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Wohnhaus in der Beverunger Innenstadt bei Feuer zerstört

Familie muss in Notunterkunft ziehen

Beverungen

Eine neunköpfige Familie hat bei einem Feuer in Beverungen am zweiten Weihnachtstag ihr Hab und Gut und ihr Zuhause verloren. Das Fachwerkhaus in der Mühlenstraße, in dem die Familie gewohnt hat, wurde durch Feuer und Löschwasser so stark beschädigt, dass es unbewohnbar ist und nach Einschätzung der Polizei vielleicht sogar abgerissen werden muss.

Alexandra Rüther und Ellen Waldeyer

Muzaffer Toprak ist Nachbar in der Mühlenstraße: „Wir haben gezittert, weil wir Angst hatten.“ Foto: Ellen Waldeyer

Die Polizei schätzt den Gesamtschaden vorsichtig auf 200.000 Euro. Es habe einen lauten Knall gegeben, beschreiben mehrere Nachbarn das abendliche Geschehen. Zuerst hätten sie dabei an Silvesterböller gedacht, die gezündet worden seien. Erst als sie aus dem Fenster gesehen hätten, hätten sie die wahre Ursache entdeckt.

„Unsere Nachbarin ist aus ihrem Haus gelaufen und hat gerufen, wir sollten die Feuerwehr rufen“, erinnert sich Muzaffer Toprak, einer der Mühlenstraßen-Anwohner. „Wir haben unser Haus dann möglichst schnell verlassen, wir waren völlig erschrocken“, erzählt er weiter. Nicht einmal eine Jacke hätten er und seine Frau mit in die Kälte genommen. In sicherer Entfernung warteten sie auf die Feuerwehr blickten dem brennenden Dachstuhl hilflos entgegen.

„Alles war voller Rauch. Der Wind hat die große Rauchwolke genau in unsere Richtung gepustet. Wir haben in dieser Nacht fürchterlich gezittert. Nicht nur weil es so kalt war, sondern auch weil wir Angst hatten“, sagt der Augenzeuge und ist erleichtert, dass keine Menschen zu Schaden gekommen sind. Die Kinder der neunköpfigen Familie seien teilweise noch im Kleinkindalter, wissen die Nachbarn.

Auto wird beschädigt

Nach Angaben der Polizei befand sich die Familie zum Zeitpunkt des Brands im Haus. Verletzt wurde aber niemand, da die Feuerwehr rechtzeitig alle Beteiligten in Sicherheit bringen konnte. Die Familie wurde noch in der Nacht vom Ordnungsamt in eine Notunterkunft gebracht.

Die Ermittler haben die Brandstelle abgesperrt. Foto: Ellen Waldeyer

Aufgrund der engen Bebauung in der Mühlenstraße wurden auch die direkt angrenzenden Nachbarhäuser in Mitleidenschaft gezogen. Das rechte Nachbarhaus wurde bei dem Brand und den anschließenden Löscharbeiten so stark beschädigt, dass die Bewohnerin dieses in den nächsten Tagen ebenfalls nicht bewohnen kann. Sie ist bei Angehörigen untergekommen. Die übrigen Bewohner der Häuser im direkten Umfeld des Feuers konnten teilweise erst am späten Abend in ihre Häuser zurückkehren. Neben den beiden Wohnhäusern zog das Feuer auch einen Verschlag in Mitleidenschaft, in dem ein Auto geparkt war. Das Fahrzeug wurde komplett beschädigt.

Am Morgen nach dem Feuer in Beverungen. Foto: Ellen Waldeyer

Ursache noch unklar

Die Feuerwehr wurde gegen 21 Uhr alarmiert. Gut eineinhalb Stunden später hatte sie die Flammen weitgehend gelöscht. Allerdings flammten Glutnester auch wegen des starken Windes immer wieder auf, sodass die Einsatzkräfte auch am Sonntagvormittag noch einmal zu Nachlöscharbeiten kommen mussten. Am Samstagabend waren die Feuerwehren der Städte Beverungen und Höxter, sowie der Gemeinden Lauenförde und Meinbrexen aus dem niedersächsischen Kreis Holzminden im Beverunger Zentrum ausgerückt, insgesamt mehr als 100 Mann. Wie Beverungens Wehrführer Stefan Nostitz berichtete, wurde ein Feuerwehrmann wurde bei dem Einsatz leicht verletzt. Eine 42-jährige Hausbewohnerin erlitt nach Polizeiangaben einen Schwächeanfall und musste von Notfallsanitätern behandelt werden.

Die Feuerwehr musste zu Nachlöscharbeiten noch einmal am Sonntag ausrücken. Foto: Ellen Waldeyer

Warum das Feuer ausbrach, ist bisher noch unklar. Brandexperten der Kriminalpolizei haben die Ermittlungen aufgenommen.

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