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Pilotprojekt „Dorf.Gesundheit.Digital“ beginnt im September

Bad Driburger Dörfer richten Gesundheitskioske ein

Bad Driburg

Digitale Anwendungen sind im Gesundheits- und Pflegebereich nicht mehr wegzudenken. Das innovative Pilotprojekt „Dorf.Gesundheit.Digital“ (DGD) sorgt dafür, dass Menschen im Kreis Höxter ganz früh dabei sind, wenn das digitale Zeitalter eingeläutet wird. „Das geht jeden von uns an, egal ob bei der Prävention oder der Therapie“, sagt Landrat Michael Stickeln.

Die Herster Pflegelotsen Sven Rehrmann (von links)  und Sylke Jahn sowie die Projektmanagerin Katja Peine (Mitarbeiterin des Kreises Höxter) vor dem Bürgerhaus, in dem bald der Gesundheitskiosk sein soll. Foto: Stadt Bad Driburg

 „Hier geht es nicht um die Glorifizierung von Technik, sondern um alltagstaugliche und niederschwellige Lösungen. Dazu gehören zum Beispiel Videosprechstunden mit Ärzten, Smart Watches, VR-Brillen, digitale Fitnessgeräte, eRezepte, Gesundheits- und Senioren-Apps sowie eine Mobilitätsanalyse per App zur Sturzprävention“, sagt Stickeln.

Drei Jahre lang ehrenamtlich digitale Anwendungen

Das Modellvorhaben, das der Kreis Höxter in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und der Volkshochschule Diemel-Egge-Weser an den Start brachte, bietet 30 Dorfgemeinschaften aus allen zehn Kommunen die Chance, drei Jahre lang ehrenamtlich digitale Anwendungen im Bereich von Gesundheit und Pflege zu erproben. Es knüpft an die bundesweit bekannten Digitalisierungsprojekte „Smart Country Side“ und „Dorf.Zukunft.Digital“ an und wird vom Bundesinnenministerium mit 600.000 Euro  gefördert.

Aus der Kommune Bad Driburg beteiligen sich besonders viele Dorfgemeinschaften am Projekt, nämlich Dringenberg, Herste, Neuenheerse und Pömbsen. In den Ortschaften soll ab September 2022 jeweils ein barrierefreier Gesundheitskiosk eingerichtet werden, der als zentrale Anlauf-, Informations- und Beratungsstelle für die Erprobung digitaler Gesundheits- und Pflegeangebote dient.

„Das ist keine Zukunftsmusik, sondern politischer Wille von Fachverbänden, Krankenkassen und der Politik. Die digitalen Gesundheits- und Pflegeangebote ergänzen das bestehende analoge Fürsorgeangebot“, erläutert Bürgermeister Burkhard Deppe den Megatrend E-Health. Es geht darum, die Daseinsfürsorge und Lebensqualität der Menschen im ländlichen Raum nachhaltig zu stärken.

Lotsen geben ihr Wissen an die Dorfgemeinschaft weiter

Unter dem Begriff digitale Gesundheits- und Pflegelotsen machen sich in Dringenberg, Herste, Neuenheerse und Pömbsen ehrenamtlich engagierte Bürgerinnen und Bürger auf den Weg, um in 60 Unterrichtseinheiten (davon viele flexible Online-Angebote) die Handhabung digitaler Anwendungen zu erlernen und mehr über den Megatrend E-Health und die Telemedizin zu erfahren. Die Lotsen wirken als Multiplikatoren und geben ihr Wissen an die Dorfgemeinschaft weiter.

„Meine Bewunderung gilt den Menschen, die Zeit und Energie einsetzen, um andere Menschen zu unterstützen. Ein Ehrenamt erfordert Zeit und Kraft, Ausdauer und Zuverlässigkeit. Doch durch Menschen, die sich für andere einsetzen, wird unsere Gesellschaft lebenswerter und wärmer“, sagt Michael Scholle, 1. Beigeordneter der Stadt. Bürgermeister Burkhard Deppe und Michael Scholle wünschen den Teams viel Erfolg und danken für den Einsatz.

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