Impfzentrum Brakel öffnet Montag – Buchungspannen im Kreis Höxter nur Einzelfälle – 6700 Impfzusagen

Immer mal wieder ein paar Impftermine

Brakel

Auch im Kreis Höxter wurden Impftermine „rückabgewickelt“. Es soll sich aber nur um Einzelfälle handeln.

Michael Robrecht

Der Einlass mit Hygieneangeboten im Stadthallenfoyer: Ausschließlich Menschen mit einem verbindlichen Termin kommen hier durch. Zur Identifizierung müssen Ausweis mit Foto, Krankenkassenkarte und Impfpass (wenn vorhanden) vorgelegt werden. Foto: Michael Robrecht

Wegen technischer Probleme sind im Nachbarkreis Lippe und auch im Kreis Herford mehr Impftermine an Menschen über 80 Jahre vergeben worden als tatsächlich verfügbar waren. 2000 Termine für das Impfzentrum Lemgo mussten zurück genommen werden. In Herford waren 3200 nicht korrekt vergeben worden. Auch im Kreis Höxter wurden Impftermine „rückabgewickelt“. Es soll sich aber nur um Einzelfälle handeln. WB-Leser Hans-Jörg Briel aus Brakel berichtete, dass er einen Anruf von der Kassenärztlichen Vereinigung bekommen habe, dass seine beiden Termine für zwei Personen gestrichen werden müssten und auf April verlegt worden seien. Er fühle sich verschaukelt. „Lange haben wir um die beiden Termine gekämpft, haben telefoniert und ewig am Computer gesessen – und jetzt wieder alles von vorne. Man versteht das Chaos bei den Terminen nicht mehr“, sagte Briel.

Matthias Potthoff (Kreisverwaltung und stellvertretender organisatorischer Leiter des Impfzentrums) und Dr. Jens Grothues (Ärztlicher Leiter des Impfzentrums Brakel) erläuterten während einer Pressekonferenz im Impfzentrum in Brakel, dass es sich bei den Terminpannen im Kreis Höxter nachweislich um einige einzelne Fälle handele. Das sei bedauerlich. Man kümmere sich darum. Im Kreis habe es Absagen wegen technischer Probleme und Doppelbuchungen gegeben. Krisenstableiter Matthias Kämpfer meinte, dass man die wenigen Fälle „händisch“ zügig lösen könne.

Grothues erläuterte, dass es im Kreis Höxter einen Puffer von 20 Prozent an Terminen gebe, um Probleme zu lösen. Es würden in den nächsten Tagen auch regelmäßig neue Termine von der KV frei geschaltet, die dann über Telefon 0800 116117-02 oder online www.116117.de gebucht werden könnten. Wann die Kontingente frei gegeben werden, das würde vorher von der KVWL nicht angekündigt. Das heißt: Das lange Warten auf einen Termin und die Buchungsversuche haben kein Ende! Wie berichtet, sind bislang im Kreis Höxter 6700 Impftermine vergeben worden, was bedeutet, dass auch 3500 Impfwillige außerhalb der Seniorenheime geimpft werden können, was am 8. Februar im Impfzentrum ab 14 Uhr beginnt und wofür 547 Impfdosen wöchentlich zur Verfügung stehen. Alle Personen mit bestätigten Impftermine würden auch geimpft, sagte Dr. Grothues.

Impfstoff im Kühlschrank

Der Impfstoff im Impfzentrum in Brakel wird gut abgesichert und bewacht in der Stadthalle gelagert. Impfzentrumsleiter Grothues sagte, dass der Impfstoff vier Tage in einem Kühlschrank bei 2 bis 8 Grad aufbewahrt werden könne. Minus 70 Grad seien nicht erforderlich. Wenn eine Spritze aufgezogen werde, müsse diese nach sechs Stunden verimpft werden. Wichtig auch: Wer nur einen Impftermin aber keinen zweiten gebucht hat, der bekommt in Brakel vor Ort immer auch einen zweiten Termin.

Fahr- und Begleitservice

Es sollen so viele Menschen wie möglich gegen das Coronavirus geimpft werden. Dabei ist beim Kreis die Geschäftsstelle „Ehrenamt“ aktiv. Über die Ehrenamtsbörse wird ein kostenloser Fahr- und Begleitservice angeboten. Auf einen Aufruf, die älteren Mitmenschen unbürokratisch bei der Fahrt nach Brakel zu unterstützen, haben sich 200 Personen gemeldet. Die Börse koordiniert bei Bedarf die An- und Abfahrten. Werden Impfdosen in großen Mengen geliefert, sollen auch Hausärzte impfen. Landrat zur Terminvergabe

Landrat zur Terminvergabe

Landrat Michael Stickeln hat bei der Vorstellung des Impfzentrums in Brakel davon berichtet, dass sich sehr viele Menschen wegen der Pannen bei der Impfterminvergabe an die Kreisverwaltung und an ihn persönlich mit Anrufen und Emails wenden würden. Wie berichtet, hatte Stickeln die Lage als Zumutung für die älteren Menschen und deren Angehörige bezeichnet. Er könne den Kritikern nur recht geben, wenn sie die Terminvergabe als schlecht vorbereitet und von der Kassenärztlichen Vereinigung schlecht organisiert bezeichneten. Was der Kreis und das DRK in Brakel in der Hand hätten, das werde professionell organisiert. Der Kreis sorge für den Rahmen, das Rote Kreuz plane alles im Impfzentrum vor Ort. Die KV übernehme das Impfen in Brakel dann mit eigenem Personal.

Die technischen Probleme bei der Terminvergabe durch die KV reißen nicht ab. Das ist für die Betroffenen ärgerlich und ein enormer organisatorischer Aufwand. 700 Aufrufe der Online-Anmeldeseite pro Sekunde und morgens 2,5 Millionen Aufrufe bei der KVWL: Das kann so kein System der Welt bewältigen. Selbst verschuldeter Fehler nennt man das. Die KV-Terminverwalter geben zu, dass die Freigabe neuer Termine „immer mal wieder“, also rein willkürlich, erfolge. Das Termin-Lotto ohne Spiel 77 und Glücksspirale geht also weiter. Man steht da und staunt nur noch. Michael Robrecht

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