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Gebäudeberatung für Bad Driburger Eigentümer durch Experten

Energiespar-Profis geben Tipps

Bad Driburg (WB). Egal ob undichte Fenster oder eine alte Heizung: In vielen Häusern geht unnötig Energie verloren. Um das zu verhindern, können Eigentümer in Bad Driburg eine energetische Gebäudeberatung durchführen lassen.

Simone Stickeln

Bei der Gebäudeberatung haben der Stadtwerke-Geschäftsführer Rainer Suhr (von links), die Klimaschutzbeauftragte Carola Mikus und Energieberater Matthias Ansbach auch die Türen und Fenster im Haus von Klaus-Dieter Wilde genau begutachtet. Foto: Simone Stickeln

So will auch Klaus-Dieter Wilde wissen, wie es um den Energieverbrauch seines Bungalows aus den 60er Jahren steht. Daher kommt der Energieberater Matthias Ansbach von der Verbraucherzentrale in Detmold nach Bad Driburg und prüft das Haus genau. »Ich gehe mit den Eigentümern ums Haus, schaue mir auch das Dach und den Keller an und erstelle am Ende eine Analyse«, erklärt Ansbach.

Vom Dach bis in den Keller

Zuerst steigt er also auf eine Leiter, um einen Eindruck vom Zustand des Dachs zu bekommen. Das Dach von Klaus-Dieter Wildes Haus ist in einem guten Zustand, 1995 wurde es zuletzt erneuert. »Dennoch ist es sinnvoll, alle paar Jahre eine Sichtprüfung von einem Dachdecker durchführen zu lassen. So wird unter anderem überprüft, ob das Dach noch dicht ist«, rät der Energieberater. Anschließend nimmt er die Isolierung des Hauses unter die Lupe: 2003 wurden die Außenwände zusätzlich gedämmt. Auch um die Fenster hat sich Wilde in der Vergangenheit gekümmert. »In den 90er Jahren haben meine Frau und ich sie nach und nach austauschen lassen«, sagt er.

Aber auch hier hat Matthias Ansbach einen Tipp für den Hausbesitzer. »Erst ab 1995 wurden die Fenster mit Wärmeschutzverglasung Standard. Diese sind quasi doppelt so gut wie die zuvor verbauten Fenster«, beschreibt Ansbach. Aus diesem Grund rät er Klaus-Dieter Wilde, über einen Austausch der Verglasung bei den Fenstern nachzudenken, die dem Standard noch nicht entsprechen.

Kellerdecken dämmen

Weiter geht es in die Kellergarage, die 1970 nachträglich angebaut wurde. Matthias Ansbach erkennt sofort, dass die Decke hier gedämmt ist. Dadurch bleibt die Wärme besser in den darüberliegenden Räumen und entweicht nicht in den Keller. Deshalb empfiehlt der Experte die Dämmung von Kellerdecken generell, im Gegensatz zum Einbau von neuen Garagenfenstern. »Alte undichte Fenster eignen sich für ungeheizte Kellerräume eigentlich besser, wenn die Wände dort nicht isoliert sind. So kann die Luft besser zirkulieren«, erläutert Ansbach.

Mit einer abschließenden Besprechung endet die Energieberatung von Matthias Ansbach. Er fasst seine Ergebnisse noch einmal zusammen und bespricht mit Klaus-Dieter Wilde, an welchen Stellen eine Sanierung sinnvoll wäre. Ein Aspekt wäre die Haustür von 1967. »Moderne Haustüren sind sicherer, energieeffizienter und auch altersgerechter«, beschreibt Ansbach. Insgesamt empfiehlt er Wilde aber nur kleinere Maßnahmen, die den Komfort im Haus erhöhen sollen. Außerdem bewertet Ansbach den Energieverbrauch des Hauses, den er etwas zu hoch empfindet. Im Gespräch erfährt er dann, dass unter anderem noch ein Kühlschrank aus dem Jahr 1980 läuft. »Ein Austausch der alten Elektrogroßgeräte lohnt sich allein durch die Energieersparnis nach spätestens fünf Jahren«, lautet sein Ratschlag.

Am Ende ist Klaus-Dieter Wilde zufrieden mit der Einschätzung des Energieexperten. »Es ist beruhigend zu hören, dass wir schon viel Gutes für unser Haus getan haben«, beschrieb er. Die Energieberatung, auf die die Stadt Bad Driburg im Rahmen ihres Klimaschutzkonzeptes aufmerksam machen will, kann jeder Hauseigentümer in Anspruch nehmen. »Rund 3300 Häuser im Stadtgebiet haben einen energetischen Sanierungsbedarf«, sagt Klimaschutzmanagerin Carola Mikus. Die Energieberatung soll also dazu beitragen, dass sich die Bürger mit dem Thema befassen und über eine Sanierung nachdenken. »Sich durch eine Energieberatung zu informieren, bevor man etwas unternimmt, ist wichtig«, sagt auch Rainer Suhr, der Geschäftsführer der Stadtwerke.

Vorher informieren

Die knapp 90-minütige Beratung kostet 60 Euro. Interessierte können sich bei der Verbraucherzentrale in Detmold unter Telefon 05231/7015901 melden und einen Termin vereinbaren.

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