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So haben Senioren aus Höxter das Impf-Anmeldechaos am Telefon oder am Computer erlebt

In der Dauerschleife und aus der Leitung geflogen

Höxter

Für das Impfzentrum Brakel sind nach Angaben des dortigen Leiters, Dr. Jens Grothues, bis Dienstagmittag 2800 Termine vergeben worden. Damit seien vorerst die Impfkapazitäten erschöpft - bis Klarheit über die Impflieferungen herrsche. In den nächsten Tagen könnten dann weitere Termine gebucht werden, versprach er. Am 8. Februar soll das Zentrum starten.

Michael Robrecht

Viele Seniorinnen und Senioren sind gernervt: Sie haben noch keinen Impftermin bekommen. Foto: dpa

Der verunglückte Start der Terminvergabe für Corona-Impfungen hat auch bei vielen Senioren und ihren Angehörigen im Kreis Höxter für Frust und Verärgerung gesorgt.Die ab Montag ab 8 Uhr besetzte Hotline der Kassenärztlichen Vereinigung (KVWL) war ebenso überlastet wie die freigeschaltete Internetseite. In der WESTFALEN-BLATT-Redaktion in Höxter gingen etliche Hinweise verärgerter Leserinnen und Leser ein, die vergeblich in der Warteschleife hingen. Über die Homepage 116117.de gelang es jedoch später einigen, Impftermine zu vereinbaren. Diese werden in einer ersten Runde nur für Menschen über 80 vergeben.

Höxters frühere Bürgermeisterin Dorothee Baumgarten und ihr Ehemann Dieter haben eine ganzen Tag voller kurioser Begebenheiten rund um die Impf-Anmeldeprozedur erlebt. „Mein Mann hat schon wegen seines Berufes als Statiker viel mit Technik zu tun gehabt und kann sich in vieles hineindenken. Aber was ist mit all den älteren Mitbürgern, die sich mal eben so in die komplizierte digitale Welt hineinfuchsen müssen?“, sagte Dorothee Baumgarten dem WB. Senioren würden mit der Technik und der Terminvereinbarung mehr oder weniger allein gelassen. Baumgarten schilderte, wie sie mehrfach aus der Leitung geworfen worden seien, dann habe man lange in Warteschleifen gesteckt. Registrierungen seien unmöglich gewesen, ein Vorgang habe nie zu Ende geführt werden können.

„Wir wollten schon aufgeben“, sagte Baumgarten. Immerhin habe sich dann irgendwann eine „reizende Dame“ am anderen Ende der Leitung gemeldet. Das sei der „Lottogewinn“ an dem Tag gewesen. „Dann haben wir gehört, es gebe keine Termine und keinen Impfstoff mehr und wir sollten uns später melden.“ Das hätten sie dann am Montagnachmittag auch getan, um am Ende zu erfahren, dass ein Termin gebucht werden konnte, für ein Ehepaar ein zweiter in diesem einen Vorgang aber nicht. Das Ergebnis der Buchung sei gewesen, dass sie als Paar – mit Zeitabstand in zwei E-Mails bestätigt – zu unterschiedlichen Terminen nach Brakel zum Impfzentrum fahren müssten. Aber immerhin sei eine Impfung möglich: „Machen wir das Beste daraus...“, sagte Dorothee Baumgarten.

Werner Humann aus Ottbergen, vielen als Chorsprecher der »Living Voices« bekannt, hat ähnliche Erfahrungen wie das Ehepaar Baumgarten gemacht. Ein Mitarbeiter habe am Telefon am Montagnachmittag für seine Schwiegereltern einen Termin aufgenommen. Bestätigt worden sei dann per Mail, wie bei Baumgartens, aber nur einer. Die KV sei nicht in der Lage gewesen, einen Termin für zwei Personen zu bestätigen. „Das ist kaum zu verstehen.“

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