Erzbistum hat schon eine Million Seiten aus Kirchenbüchern archiviert – Viel Material aus dem Warburger Land

Online-Archiv reicht bis 1281 zurück

Warburg (WB/vah)

Das Erzbistum Paderborn stellt allen Interessierten mittlerweile mehr als eine Million aus Kirchenbüchern digitalisierte Seiten für die Online-Recherche zur Verfügung. Ein großer Teil des Materials stammt aus Kirchenbüchern des Kreises Höxter, hier vornehmlich aus dem Altkreis Warburg.

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Auf der Internetseite der Plattform Matricula werden die Kirchenbücher nach Kirchengemeinde, Alter und Inhalt sortiert zur Recherche angeboten. Taufen, Trauungen, andere Notizen auf den Seiten und die Umschläge, Sterbefälle, Firmungen, Erstkommunionen und andere Namensregister werden aufgelistet. Dabei reichen die Unterlagen beispielsweise bei der Warburger Altstadtgemeinde zurück bis ins Jahr 1281. Die Kirchenbücher der Warburger Neustadtgemeinde beginnen 1623. Ohnehin gibt es nur wenige Kirchen, deren Unterlagen älter als 400 Jahre sind. Leicht zu lesen sind die Materialien auch nicht. Sowohl die von den Pfarrern in vergangenen Jahrhunderten verwendete Schrift wie auch die Sprache (oft nur in Latein) ist etwas für Experten.

Dennoch: Mussten Familienforscher bisher das Erzbistumsarchiv besuchen, um Kirchenbücher aus den Kirchengemeinden zu sichten und auszuwerten, ist es jetzt digital möglich, tief in eine Familiengeschichte einzutauchen. Das sei in der aktuellen Zeit der Corona-Pandemie eine große Erleichterung, erklärt Julia Hennig vom Erzbistumsarchiv: „Forscher können kostenlos online recherchieren und sparen die Anreise nach Paderborn. Die Archivmitarbeiter können unterstützen und auch Anfragen aus dem europäischen Ausland, den USA und aus Australien leicht bearbeiten.“

Seit 2015 läuft im Erzbistum das Digitalisierungsprojekt der Kirchenbücher, und die Seiten werden seit 2018 kontinuierlich auf der Plattform Matricula (https://data.matricula-online.eu/de/deutschland/paderborn/) bereitgestellt. Jeden Freitag werden weitere Seiten veröffentlicht, informiert der kommissarische Leiter des Erzbistumsarchivs, Michael Streit.

Die neu eingestellten Kirchenbuchseiten werden auf der Startseite von Matricula in einer Nachricht angekündigt. Im Januar 2021 wurden dort die letzten Scans der Kirchenbücher der Pfarreien aus dem Dekanat Hochsauerland-Mitte mit den Kommunen Meschede, Bestwig, Schmallenberg und Eslohe veröffentlicht. Aktuell werden die Kirchenbücher der Pfarreien im Dekanat Südsauerland (Attendorn, Drolshagen, Lennestadt und Olpe) sowie den politischen Gemeinden Finnentrop, Kirchhundem und Wenden digitalisiert.

„Mittlerweile haben wir bereits die Hälfte der Kirchenbücher digitalisiert. Von mehr als 250 Pfarreien können die Kirchenbücher online recherchiert werden“, betont Julia Hennig. Die Geschäftsführerin des Projekts Kirchenbuchdigitalisierung erläutert, dass die Online-Publikation entsprechend der archivarischen Schutzfristen geschieht und keine Daten von noch lebenden Personen veröffentlicht werden. Die Kirchenbücher von sehr jungen Pfarreien seien noch komplett für die Online-Veröffentlichung gesperrt und andere Kirchenbücher würden nur teilweise bis zur Schutzfrist veröffentlicht. „Bis zum Projektende im Jahr 2023 möchten wir alle abgeschlossenen Kirchenbücher des Erzbistums digitalisiert und gemäß der Schutzfristen online verfügbar gemacht haben“, sagt Michael Streit.

„Durch das Digitalisierungsprojekt können Familienforscher zu jeder Zeit und weltweit von zu Hause aus nach ihren Vorfahren recherchieren, und das kostenlos“, stellt Julia Hennig heraus. Die Archivmitarbeiter seien ansprechbar bei Fragen zu noch nicht digitalisierten Kirchenbüchern. Und: „Die Digitalisierung dient auch der Erhaltung der Kirchenbücher, die eine besonders wertvolle Archivgattung für die kommenden Generationen sind“, berichtet Julia Hennig.

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