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Erfolgreiche digitale Woche der Studien- und Berufswahl an der Gesamtschule Bad Driburg

„Wege entstehen beim Gehen“

Bad Driburg

Dass die Corona-Pandemie dazu beigetragen hat, dass Oberstufenschüler weniger Möglichkeiten haben, die Vielfalt an Berufen, Studien- und Ausbildungsgängen sowie Unternehmen kennenzulernen, können die Schüler der Q1 der Gesamtschule Bad Driburg nur bedingt bestätigen. Eine Woche lang konnten sie täglich an zuvor eigens ausgewählten digitalen Workshops teilnehmen, je nach Interesse und persönlichem Berufswunsch.

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Lehrer und Projektleiter Christian Scharf hat einen Workshop angeboten, der den Schülern hilft, die richtige Studienrichtung und Hochschule zu finden. Foto: Gesamtschule Bad Driburg

Die Bandbreite war dabei vielfältig: Angefangen von der Frage, wie man überhaupt feststellt, in welchem Berufsfeld man sich bewegen möchte, über die Vermittlung des Rüstzeugs für eine klassische Ausbildung oder eines dualen Studiums bis hin zu detaillierten Informationen wie das Meldeverfahren und die Zugangsbeschränkungen an Fachhochschulen und Universitäten sowie die Vergabe von Stipendien.

Den Aufschlag machte die Studienberatung der Universität Paderborn, die den Jugendlichen am häuslichen Bildschirm einen ersten Einblick in die Welt des Studiums gab und Fragen rund um das Studium beantwortete.

Für den Workshop von Maximilian Müller, Doktorand an der Universität in Berkeley, wurde für die Schüler der Kontakt in die USA hergestellt. Er führte mit dem Jahrgang standardisierte Tests durch, die auch in Karriereberatungenund Assessment-Center eingesetzt werden, um die eigenen Neigungen, Interessen und Anlagen besser kennenzulernen.

Stefanie Mönnekes von der Bundesagentur für Arbeit in Höxter war gleich doppelt im Einsatz: So unterstützte sie die Schüler in ihrem ersten Workshop bei der Suche und der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz, zum anderen informierte sie in ihrem zweiten Workshop über spezielle Fragen, wie auch den Antritt eines Auslandsstudiums oder die Gestaltung von Wartesemestern. „An meinen Workshops zu den Themen ‚Ausbildungsplatz finden, Bewerbungen schreiben, gelenktes Praktikum sowie N.C., Wartesemester, Auslandsstudium und Co.‘ nahmen 35 Schüler teil,“ sagt Stefanie Mönnekes.

Mit Thomas Göke von der Vereinigten Volksbank Brakel konnte ein Kooperationspartner der Schule gewonnen werden, der mit den Jugendlichen die zentrale Frage diskutierte, wie man seine Berufung findet und diese zum Beruf machen kann.

Tobias Wieneke bot als ebenfalls langjähriger Kooperationspartner der Schule und Geschäftsführer der hiesigen Firma Wieneke Anlagenbau und Verfahrenstechnik einen Workshop an, in dem es um das oft strittig diskutiere Thema eines kurvigen Lebenslaufs ging. Dass dies nicht nur Nachteile haben muss, sondern auch Chancen bietet, verdeutlichte Wieneke den Jugendlichen anschaulich und humorvoll.

Vanessa von Gross von der Zentralen Studienberatung an der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe gab den Oberstufenschülern mit ihrem Workshop „Studieren an einer FH“ einen breiten Einblick in das Studentendasein an einer Fachhochschule. „Machen Sie sich auf den Weg, denn Wege entstehen beim Gehen“, gab sie den digital anwesenden Jugendlichen einen gut gemeinten Rat mit auf den weiteren Weg.

Kerstin Wilinczyk, tätig bei Phoenix Contact, stellte mit dem Workshop „Duales Studium in der freien Wirtschaft“ nicht nur ein in Deutschland einzigartiges Ausbildungsmodell vor, sondern erklärte den Zuhörenden die damit verbundenen Möglichkeiten bei der international tätigen Firma. Sie bietet sieben Ausbildungsberufe an, die zugleich auch mit einem dualen Studium kombiniert werden können.

Darüber hinaus gaben Sarah Johanna Engling und Vera Birthe Bratengeier, Projektleiterinnen Berufliche Bildung der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld, den Schülern der Gesamtschule in dem Workshop „Duale Ausbildung finden, leben und nutzen“ Tipps und Informationen rund um die Duale Ausbildung.

Markus Simon, Personalbewerber von der Polizei Höxter, stellte die Vielfältigkeiten des Polizeiberufs vor und erläuterte den Jugendlichen Ausbildungsvoraussetzungen und Karrieremöglichkeiten eines dualen Studiums im öffentlichen Dienst und zeigte unterschiedliche Aufgabenfelder im Umfeld der Polizei auf.

Dass den Schülern mit dem Erwerb der allgemeinen Hochschulreife eine Palette von mehr als 20.000 Studienrichtungen an mehr als 400 Hochschulen alleine in Deutschland zur Auswahl stehen und mit welchen Strategien und Hilfsmitteln dabei ein Überblick gewahrt bleibt, erarbeiteten sich die Lernenden in dem angebotenen Workshop von Lehrer und Projektorganisator Christian Scharf.

Angereichert wurde die Woche der Studien-und Berufswahlorientierung mit eher schulspezifischen Themen und Fragestellungen von Kollegen der Gesamtschule. So ging es auch in dem Workshop von Spanisch- und Englischlehrerin Yasemin Kaymak um das Thema „Lernen lernen“.

Workshops zu Themen des Lernens in einzelnen Fachbereichen standen ebenfalls zur Auswahl. So bot Mathe- und Physiklehrer Dennis Rapmund ein Angebot für die Naturwissenschaften an, und Daniela Schiller beschäftigte sich mit der Klausur- und Abiturvorbereitung in den Geisteswissenschaften.

Nachmittags stellten sich die Schüler einen Onlinestundenplan für die Teilnahme am reichhaltigen Angebot von Live-Vorlesungen der Universität Paderborn zusammen, um so eine Woche jeweils in die Rolle eines Studierenden zu schlüpfen.

Was sagen die Lernenden selbst, die im Mittelpunkt standen? Für Noah Nolte ist klar: „Grundsätzlich hat mir die Woche der Studien und Berufsorientierung sehr gut gefallen und zahlreiche Einblicke in die unterschiedlichsten Richtungen gegeben. Dadurch hat es mir bei der Entscheidung für meinen weiteren Werdegang einige Denkanstöße und Anregungen gegeben.“

Und Lea Staat fügt hinzu: „Insgesamt fand ich die Woche sehr hilfreich und informativ. Ich habe in viele wichtige Sachen wie Studium und Berufswahl Einblicke erhalten. Nach den ganzen Seminaren habe ich einen neuen Blick auf verschiedene Fachbereiche gewonnen und denke nun über andere Optionen als vorher nach.“

In der Nachbereitung der Woche waren sich Referenten und Schüler einig: Es war wichtig für alle Beteiligten, digital zusammenzukommen und sich über den Studien- und Berufsweg auszutauschen.

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