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Winter-Spaziergang im Kreis Höxter in den Wäldern: Achtung – hier lauern eisige Gefahren

Vorsicht vor Schneebruch

Höxter

Die Wälder im Kreis Höxter sind tief verschneit. Von der Egge über die Forsten rund um Brakel oder Warburg bis zum Solling bei Höxter liegt zum Teil ein schwerer Schneeteppich auf den Baumkronen oder in Fichten.

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Im Solling sind Straßen und Parkplätze zum Teil wegen der Schneemassen Foto: Michael Robrecht

Unter der Last der festgefrorenen Schneemassen können Äste oder ganze Kronen brechen. Deshalb bitten viele heimische Forstbehörden alle Waldbesucher, die die Winterlandschaft zum Spazierengehen, Rodeln oder Skilaufen betreten wollen, zur Vorsicht. Spaziergänger sollten sich nicht unter verschneiten Kronen aufhalten und genügend Abstand zu Bäumen einhalten.

„Wir gehen hier im Kreis Höxter im Moment aber nicht soweit, dass wir die Wälder ganz sperren. Schwieriger wird das erst dann, wenn Nassschnee oder viel Eis in den Bäumen hängt und hinabstürzt“, sagte Roland Schockemöhle, Leiter des staatlichen Forstamtes Hochstift in Neuenheerse. Der Wind habe bereits einiges abgeschüttelt. Es gebe bei den Spaziergängern genügend gesunden Menschenverstand, dass die Leute sehen, wo Gefahren lauern. Gerade in der Corona-Pandemie nutzten die Bürger verstärkt Waldspaziergänge, um aus dem Haus zu kommen. Man habe die Forsten im Blick und spreche Warnungen aus, wenn Gefahr drohe. Die meisten Waldwege und nicht geräumte Parkplätze seien bei bis zu 50 Zentimeter Schnee und durch Verwehungen sowieso schwer befahrbar.

Die Niedersächsischen Landesforsten haben für den mehr als 500 Meter hohen Solling und den Harz Befürchtungen, dass unter der Last großer Schneemassen, die sich auf die Baumkronen legen und an ihnen festfrieren, einzelne Äste oder ganze Baumkronen unvermittelt abbrechen und herabstürzen.Es lauere die Schneebruch genannte Gefahr. Darüber hinaus hätten die Waldbäume drei Dürrejahre hinter sich, „die selbst augenscheinlich unversehrten Bäumen zugesetzt haben und sie haben instabil werden lassen“, warnt Dr. Klaus Merker, Präsident der Niedersächsischen Landesforsten. Wegen der für viele Regionen Niedersachsens unüblich hohen Schneemengen rät der Forstchef eher vom Waldbesuch ab: „So lange die Wetterlage anhält, ist es sicherer, für den Spaziergang eine Strecke außerhalb des Waldes auszuwählen.“ „Auf den Schnee haben wir lange gewartet, jetzt sind unsere Reviere winterlich verpackt. Deswegen Augen auf beim Besuch im Winterwald“, lautet der Appell von Förster Ralf Krüger.

Autofahrer sollten auf ihrer Fahrt durch Waldgebiete mit Schneebruchschäden rechnen und vorsichtig fahren. Auch die Waldeingänge dürften nicht zugeparkt werden, um Rettungskräfte, Forstfahrzeuge und die Holzabfuhr nicht zu blockieren, daran erinnern die Forstamtsleiter alle Gäste, die die Wälder der Landesforsten besuchen werden.

Gewarnt wird von heimischen Behörden auch vor dem Betreten von Baggerseen oder Freizeitseen im Wesertal: Das Eis könnte sehr brüchig sein.

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