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Finale im Gräflichen Park in Bad Driburg: Promi-Jury ermittelt GQ-Gentleman des Jahres

»Letzter Bulle« gibt Schauspielunterricht

Bad Driburg (WB). Sean Connery als James Bond ist für ihn der Prototyp eines Gentleman: »Er hat Klasse, Stil, Eloquenz und Sex-Appeal«, sagt Massimo Sinató, Profitänzer bei »Let’s dance« und aus Sicht der Damenwelt auch selbst nicht zu knapp mit gewinnenden Gentleman-Qualitäten gesegnet.

Sabine Robrecht

Die Kandidaten müssen aus dem Stegreif ihr Schauspieltalent unter Beweis stellen. Henning Baum (links) und Massimo Sinató fühlen sich bestens unterhalten. Baum schaut nicht nur zu, sondern gibt ganz nebenbei auch etwas Schauspielunterricht Foto: Sabine Robrecht

Im Gräflichen Park in Bad Driburg gehörte der attraktive Halbitaliener zur prominent besetzten Jury, die zwei Tage lang den GQ-Gentleman des Jahres ermittelte. Zehn Finalisten traten zu anspruchsvollen Prüfungen an. Gut auszusehen genügt nämlich nicht, um Gentleman zu sein. Intelligenz, Teamfähigkeit, Spontaneität, Souveränität im Umgang mit unerwarteten Herausforderungen und bei all dem – nicht zu vergessen – die Authentizität: So stellt sich die Jury den vornehmen Herrn des 21. Jahrhunderts vor.

Kein Gentleman ist wie der andere

Dass ein Gentleman nicht ein und der selbe Typus Mann ist, zeigte der Blick auf die zehn weit gereisten Kandidaten. Jeder ein anderer Charakter – genau wie die Promis in der Jury. Ein Henning Baum ist weder mit Massimo Sinató, noch mit dem angesagten Youtube-Star Sami Slimani oder dem smarten Ministerpräsidenten-Sohn Johannes Laschet zu vergleichen.

Vom Kandidaten zum Juror

Letzterer war nicht zum ersten Mal beim Event des Münchener Männer-Stilmagazins GQ in Bad Driburg: »Vor zwei Jahren kam ich als Kandidat aufgeregt in dieses Wochenende. Jetzt – als Juror – ist es spannend zu sehen, wie die Finalisten agieren«, sagt der 28-Jährige am Rande einer Prüfung. Die Finalteilnahme 2015 habe ihn inspiriert, seinen Insta­gram-Blog auszubauen.

Alle zwei bis drei Tage postet »Joe Laschet«, so sein Name auf der Internet-Plattform, regelmäßig Neuigkeiten. Der klassischen Herrenmode bleibt der Rheinländer treu. Und den prominenten Vater berät er hier und da beim Anzugkauf. Eine Stilberatung benötige Armin Laschet für seine neue Rolle als Ministerpräsident jedoch nicht, attestiert ihm der Sohn.

Profi-Tänzer coacht Finalisten und Jury

Von seinem Vater erzählt auch Massimo Sinató im Gespräch mit dieser Zeitung: Er habe ihn damals, als er nicht wie andere Jungs Fußball spielen, sondern lieber tanzen wollte, immer unterstützt. In der RTL-Show »Let’s dance« begeistert Massimo Sinató seit 2010 ein Millionenpublikum. Und beim Gentleman-Finale coacht er auf der Terrasse des Leonardo-Glass-Cubes in Herste die Kandidaten samt Jury. »Dieser Hüftschwung ist atemberaubend«, schwärmen die Damen des GQ-Teams.

Bei »Let’s dance« sind einige Damen in den Genuss gekommen, mit ihm zu tanzen. »Bei nur einer hat aber der Blitz eingeschlagen.« Das war 2012 bei dem Model Rebecca Mir. Sie ist seit zwei Jahren Massimos Frau.

Mit Rebecca möchte er alt werden

Mit ihr möchte er alt werden, schwärmt der 36-Jährige in Bad Driburg. Und er lässt seine Gedanken schweifen: »Wenn ich mit 85 auf meiner Finca sitze, beim Glas Wein mit Rebecca ein kleines Tänzchen machen und meinen Enkeln das Tanzen beibringen kann, dann wäre das wunderschön.«

Mit seinem Jury-Kollegen Henning Baum hat Massimo Sinató die Präsenz auf dem Fernsehschirm gemeinsam. Darauf kommt Edith Schulte, Gast im Gräflichen Park Grand Resort, begeistert zu sprechen, als sie dem Schauspieler (»Der letzte Bulle«) im Platanenhof des Hotels begegnet. Gern gibt er ihr ein Autogramm für Enkelin Sarah – mit einem herzlichen »Glück auf!«.

Innere Großzügigkeit noch ausbaufähig

Den Kandidaten gibt Baum bei den Prüfungen nebenbei locker Schauspielunterricht. Ein Gentleman muss aus seiner Sicht dem Menschen zugewandt sein. Geistiger Esprit ist genau so wichtig. »Ich selbst arbeite noch daran, ein Gentleman zu sein«, gibt der 44-Jährige sich selbstkritisch. Bei der inneren Großzügigkeit, sagt er, sei noch Luft nach oben.

GQ-Chefredakteur Tom Junkersdorf

An menschlicher Zugewandtheit hapert es bei Baum aber nicht, wie Hotel-Besucherin Edith Schulte am eigenen Leib erfährt. Der stattliche Mime – ein echter Kerl, der boxt und Motorrad fährt –, begegnet ihr leutselig, charmant und authentisch. Gentleman-like also. Den Gräflichen Park bezeichnet Baum als »elegant«.

Das Anwesen hat für das Gentleman-Finale ein Dauer-Abo. Zum wiederholten Mal war es Schauplatz des Finales. »Wir kommen wieder«, kündigt GQ-Chefredakteur Tom Junkersdorf an. »Wenn dieser Ort vor den Toren von Florenz liegen würde, wäre er ein Welt-Hotspot.«

Ein Interview mit Youtube-Star Sami Slimani lesen Sie am Wochenende, 1. und 2. Juli, in den Lokalausgaben im Kreis Höxter.

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