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Der Caritasverband für den Kreis Höxter geht mit seinem Präventionsangebot neue Wege

Informieren ohne Langeweile

Brakel

„What´s Alk?“ fragt die Sucht- und Drogenberatung der Caritas auf ihrer neuen Instagram-Seite „Suchtprävention Brakel“. Mit dem Auftritt auf der Social-Media-Plattform geht der Caritasverband für den Kreis Höxter neue Wege, um junge Menschen über die Suchtgefahren zu informieren.

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Neu auf Instagram: Laura De Mey (vorn) pflegt den Social-Media-Auftritt, Adelheid Miß-Litfin, Leitung der Sucht- und Drogenberatung, und Caritas-Vorstand Thomas Rudolphi freuen sich über die Online-Präsenz. Foto: Flüter

Redaktionell betreut wird der Instagram-Auftritt von der Sozialarbeiterin und Sozialpädagogin Laura De Mey (24). Sie ist in der Sucht- und Drogenberatung des CaritasverbandesAnsprechpartnerin für Vorbeugung im Kreis Höxter.

„Drei Viertel aller Jugendlichen nutzen Instagram“, sagt sie. „Da ist doch klar, dass wir dort auch vertreten sein müssen.“

Eigentlich würde Laura De Mey einen Großteil ihrer Arbeitszeit mit der Organisation und Durchführung von Infoveranstaltungen und Vorträgen verbringen. Doch die Schulen und Jugendzentren, die sie sonst einladen, sind schon seit vielen Monaten geschlossen. „Prävention bleibt dennoch wichtig“, sagt Laura De Mey. „Deshalb sind wir mit Instagram neue Wege gegangen.“

Der betont lockere Umgangston in dem sozialen Netzwerk passt gut zum Präventionsansatz der Sucht- und Drogenberatung. „Wir wollen nicht mit dem erhobenen Finger belehren“, sagt Adelheid Miß-Litfin, Leitung des Caritas-Fachdienstes und Chefin von Laura De Mey. „Informieren ohne zu langweilen ist eine wichtige Grundregel der Präventionsarbeit.“

Dieser niedrigschwellige Ansatz wird auf Instagram konsequent durchgehalten. Präzise und kurze Informationen sorgen für gute Verständlichkeit. Ein Beitrag antwortet auf die Frage: „Was ist denn eigentlich erlaubt?“, ein anderer liefert „Acht Tipps für einen klaren Kopf“. Laura De Mey hat ihre Stelle im Oktober 2019 angetreten. Seitdem hat sie intensiv Netzwerkarbeit betrieben, unter anderem ist sie Koordinatorin der kreisweiten Steuerungsgruppe „GigA“, die öffentlichkeitswirksame Maßnahmen gegen den Alkoholmissbrauch von Jugendlichen plant und durchführt – oft für „Multiplikatoren“, also Lehrer und Mitarbeiter von Jugendzentren oder sozialen Einrichtungen. Allerdings fallen auch diese Maßnahmen wegen Corona zurzeit aus.

Dafür ist die Zusammenarbeit mit Studenten der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Holzminden (HAWK) fest vereinbart. Laura De Mey, die bis 2019 selbst an der Hochschule eingeschrieben war, wird mit Studierenden ein Präventionsprojekt entwickeln. „Bislang wurde Prävention im Studium kaum berücksichtigt“, sagt sie.

Dabei hilft effektive Vorbeugung, Geld zu sparen, das die spätere Hilfe für suchtkranke Menschen kosten würde. „Das ist die Erkenntnis unserer praktischen Arbeit in der Sucht- und Drogenberatung“, sagt Caritas-Vorstand Thomas Rudolphi: „Langfristig wollen wir dieses Arbeitsfeld deshalb personell erweitern.“ Laura De Mey erschließt zurzeit mit Instagram ¬neue Zielgruppen. Wenn Corona irgendwann Geschichte ist, könnte sie tatkräftige Unterstützung gut gebrauchen.

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