, bedacht worden.

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Dietmar Fischer mit einem Briefmarken-Bogen zum Städtepartnerschafts-Jubiläum 25 Jahre Höxter-Corbie. Foto: Dennis Pape

Die Entscheidung zur Auflage der Gedenkmünze hat Bundesfinanzminister Olaf Scholz getroffen. Vier Jahre hat es bis dahin gedauert. Fischer hatte schon 2016 angeregt, das Corvey-Jubiläum mit einer besonderen Münze zu würdigen. Dabei konnte er auf die Unterstützung des Herzogs von Ratibor und Corvey zählen. Ebenso unterstützten die Landräte Michael Stickeln und Friedhelm Spieker sowie die Bürgermeister Daniel Hartmann und Alexander Fischer die Idee der Sonderedition. Das Projekt voran brachten auch die heimischen Abgeordneten Christian Haase (Bundestag) und Matthias Goeken (Landtag), der Heimat- und Geschichtsverein und der frühere Bundesminister Klaus Töpfer aus Höxter. Christian Haase sprach am Dienstag von einer bedeutenden Entscheidung für das Corveyer Land.

Anfangs hatte Ditmar Fischer angeregt, das Jubiläum mit einer 100-Euro-Goldmünze zu würdigen, da die Bundesrepublik Deutschland im Jahre 2003 damit begonnen hatte, entsprechende Münzen mit den Motiven der deutschen Welterbestätten der UNESCO herauszugeben. „Diese Serie wurde allerdings im Jahre 2019 mit der Ausgabe Dom zu Speyer beendet“, berichtet Fischer.

Als er von der Einstellung erfuhrt, regte der Stahler beim Bundesfinanzministerium an, stattdessen eines 20-Euro-Silbermünze herauszugeben. Im November 2020 hat der Beirat beim Bundesfinanzminister, der die vorgeschlagenen Anregungen begutachtet und auswählt, getagt und Bundesfinanzminister Olaf Scholz den Vorschlag zur Ausprägung „1200 Jahre Kloster Corvey“ gemacht.

Corona bedingt hat sich seine Entscheidung bis vor wenigen Tagen verzögert. Nun aber ist es amtlich: die Münze kommt. Das Warten hat ein Ende.

Das Ministerium wird nun verschiedene Künstler auffordern entsprechende Modellentwürfe vorzulegen. Über die eingereichten Entwürfe entscheidet dann wieder der Kunstbeirat beim Bundesfinanzminister. Damit ist zum Ende des Jahres 2021, spätestens Anfang 2022 zu rechnen.

„Über den amtlichen Ausgabetag der Münze kann zurzeit nur spekuliert werden“, sagt Fischer. Er und Haase rechnen aber damit, dass die Münze vor dem 25. September 2022 ausgegeben wird, weil dann der Festakt „1200 Jahre Corvey“ geplant ist.

Am 21. Juni 2014 wurde die gesamte ehemalige Klosteranlage Corvey von der Unesco unter dem offiziellen Titel „Das Karolingische Westwerk und die Civitas Corvey“ als Weltkulturerbe bei der Sitzung in Doha/Katar anerkannt. Damit gehören das Westwerk der Kirche und das ehemalige Klostergelände zum Weltkulturerbe, das 39. dieser Art in Deutschland.

Am 26. Mai 2015 wurde die Ernennung zum Weltkulturerbe amtlich besiegelt. Der damalige Bundesaußenminister und heutige Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Urkunde überreicht und die Enthüllung einer Plakette vor dem Westwerk der Kirche vorgenommen.

„Das ehemalige Kloster Corvey verfügte bereits seit 833 über das Münzrecht der Laiensiedlung Corvey. Diese Privileg war das erste seiner Art im ostfränkischen Reich“, hat Fischer recherchiert. Die letzten Prägungen von Kupfermünzen im Wert von 2 und 4 Pfennigen erfolgten 1787. Die 20-Euro-Silbergedenkmünze sei somit nach 235 Jahren die erste, die den Namen Corvey tragen werde.

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