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Finanzminister Lutz Lienenkämper kommt nach Bad Driburg

Lösung für Klinik in Sicht?

Bad Driburg (WB). Lichtet sich der Nebel hinsichtlich der künftigen Nutzung der Eggelandklinik schon bald? Aufschlussreiche Gespräche in der Angelegenheit will Bürgermeister Burkhard Deppe am Montag, 2. Oktober, mit Landesfinanzminister Lutz Lienenkämper (CDU) führen.

Jürgen Köster

Der Nebel hinsichtlich der ungeklärten Zukunft der Klinik könnte sich schon bald lichten. Foto: Jürgen Köster

Das 55.000 Quadratmeter große Areal mit der ehemaligen Eggelandklinik ist schon lange das größte Sorgenkind der Stadtväter. Matthias Goeken (MdL) hatte diese Botschaft von seinem Antrittsbesuch bei der Stadt nach den Landtagswahlen mit nach Düsseldorf genommen.

Offenbar scheinen seine Bemühungen um eine Lösung des Problems zu fruchten. »Wir hoffen, dass wir einen Schritt weiterkommen und es Verhandlungen mit dem Land geben wird«, sagte Baudezernent Martin Kölczer auf Anfrage. Bürgermeister Deppe hatte den Besuch des 48-jährigen CDU-Politikers Lienenkemper im Rat der Stadt angekündigt.

Zehn Jahre lang hatte man auf Seiten der Stadt auf eine private Projektentwicklung gehofft, aber dazu war es nie gekommen. »Für Bad Driburg ist das Grundstück ein Entwicklungsschwerpunkt der kommenden Jahre«, hatte Deppe gegenüber Goeken betont.

»Sondergebiet Klinik«

Er zeigte sich überzeugt, dass die Stadt das Grundstück viel besser vermarkten könne als der Liegenschaftsbetrieb des Landes. Weil der Bereich bebauungsrechtlich als »Sondergebiet Klinik« ausgewiesen ist, könne eine Nutzung nur in enger Zusammenarbeit mit der Stadt erfolgen, ist Deppe überzeugt.

Ideen für eine künftige Nutzung gebe es bei der Verwaltung in ausreichendem Maße, sagte Baudezernent Kölczer. Weil die Fläche als Sanatoriumsgelände ausgewiesen sei, werde ein Änderungs- und Genehmigungsverfahren erforderlich. Auch das spreche dafür, dass die Stadt ins Boot geholt werde.

»Wir müssen auch gut aufpassen, was mit dem Gelände passiert, denn dieses ist aus Sicht der Stadtentwicklung ein entscheidender Faktor für künftige Generationen, die hier leben«, sagte Kölczer.

Chance auf eine städtebaulich wünschenswerte Mischung

Das Grundstück in zentraler Lage ist für ihn ebenfalls von entscheidender Bedeutung hinsichtlich des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK), das für das Quartier Bad Driburg-Südost aufgestellt werden soll. Dies hat der Stadtrat ebenso wieder Bauausschuss einstimmig beschlossen.

Als Gebiet umriss Kölczer den gesamten südöstlichen Teil der Kernstadt. Begrenzt wird dieser durch die Dringenberger Straße, den Konrad-Adenauer-Ring, die Lange Straße, die Brakeler Straße und die Bundesstraße 64.

Es handelt sich um ein etwa ein Quadratkilometer großes Gebiet mit circa 3100 Einwohnern, also mit einer für den ländlichen Raum sehr hohen Bevölkerungsdichte, wie der Baudezernent meinte.

Das Quartier weise unterschiedliche Bebauungstypen auf, vom Einfamilien- bis zum Wohnhochhaus sei hier alles vertreten. Dies biete die Chance auf eine städtebaulich wünschenswerte Mischung unterschiedlicher sozialer Milieus. Es gebe einen hohen Anteil von Mietwohnungen und wenige private Freiflächen.

Städtebauliche Missstände

Dass es gerade in diesem Quartier keine ausreichenden Frei-, Spiel- und Begegnungsflächen gebe, sei ein besonderes Problem. Kölczer zeigte zudem zahlreiche so genannte Städtebauliche Missstände im Sinne des Baugesetzbuches auf. Er nannte unter anderem Leerstände bei Gewerbeimmobilien wie etwa bei der ehemaligen Post in der Mühlenstraße. Leerstände gebe es auch bei Wohnimmobilien im Geschosswohnungsbau wie am Sulburgring.

Zudem hatte er gestalterische und energetische Mängel bei privaten und öffentlichen Gebäuden ausgemacht.

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