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Kirchengemeinde Gehrden legt das große Holzkreuz auf den Kirchplatz – Gläubige gehen am Karfreitag den Kreuzweg allein zur Katharinenkapelle

Statt Kreuztracht nur Karfreitagsliturgie vor der Kirche

Brakel/Gehrden

Zum zweiten Mal ist die traditionsreiche Kreuztracht von Gehrden wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden. Die Kirchengemeinde bot am Karfreitag Alternativen an.

Michael Robrecht

Das große Kreuz für die Kreuztracht liegt an diesem Karfreitag während der Liturgiefeier auf dem Kirchplatz. Hier spricht Pastor Detlef Stock ein Gebet. Foto: Michael Robrecht

Die Kirchengemeinde in Gehrden hatte sich entschlossen, einen alternativen Karfreitagsgottesdienst morgens auf dem Kirchplatz vor dem Eingang der Kirche zu feiern. Das Karfreitagskreuz, das normalerweise von Jesus und Simon den Berg hinaus getragen wird, stand im Mittelpunkt. Die Teilnehmer wurden registriert und es wurde gebeten, wie üblich Abstand zu halten und Masken zu tragen. Sitzmöglichkeiten waren vorhanden. Trotz kühler Wittterung waren einige Gläubige erschienen. Zur Kreuztracht kommen sonst Hunderte.

Von 9 Uhr an wurde der schmerzhafte Rosenkranz gebetet, um sich auf die Feier einzustimmen. Um 9.30 Uhr begann die Karfreitagsliturgie. Die Leidensgeschichte, eine Predigt, die zehn großen Fürbitten, die Kreuzverehrung und der Segen mit der Kreuzreliquie gehörten dazu. Da keine Prozession stattfinden kann, liegen des gesamten Karfreitag an der ersten Kreuzweg-Station am Katharinenberg Texte bereit, um privat den Kreuzweg hinauf zur Katharinenkapelle zu gehen. Das Karfreitagskreuz wird bis in den Samstagnachmittag hinein in der Kirche liegen, um zu beten oder eine Blume als Zeichen der Verehrung niederzulegen, kündigte Pastor Detlef Stock an.

Zahlreiche Gläubige kamen nach dem Gottesdienst, um in Stille in der mittelalterlichen Klosterkirche am Kreuz und am Original-Kreuzpartikel aus Jerusalem zu beten.

Kreuztracht: Was ist das?

Am Karfreitag gedenkt die Kirche des Todes Jesu und erwartet die Feier der Auferstehung. Zum Karfreitagsgeschehen im Erzbistum Paderborn gehören seit dem 17. Jahrhundert die so genannten großen Kreuztrachten. Anonym, in entsprechender Verkleidung oder Maskierung, tragen Jesus-Darsteller schwere Holzkreuze auf den Schultern. Auf diese Weise gedenken zahlreiche Gläubige der Passion Jesu Christi und seines Wegs durch Jerusalem, bevor er auf dem Berg Golgota gekreuzigt wurde. Folgende Orte in Westfalen kennen die Tradition der Kreuztracht: Bad Driburg-Pömbsen, Brakel-Gehrden, Delbrück, Menden, Sundern-Stockum, Wiedenbrück, Coesfeld, Hörstel-Bevergern.

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