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Polizeiermittlungen nach Jahrgangsstufenfete in Bad Driburg

Drei Anzeigen wegen Körperverletzung

Bad Driburg (WB). Die Jahrgangsstufe 10 des Neuenheerser Gymnasiums St. Kaspar hatte beim Ordnungsamt der Stadt Bad Driburg keine Schankerlaubnis für die Party am Eggekrug beantragt, erklärt Amtsleiter Christian Schulz. Die Schüler betonen, es habe sich um eine Privatfeier gehandelt.

Silvia Schonheim

Eine Jahrgangsstufenfeier am Eggekrug in Bad Driburg ist aus dem Ruder gelaufen. Wer die Verantwortung für die Party mit Schlägereien und betrunkenen Jugendlichen trägt, ermittelt jetzt die Polizei. Foto: Dennis Pape

Die Schankerlaubnis hätten die Schüler wohl auch nicht erhalten, »da es einen Anlass dafür geben muss – etwa ein Schützenfest. Wer einfach mal Party machen möchte, bekommt keine Gaststättenerlaubnis«, sagt Schulz. Bei einer privaten Feier sei eine Schankerlaubnis, nicht nötig.

»Die gewaltbereiten Personen waren keine geladenen Gäste«

Die Jahrgangsstufe EF des St. Kaspar betont in einer Stellungnahme, dass es sich um eine private Feier gehandelt habe: »Die gewaltbereiten Personen waren keine geladenen Gäste.« Auf der Gästeliste seien außerdem keine 14-Jährigen eingetragen gewesen. Nach WESTFALEN-BLATT-Informationen soll die Veranstaltung in sozialen Netzwerken im Internet öffentlich gemacht worden sein.

Vermietet wurde die Partyscheune von Eggekrug-Betreiber Georg Wüllner. Laut Polizei war der Schüler, der die Scheune angemietet hat, erst 16 Jahre alt.

Statt 150 geplanten Gästen kamen über 300

Wüllner vermietet die Scheune gelegentlich für Jahrgangsstufenpartys. Statt der von ihm erwarteten 150 Gäste erschienen am Freitagabend nach Angaben der Polizei zwischen 300 und 400 zu der Party.

Die Schüler selbst betonen, dass die Anzahl von 250 Personen nicht überschritten worden sei.

»Obwohl ich nicht der Veranstalter bin, habe ich natürlich ein Auge auf die Feier«, erklärt Wüllner. Er habe den Schülern auferlegt, für Sicherheit im Bereich der Zufahrtsstraße zu sorgen.

Natürlich würde auf solchen Feten auch Alkohol getrunken. Ob die Veranstalter aber nun Bier oder womöglich Schnaps an unter 16-Jährige ausgeschenkt hätten, könne er nicht sagen. »Heutzutage bringen die Jugendlichen ihre Getränke auch oft selbst mit oder trinken vorher etwas«, sagt Wüllner (61).

Ankunft einiger Eltern als Auslöser der Tumulte

Dass die Situation aus dem Ruder gelaufen ist, bringt er mit der Ankunft einiger Eltern in Verbindung: »Erst dann entstanden Tumulte.« Warum die Eltern allerdings bei der Feier erschienen und ob sie eventuell aufgrund von Auseinandersetzung herbeigerufen worden waren, ist unklar.

Die Schüler teilen die Einschätzung des Wirtes: Die Eskalation sei von zwei aggressiven Gruppen ausgegangen und habe außerhalb der Scheune stattgefunden. Die Streitereien seien anfangs eher harmlos verlaufen, »bis später Eltern hinzugezogen wurden und der Streit eskalierte.«

Polizeisprecher Andreas Hellwig schildert den Einsatz: »Als die Beamten gegen 0.30 Uhr eintrafen, herrschte eine alkoholbedingt aggressive Grundstimmung. Im Außenbereich wurde geschlagen und geschubst.« Viele junge Leute seien betrunken gewesen.

Mehrere Gruppen in Streitigkeiten verwickelt

»Es befanden sich mehrere Gruppen an verschiedenen Stellen in Streitigkeiten. Von einer Massenschlägerei mit 50 Personen waren wir aber weit entfernt«, betont er.

»Mit dem Eintreffen von immer mehr Beamten leerte sich der Platz zusehends«, so der Polizeisprecher. Bei der Beendigung der Party hätte es keinen Widerstand gegeben.

»Zwei Gäste, 26 und 17 Jahre alt, die sich nicht an den Platzverweis hielten, mussten in Gewahrsam genommen werden«, erläutert Hellwig.

Es seien ausreichend Polizisten im Einsatz gewesen, »um die Sache zu beenden.« Die Höxteraner Beamten hätten aus Paderborn und Detmold Unterstützung erhalten.

Ermittlungen aufgenommen

Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen. Gespräche mit dem Wirt und den Schülern sollen Klarheit bringen.

Schulleiter Matthias Nadenau hat bereits mit dem Jahrgang ein Gespräch geführt: »Es war eine Privatfeier, von der weder die Klassen- noch Schulleitung wussten. Von den 70 Schülern des Jahrgangs waren nicht mehr als zwei Drittel vor Ort.«

Diese hätten ihm glaubhaft vermittelt, dass sie mit den Auseinandersetzungen nichts zu tun gehabt hätten.

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