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Burgtheater Dringenberg begeistert mit Gaunerkomödie

Ensemble läuft zu großer Form auf

Bad Driburg-Dringenberg (WB). „Alter schützt vor krummen Dingern nicht!“: Diese Erfahrung machen die Theaterfreunde in der unterhaltsamen Gaunerkomödie „Eine Überraschung ist zu wenig“ von Peter Buchholz, mit dem das Burgtheater Dringenberg Premiere nach Weihnachten gefeiert hat. Die Regie führt Ingrid Pape.

Heinz Wilfert

„Ende gut, alles gut“, heißt es am Schluss in der Gaunerkomödie des Burgtheaters Dringenberg „Eine Überraschung ist zu wenig“ (von links): Silke Krelaus, Peter Paul Rodemeyer, Markus Beller und Alina Falke. Foto: Heinz Wilfert

Die ziemlich erfolglose Werbetexterin „Maxi“ (Alina Falke) lebt mit ihrer Tante Ivonne (Silke Krelaus), einer einst sehr erfolgreichen Varietékünstlerin, unter einem Dach. Weil nach 30 Jahren im Varieté die kleine Minirente nicht reicht und ständig Ebbe in der Haushaltskasse herrscht, klaut Ivonne wie ein Rabe.

Stofftier-Faible

Stofftiere haben es ihr bei den kleinen Diebstählen besonders angetan, darunter auch Pinky, das singende Schwein. Sie nennt es auch nicht „klauen“, sondern „organisieren“. Für unerwartete Kosten sorgt zusätzlich ihr Hund „Sir Archi“, der im Fischgeschäft schon mal zwei Kilo Kaviar stibitzt und auffrisst.

Da die „Einnahmen“ aus den Diebstählen aber hinten und vorne nicht reichen, plant die Tante das ganz große Ding: Den Raub eines wertvollen Diamantcolliers, das sie einer Sängerin auf einem Weihnachtsbasar abluchsen will. Als Komplizen sollen ihr dabei die ebenso schusselige Nachbarin Frau Treff (Katja Peine), die ständig mit ihrem Hund Rudi nervt und ihre ehemalige Bühnenkollegin und Trickdiebin, die „Große Caligari“ (Michaela Falke) helfen.

Köstlich die Szene, wo Frau Treff im Weihnachtsmannkostüm und mit Ping-Pong-Ball im Mund eine tiefe Stimme einüben soll.

Coup in Gefahr

Gefahr für den großen Coup droht allerdings vom Kripobeamten George (Peter Paul Rodemeyer), der Ivonne inkognito schon im Visier hat, nachdem sie einen geklauten Videorekorder ausgerech-net dem Kaufhausdetektiv andrehen wollte.

Maxi findet George ungewöhnlich attraktiv und verliebt sich prompt in ihn. Weil Ivonne aber nicht von ihrem Plan abrückt, führt das natürlich zu ungeahnten Verwicklungen, Verwechslungen und Missverständnissen, die den Reiz der Krimikomödie ausmachen.

Das Durcheinander komplett macht Versicherungsmitarbeiter Frank Neumann (Markus Beller), den Ivonne irrtümlich für einen Hehler hält. In Wirklichkeit aber hat er für Maxi einen lukrativen Arbeitsvertrag zu bieten.

Happy End

Das fordert die ganze Schauspielkunst der Darsteller, die in ihren Rollen zu großer Form auflaufen. Ivonne rettet sich aber clever und immer liebenswürdig aus brenzligen Situationen, und alles kommt zum guten Ende. Das Publikum spart nicht mit großem Beifall.

Wer die Komödie erleben will, bekommt dazu bei drei weiteren Aufführungen Gelegenheit im Saal der Gaststätte Hausmann „Zum Goldenen Anker“: am Neujahrstag, Mittwoch, 1. Januar um 17 Uhr, am Freitag 3. Januar und am Samstag, 4. Januar, jeweils um 19.30 Uhr. Karten gibt es im Vorverkauf der Gaststätte Hausmann und der City Apotheke, Bad Driburg.

Weitere Aufführungen

Die Mitglieder des Burgtheaters Dringenberg führen seit 1981 immer zur Weihnachtszeit ein Theaterstück auf, dessen Thema regelmäßig am 1. November bekannt gegeben wird.

Ganz im Sinne des Theaterstücks „Eine Überraschung ist zu wenig“ haben Mitglieder des Burgtheaters mit viel Phantasie und Kreativität das Bühnenbild für die Gaunerkomödie gestaltet. Aus einem alten Metallfass wurde von Alexander Mikus eine Hausbar gezaubert und aus einer großen Futtermolle von Manfred und Manuela Falke ein ägyptischer Sarkophag gebaut, der im Theaterstück für Überraschungen sorgt.

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