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Kinder sind durch Bombensplitter im Steinberg in Wehrden zu Tode gekommen

Es geschah vor 75 Jahren

Beverungen-Wehrden (WB). Vor genau 75 Jahren – am 18. Oktober 1944 – sind die Kinder Linchen Schrick und Maria Götte durch Bombensplitter im Steinberg in Wehrden zu Tode gekommen. Die Brüder Dr. Franz Josef Götte und Dr. Albert Götte halten die Erinnerung an ihre Schwester in Ehren und gedenken ihrer auch am heutigen Jahrestag.

Die Gedenkstätte am Waldesrand des Steinberges in Wehrden erinnert an die beiden Kinder, die am 18. Oktober 1944 ihr Leben verloren haben. Foto:

In dem Buch »In jenen Tagen – Das Kriegsende 1945 zwischen Weser und Egge«, schildert der Autor, der frühere WESTFALEN-BLATT-Redakteur Hans Boelte, unter welch tragischen Umständen die beiden Kinder ihr Leben verloren. Er schreibt: »Bei einem Bombardement des Bahnhofs in Wehrden fielen einige Bomben am Steinberg in den Wald. Dort waren viele Kinder und Erwachsene, die Esskastanien sammelten. Von den Splittern dieser Bomben wurden die beiden neun Jahre alten Schulkinder Maria Götte und Linchen Schrick so schwer verletzt, dass Maria Götte am selben Tag im Krankenhaus zu Höxter und Linchen Schrick am nächsten Tag im Krankenhaus zu Beverungen verstarben.«

Die beiden Mädchen waren Freundinnen. Sie wohnten in unmittelbarer Nachbarschaft. Linchen Schrick war das einzige Kind ihrer Eltern. Eine heute noch lebende Freundin – sie wurde später Ordensschwester – berichtet: »Wir waren die Kommunionkinder des Jahrgangs 1944. Wir standen Spalier, als Linchen und Maria zu Grabe getragen wurden. Am Tag des Abschieds wollten meine Tränen nicht versiegen. Dieses Geschehen war für meine junge Seele zu viel.«

Eine Gedenkstätte befindet sich am Waldesrand des Steinberges, dort wo das Unglück geschah. Diese ist am Radweg von Höxter kommend vor der Schutzhütte rechts abbiegend. Die Inschrift der Gedenkstätte erinnert an Maria Götte und Linchen Schrick. Ihr Schicksal bewegt Vorbeigehende. Und auch die Bitte an Gott – »Lass uns Friedensboten sein!« – geht zu Herzen. Bis heute halten die Brüder Franz Josef Götte und Albert Götte die Gedenkstätte am Steinberg und das Grab ihrer Schwester auf dem Friedhof in Wehrden in Ehren.

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