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Langfristige Radonmessungen an Grundschule beginnen

Zwei Klassen sind umgezogen

Bad Driburg (WB). Auch wenn die Radon-Messungen keine beunruhigenden Werte ergeben haben: Zwei Klassen der Grundschule unter der Iburg sind aus den Häusern drei und vier in das Haus eins umgezogen.

Jürgen Köster

Zwei Klassen der Grundschule unter der Iburg sind aus den Häusern drei und vier in das Haus eins umgezogen. Das hat Schulleiterin Roswitha Roß bestätigt. Foto: Jürgen Köster

Das hat Schulleiterin Roswitha Roß bestätigt. Bei Kontrollmessungen zur Radonkonzentration in der Grundschule war festgestellt worden, dass in einigen Räumen der Referenzwert überschritten worden war, in einigen nicht.

Die Ergebnisse seien –bezogen auf den Referenzwert von 300 Bq, der kein Grenzwert sei – »auffällig«, aber nicht besorgniserregend, hatte Diplom-Biologin Petra Günther, Geschäftsführerin des Institutes für Umwelt-Analyse aus Bielefeld, erklärt. In vielen Räumen habe der gemessene Wert aber über dem »üblichen regionalen Niveau« gelegen. Eine abschließende Aussage sei jedoch nur bei einer Messung über zwölf Monate möglich. Diese soll nun im kommenden Monat beginnen, erklärte Schulamtsleiter Uwe Damer auf Anfrage. Nur eine langfristige Messung könne auch belastbare Ergebnisse bringen.

Ursachenforschung

Nach den Kontrollmessungen hatte die Stadt eine Hotline eingerichtet, bei der Eltern sich eingehend informieren konnten. Zuvor war der Sachverhalt bereits in einem Elternbrief dargestellt worden. Eine weitere Informationsveranstaltung gegen Ende des kommenden Monats soll auch letzte Detailfragen klären.

»Zunächst wird aber schon einmal eingehende Ursachenforschung betrieben«, sagte Damer. Dabei gehe es darum, mögliche Undichtigkeiten an der Gebäudehülle festzustellen. Risse im Mauerwerk oder im Boden, aber auch undichte Durchbrüche für Ver- und Entsorgungsleitungen kämen hier in Betracht. Eine Spezialfirma werde unter anderem mit Bodengassonden versuchen, hier neue Erkenntnisse zu gewinnen. »Wir nehmen die Angelegenheit sehr ernst«, versicherte Damer gegenüber dem WESTFALEN-BLATT.

Einige Eltern hatten sich über die Hotline direkt an die Diplom-Biologin Petra Günther gewandt. »Manche wünschten trotz der fachlich-naturwissenschaftlichen Hintergrundinformation, dass außer Lüften zurzeit keine weitere Maßnahme notwendig sei, einen Umzug einiger Klassen in ein anderes Gebäude«, sagte Roswitha Roß. »Um den Wünschen der Eltern zu entsprechen«, sei der Umzug bereits erfolgt.

Lüften der Klassenräume

Sie sei selbst Mutter, arbeite in den Räumen und sei für ihr Kollegium verantwortlich, das dort ebenfalls unterrichte, betonte R0ß. Zurzeit sehe es aber danach aus, dass außer dem Lüften der Klassenräume keine weiteren Maßnahmen erforderlich seien und dies sogar die im Moment wirksamste Möglichkeit sei, um den Radongehalt zu senken. In einigen Klassenräumen waren Werte von unter anderem 317, 421 und 376 Becquerel pro Kubikmeter (Bq/m3) Luft aufgetreten. Schon durch Lüften der Räume hätten diese auf 57, 41 beziehungsweise 204 Bq gesenkt werden können. Die Ergebnisse seien bezogen auf den Referenzwert von 300 Bq nicht besorgniserregend, hatte Petra Günther geurteilt.

Valide Werte

Von den langfristigen Messungen, die nun anstehen, erhofft sich Roswitha Roß valide Werte. »Alle Maßnahmen, die wir in Angriff nehmen, müssen auch nachhaltig sein«, betonte die Schulleiterin. Sie blickte dabei unter anderem auf die geplanten Umbauten des gesamten Schulkomplexes. Wenn erforderlich, könne man beispielsweise zu Veränderungen in der zeitlichen Abfolge kommen. Bei den Umbaumaßnahme werde es aber nicht nur darum gehen, dass die Gebäude dicht seien, sondern es seien auch Anforderungen an die Räume hinsichtlich aktueller pädagogischer Erfordernisse zu berücksichtigen.

Infoabend

Über alle Belange würden die Eltern bei dem Infoabend detailliert in Kenntnis gesetzt. Zudem werde sie als Schulleiterin während der Messungen kontinuierlich informieren. »Wenn sich herausstellen sollte, dass irgendwelche Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit von Kindern oder Lehrern erforderlich sind, werden diese ergriffen und auch von allen beteiligten Seiten absolut mitgetragen«, versicherte Roß.

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