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Immer weniger inhabergeführte Einzelhandelsbetriebe – Möglichkeiten des Internets oft ungenutzt

Konzept soll Bad Driburgs Innenstadt stärken

Bad Driburg

Einkaufen in Bad Driburg war und ist ein viel diskutiertes Thema. Immer mehr ist der Rückgang inhabergeführter Einzelhandelsbetriebe in der Stadt festzustellen.

Wolfgang Tilly

Im vergangenen Jahresquartal fand eine umfassende Bestandserhebung des Einzelhandels statt. Knapp 300 Bad Driburger nahmen an einer Umfrage teil. Foto: Frank Spiegel

Obwohl sich die Einwohnerzahl seit 2010 kaum veränderte, hat sich die Zahl der Betriebe von 177 auf 113 reduziert. Dem soll nun mit einem neuen Konzept entgegengewirkt werden.

Die Kölner Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) erhielt den Auftrag zur Fortschreibung des zehn Jahren alten Einzelhandelskonzeptes und für die weitere Leitplanung konstruktive Lösungsmöglichkeiten vorzustellen.

Wie wichtig dies ist, zeigt auch die Reduzierung von einem Viertel der Verkaufsflächen. Von 2010 bis heute hat sich die Quadratmeterzahl von 31.100 auf 23.355 verringert, was zu immer mehr Leerstand führt. Besonders das im Stadtkern eingebettete Hellweg-Zentrum leidet darunter.

Die Dipl.-Geographin Monika Kollmar stellte dazu im Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing und -entwicklung ein erstes Zwischenergebnis vor. Im vergangenen Jahresquartal fand eine umfassende Bestandserhebung des Einzelhandels statt. Knapp 300 Bad Driburger nahmen an einer Umfrage teil.

Die Einkaufsorientierung beim mittelfristigen Bedarf (Bücher mit Schreibwaren und Kinderspielzeug, Bekleidung und Schuhe sowie Sportartikel) erbrachte Erkenntnisse, dass der Onlinehandel auch in Bad Driburg eine immer stärker werdende Rolle einnimmt. „Ihre Stadt bewegt sich dabei aber im deutschlandweiten Trend“, so die GMA-Mitarbeiterin. Auch das Oberzentrum Paderborn übernehme einiges an der Bad Driburger Kaufkraft. Bei der Einkaufsorientierung im langfristigen Bedarf (Elektrowaren, Möbel, Heimwerkerbedarf, Heimtextilien und Haushaltswaren) sei das Einkaufsverhalten noch stärker nach außen gerichtet. Nutznießer seien vor allen Dingen die Nachbarstädte Brakel und wiederum Paderborn.

Ein weiterer Mangel wurde durch die Bestandsaufnahme sichtbar: „In Bad Driburg haben viel zu wenig Einzelhandelsgeschäfte eine Verkaufsplattform im Internet, die gerade jetzt während der Pandemie förderliche wäre.“ 65 Prozent der befragten Geschäfte haben nur eine Informations- oder Produktpräsentationshomepage. Auch könnten die Aktivitäten in den sozialen Medien bei Facebook und Co. stärker ausprägt sein.

Die Bewertung der Verkehrs- und Parkplatzsituation in der Innenstadt wurde von den Befragten auf einer Skala bis fünf (Schulnoten) mit einer Durchschnittsnote von 2,4 bewertet. Die Bewertung der Geschäfts- und Einkaufsmöglichkeiten erhielt eine Durchschnittsnote von 2,6.

Auch die Innenstadtgestaltung mit den gastronomischen Angeboten wurde mit 2,5 benotet. Wünsche nach einer besseren Begrünung, einer verbesserten Gastronomie und auch mehr Atmosphäre und einer Verbesserung des Stadtbildes durch geänderte Fassaden standen ganz oben auf der Verbesserungsliste,

Vorgesehen ist, die zweite Präsentation im Ausschuss im Mai abzuhalten, um dann anschließend das Konzept öffentlich auszulegen.

­Mit der 90-prozentigen Unterstützung des Landes NRW des mit 100.000 Euro berechneten Gesamtumfangs soll ein Zentrenmanagement für Bad Driburg angestoßen werden. Als Eckpunkte wurden folgende Möglichkeiten genannt:

Analyse der Chancen zur Umwandlung von Immobilien in andere Nutzungen.

Visualisierung des Konzentrationsbereichs auf Grundlage der Analyse der vorhandenen oder sich entwickelnden Situation.

Durchführung von Informationsveranstaltungen, Workshops und Einzelberatungen zur Information von Eigentümern und Vermeidung von Leerstand.

Nachdem im Dezember der Förderbescheid eingegangen war, wurden nun im Hinblick auf die Vergabe sechs externe Planungsbüros angeschrieben, die bei der Umsetzung des Programms professionell helfen sollen. Nach Aussage der Verwaltung wird sich dieser Prozess über mehrere Jahre hinziehen. Dabei steht im besonderen Fokus das nunmehr 40 Jahre alte Hellwegzentrum mit den Nebenanlagen sowie die Schul- und Pyrmonter Straße.

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