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Frau aus Brakel verliert hohen fünfstelligen Betrag

Betrüger schlagen im Kreis Höxter wieder am Telefon zu

Kreis Höxter

Mit unterschiedlichen Betrugsmaschen sind in den vergangenen Tagen im Kreis Höxter Betrüger erfolgreich gewesen und haben Geld ergaunert. Einen hohen fünfstelligen Betrag hatte eine Brakelerin überwiesen. Ebenfalls dreist: Einer 77-Jährigen aus Höxter haben die Kriminellen am Telefon erzählt, dass ihre Tochter einen tödlichen Unfall verursacht habe.

Betrüger versuchen auch im Kreis Höxter immer wieder, sich per Mobiltelefon zu bereichern. Foto: Dennis Pape

Ein großer finanzieller Schaden ist für eine 60-Jährige aus Brakel bei einem Kapitalanlagebetrug entstanden. Sie war laut Polizei Mitte April 2022 im Internet auf eine Geldanlagemöglichkeit gestoßen. Per WhatsApp wurden eine Geldanlage im niedrigen vierstelligen Bereich vereinbart und lukrative Gewinnversprechen gemacht, die im Laufe der folgenden Wochen jedoch nicht eingehalten wurden. Stattdessen wurden weitere Zahlungen wie Steuervorauszahlungen eingefordert. „Die Brakelerin überwies insgesamt eine Summe im hohen fünfstelligen Bereich auf mehrere Konten. Als die Frau ihre Gewinnversprechen zurückforderte, sollte sie erneut 8000 Euro überweisen. Als dann Zweifel aufkamen und die Frau Rückbuchungen bei der Bank durchführen lassen wollte, machte sie ein Bankberater auf einen möglichen Betrug aufmerksam“, berichtet Polizeisprecherin Ramona Ellebrecht.

„Eine 77-Jährige aus Höxter wurde am vergangenen Freitag auf ihrem Festnetzanschluss von einer Frau angerufen, die sich als Polizeibeamtin ausgab und erklärt hatte, dass die Tochter einen tödlichen Unfall verursacht habe und aufgrund dessen stark suizidgefährdet sei“, erzählt Ellebrecht weiter. Nachdem die Handynummer der Seniorin erfragt wurde, meldete sich zusätzlich auf dem Handy ein angeblicher Psychologe, der einen dramatischen psychischen Zustand der Tochter schilderte. Die Seniorin telefonierte parallel auf Festnetz und per Handy mit den Betrügern, die massiven Druck auf die Frau ausübten, so dass sie sogar ihre Schmuckstücke aus Gold abwog, damit die Betrüger den Wert ermitteln konnten. Als die Telefonate abbrachen, bekamen die Seniorin und ihr Ehemann Zweifel und sie riefen die Tochter direkt an. Der Betrug wurde aufgedeckt, ein finanzieller Schaden war dem Ehepaar nicht entstanden, teilt die Polizei mit.

Hilfe bei der Polizei

Am vergangenen Dienstag und Mittwoch waren Betrüger außerdem im Bereich Nieheim aktiv. Sie kontaktierten eine 55-Jährige über WhatsApp, gaben sich als Tochter aus und versuchten so an die Summe von 2890,50 Euro zu gelangen. Das Geld sollte überwiesen werden, da angeblich das Online-Banking auf dem neuen Handy nicht funktionieren würde. Die Nieheimerin hegte Zweifel und die geforderte Summe wurde letztendlich nicht überwiesen.

Zum Glück verlesen

Eine 59-Jährige aus Bad Driburg wurde am Donnerstag mit derselben Masche kontaktiert. Die Frau wurde aufgefordert, 2865 Euro und 2166 Euro zu überweisen. Die Geschädigte tätigte aufgrund der dringenden Bitte tatsächlich zwei Überweisungen. Ellebrecht: „Ihr Glück war, dass sie sich verlesen hatte und „nur“ 28,65 Euro und 21,66 Euro an die unbekannten Gauner überwies.“

Die Kreispolizeibehörde Höxter rät dazu, niemals Geldüberweisungen an Unbekannte vorzunehmen. „Hinterfragen Sie Informationen, die Ihnen gegenüber getätigt werden und setzen Sie sich mit Ihren direkten Angehörigen in Verbindung. Bleiben Sie misstrauisch und geben Sie am Telefon keine persönlichen Informationen, zum Beispiel zu Wertgegenständen, preis“, heißt es. Weitere Informationen im Rahmen der Kriminalprävention erhalten Interessierte unter der Telefonnummer 05271/ 9621353.

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