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Kurparkbeleuchtung am Weihnachtswochenende abgeschaltet – Graf will Golfplatz wieder zu Ackerland machen

Stiller Protest gegen Bauzäune am Gräflichen Park in Bad Driburg

Bad Driburg (WB/thö)

In Bad Driburg regt sich Widerstand gegen die Einzäunung des Kurparks. „Mauern und Zäune haben noch nie Frieden gebracht“, steht auf einem Plakat, das am Weihnachtswochenende an dem Bauzaun befestigt worden war.

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Mit einem Protest-Schild wehren sich die Bad Driburger gegen die Pläne des Grafen, den Kurpark-Zugang von Anfang Januar an zu beschränken. Foto: privat

Damit sollen die Zuwegungen zum Gräflichen Park in Bad Driburg von Montag, 4. Januar, an größtenteils abgesperrt werden. Der Zugang soll laut Gräflicher Unternehmensgruppe dann nur über den Haupteingang möglich sein.

Leser berichteten am Weihnachtswochenende außerdem, dass Graf Marcus von Oeynhausen-Sierstorpff seine Ankündigung wahr gemacht hat und die Beleuchtung, die den Park abends in stimmungsvolles Licht taucht, weitgehend abgeschaltet hat. „Ein Vorgeschmack darauf, wie es sein wird, wenn der Kurpark einmal nicht mehr da ist“, hatte Geschäftsführer Volker Schwartz bereits am Mittwoch mitgeteilt.

Die Einzäunung ist ein Ausdruck des Protestes darüber, dass die Stadt Bad Driburg nicht bereit ist eine Summe nach Vorstellung des Grafen für die Bereitstellung des Kurparks zu zahlen. „Ich habe bereits ein Zugeständnis gemacht. Die bereits ermäßigte Erstattungssumme von 1,86 Millionen Euro ist für mich jedoch nicht weiter verhandelbar, zumal die Stadt diese Summe problemlos und ohne Belastung der Bürger inklusive eines Überschusses aufbringen könnte“, teilte der Graf mit. Er könne die Unterdeckung nicht mehr aus eigener Kraft stemmen.

Die Stadt Bad Driburg hatte einen Interimsvertrag, der die Kurparkfinanzierung bis zum Abschluss einer endgültigen Vereinbarung seit fast zwei Jahren regelt, zum 31. März kommenden Jahres gekündigt. Nach Angaben des Gräflichen Parks ist ein Gütetermin beim Landgericht Paderborn darum ohne Einigung zu Ende gegangen. Bürgermeister Burkhard Deppe kündigte an, das schon Anfang Januar weitere Gespräche geführt werden sollten.

Graf Marcus von Oeynhausen Sierstorpff zeigte in der Pressemitteilung auch die Folgen auf, sollte eine Vertragsunterzeichnung scheitern. „Zuwegungen, die bisher in einer stillen Übereinkunft zwischen der Stadt und der Gräflichen Familie unentgeltlich genutzt werden konnten, müssen kurzfristig geschlossen oder zurückgebaut werden. Dazu gehört auch der Bad Driburger Golfplatz, der zu Lasten des Clubs wieder einer landwirtschaftlichen Nutzung zugeführt werden muss, die dem regionalen Schwerpunkt entspricht“, heißt es dort. Auch sollten Investitionen an andere Standorte verlagert werden. Von einem Rückzug vom Standort ist die Rede.

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