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Bad Driburg zahlt jährlich 1,56 Millionen Euro an den Gräflichen Park

Kurparkstreit ist Geschichte

Bad Driburg

Nach intensiven Verhandlungen und Kompromissen auf beiden Seiten konnte zwischen der Stadt Bad Driburg und dem Gräflichen Park ein neuer Heilbadvertrag zur öffentlichen Nutzung des Gräflichen Parks als Kurpark und der prädikatisierten Heilmittel ausgehandelt werden.

Reinhold Budde

Volker Schwartz, Geschäftsführer des Gräflicher Park Health & Balance Resort, Detlef Gehle, zweiter stellvertretener Bürgermeister, Marcus Graf von Oeynhausen-Sierstorpff, Bürgermeister Burkhard Deppe, Beigeordneter Michael Scholle und Christa Heinemann, erste stellvertretende Bürgermeisterin, nach der Vertragsunterzeichnung. Foto: Reinhold Budde

Rechtzeitig vor dem Ablauf des Interimsvereinbarung am 31. März zwischen der Stadt Bad Driburg und dem Gräflichen Park ist am Dienstag, 30. März, ein neuer Heilbadvertrag von beiden Seiten unterzeichnet worden. 130.000 Euro im Monat und somit 1,56 Millionen Euro im Jahr zahlt die Stadt für die öffentliche Nutzung. Der Stadtrat hat am Montag den Vertrag in Mehrheit abgesegnet. Damit gehen monatelange Verhandlungen zu Ende – zur Zufriedenheit beider Parteien. Wäre kein Vertrag geschlossen worden, wäre der Gräfliche Park am 1. April für die Öffentlichkeit geschlossen worden. Zusätzlich zu den 1,56 Millionen Euro zahlt die Stadt jährlich 300.000 Euro als Investitionskostenzuschuss, denn im einzig in privater Hand befindlichen Kurpark in Deutschland gibt es jedes Jahr weit mehr als 300.000 Euro zu investieren.

Der Vertrag ist ein „dynamischer“ Zukunftsvertrag über 15 Jahre, der so angelegt ist, dass der Betrag in Zukunft sinkt – bis nach zwei Jahren eine festgelegte Indexierung wirksam wird. Der Beigeordnete der Stadt Bad Driburg, Michael Scholle, hat mit dem Geschäftsführer des Gräflicher Park Health & Balance Resort über Monate den Vertrag so ausgehandelt, dass er für beide Seiten zufriedenstellend ist. Ursprünglich forderte Parkinhaber Marcus Graf von Oeynhausen-Sierstorpff knapp zwei Millionen Euro von der Stadt – jährlich. Das war der Stadt Bad Driburg zuviel. Sie bot 1,4 Millionen an, den Ertrag aus den Kurbeiträgen. Hart geführte Auseinandersetzungen zwischen Bürgermeister Deppe und Graf von Oeynhausen-Sierstorpff brachten keine Einigung und die Uhr zeigte „kurz vor zwölf“.

„Im Fall einer ausgebliebenen Einigung hätte der beinahe 240 Jahre alte Park mit historischem Baumbestand und Kurpark von Bad Driburg für immer geschlossen werden müssen. Mit dem neuen Vertrag konnten die vielen Arbeitsplätze der Mitarbeiter des Gräflichen Parks gesichert werden“, sagte Marcus Graf von Oeynhausen-Sierstorpff.

Seit 240 Jahren arbeitet die Stadt Bad Driburg mit dem Gräflichen Park zusammen und Bürgermeister Burkhard Deppe sprach vor Vertragsunterzeichnung von einem „historischen Moment“, denn das neue Vertragswerk böte nun einen wesentlichen Baustein für eine nachhaltige Stadtentwicklung von Bad Driburg als Gesundheits- und Tourismusstandort. „Der Park ist eine Hauptattraktion über die Stadtgrenze hinaus mit überregionaler Bedeutung. Aber nicht nur für den Tourismus und das Stadtmarketing haben der Park und das Gebäudeensemble eine überragende Bedeutung. Diese gilt ebenso für die Gastronomie, den Handel sowie die gesundheits- und Immobilienwirtschaft in Bad Driburg“, sagte Bürgermeister Deppe.

Im Unterschied zu den alten Verträgen öffnet der neue Dienstleistungsvertrag die Möglichkeit gemeinsamer und abgestimmter Investitionen, an denen sich auch die Stadt Bad Driburg beteiligen wird. Dazu zählen im Vorfeld vereinbarte Strategiegespräche und Ortstermine.

„Der Park ist denkmalgeschützt, und es ist finanziell ein sehr großer Aufwand, den Park zu erhalten, zu pflegen. Dazu zählen auch auch die alten Gebäude “, erklärte Marcus Graf von Oeynhausen-Sierstorpff. Der neue Vertrag tritt am 1. April in Kraft. Und als sichtbares Zeichen werden die Bauzäune um den Park, die Graf von Oeynhausen-Sierstorpff hat aufstellen lassen, bis Ostern verschwinden, verspricht Graf von Oeynhausen-Sierstorpff.

„Wir werden gut zusammenarbeiten“, sagte Bürgermeister Burkhard Deppe und richtete seinen Blick auf den Grafen.

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