„Verbreitungsatlas der Tagfalter und Widderchen“ erschienen – Projekt von NEW, TH und Landschaftsstation

Kreis Höxter ist Schmetterlingsland

Höxter

Der Kreis Höxter ist Schmetterlingsland. Die Vielfalt der bunten Falter wird in einem neuen 300 Seiten starken Buch mit sehr viel Detailliebe beschrieben. Zusammen mit Band 28 der Beiträge zur Naturkunde zwischen Egge und Weser ist der erste „Verbreitungsatlas der Tagfalter und Widderchen im Kreis Höxter und Umgebung“ als ausführliches Beiheft 1 zur Schriftenreihe fertiggestellt und veröffentlicht worden. 

Michael Robrecht

Der Naturkundliche Verein Egge Weser (NEW), die Landschaftsstation im Kreis Höxter und der Fachbereich Landschaftsarchitektur der Technischen Hochschule OWL haben über ein Jahrzehnt die Welt der Falter im Kreis Höxter erforscht und dokumentiert. Allein dieses Bild aus dem Buch dokumentiert die Schönheit und Artenvielfalt der Schmetterlingspopulationen im Kreis Höxter. Foto: NEW

Der nun erschienene Schmetterlings-Atlas soll neben der Vermittlung naturkundlich-wissenschaftlichen Wissens einen Beitrag leisten, das Augenmerk der Bevölkerung im Kreis Höxter auf die Insekten, und hier insbesondere auf die Schmetterlinge, zu lenken. Er soll zum einen das Bewusstsein wecken, wie wichtig der Schutz der Lebensräume dieser farbenprächtigen und faszinierenden Insekten, stellvertretend für die gesamten Lebensgemeinschaften von Pflanzen und Tieren, ist, so die Autoren. Zum anderen gibt er Anregungen und Hinweise zum Schutz der Falter und ihrer Lebensräume – sei es in Wald und Flur, im öffentlichen Grün oder im eigenen Garten. „Der Atlas richtet sich deshalb nicht nur an das wissenschaftlich orientierte Fachpublikum, sondern will durch die reichhaltige Bebilderung und kurze anschauliche Texte die Vielfalt der Schmetterlinge einem weiteren Kreis in der Bevölkerung nahebringen“, erläuterte Dr. Burkhard Beinlich die Zehnjahresarbeit.

Wesentliche Initiatoren dieses umfassenden Projektes sind der Naturkundliche Verein Egge Weser (NEW), die Landschaftsstation im Kreis Höxter und der Fachbereich Landschaftsarchitektur der Technischen Hochschule OWL. Während eines Pressegesprächs auf dem Gelände des Bielenberg-Projektes in Höxter hat Dr. Beinlich (Leiter des Landschaftsstation Kreis Höxter) zusammen mit Vertretern des Naturkundlichen Vereins Egge-Weser und der Technischen Hochschule Höxter (Fachbereich Landschaftsarchitektur) das 300-Seiten-Buch „Tagfalter und Widderchen im Kreis Höxter und Umgebung“ jetzt vorgestellt. Erworben werden könne das Werk mit fachkundigen Texten und vielen Fotos beim NEW oder bei der Landschaftsstation im Kreis Höxter.  Die Menschen im Kreis sollen laut NEW an das Thema Schmetterlinge allgemeinverständlich herangeführt werden.

Prof. Ulrich Riedl von der TH OWL sagte, dass die Faszination der bunten „Gaukler der Lüfte“ und ihre geheimnisvolle Metamorphose aus einer unscheinbaren Raupe und Puppe auffällig viele Naturfreunde anspreche. Und nicht selten führe der anrührende ästhetische Impuls der Schmetterlinge bei jungen Leuten in ein Studium und in den Beruf. Tagfalter seien in allen Semestern des Landschaftsarchitekturstudiums Gegenstand der Lehre. Seit den 80er Jahren seien wichtige Impulse zur Erforschung und zum Schutz der Falter von der Hochschule in Höxter ausgegangen. Aus dem Kreis der Studierenden, so Prof. Riedl, seien namhafte Tagfalterexperten hervorgegangen, die in ganz Deutschland tätig seien.

Im Atlas über die Tagfalter steckt viel Wissen aus Forschung und Beobachtungen im Kreis Höxter. Im Buch werden Dutzende Namen aufgeführt, die sich mit Hintergrundbeiträgen über die Schmetterlinge verewigt haben. Auch Karten und Grafiken zieren neben hervorragenden Fotos dieses ansprechende Buch.

Besonders erinnert wird an den „Vater des Naturschutzes“ im Kreis Höxter, Studiendirektor Kurt Preywisch (1917-1997). Er hatte die naturkundlichen Forschungen, auch über Tagfalter, ab 1950 maßgeblich vorangebracht und wurde zudem Gründer von Naturschutzgebieten im Kreis. Der KWG-Lehrer hat auch über die Natur geschrieben. Grundlagen der naturkundlichen Forschung sind mit dem Namen Preywisch verbunden.

Einer der erfolgreichen deutschen Umweltpolitiker, Bundesumweltminister a.D. Prof. Klaus Töpfer, war Preywisch-Schüler am KWG und erinnert immer wieder daran, dass der Biologe ihn an die Themen Umwelt, Naturschutz und Nachhaltigkeit erst herangeführt habe.

Kontakte für Buchbestellung: Tel. 05643-948800 (Landschaftsstation) oder e-mail an info@landschaftsstation.de

und Telefon 05271/6999009 (NEW), e-mail new-beinlich@we.de

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