1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Beverungen
  6. >
  7. Grimm rückt Schlüssel freiwillig raus

  8. >

Närrische Frauen übernehmen das Regiment im Beverunger Rathaus – mit Video

Grimm rückt Schlüssel freiwillig raus

Beverungen (WB). Weil er weiß, dass er keine Chance hat, hat Bürgermeister Hubertus Grimm am Donnerstag schnell kapituliert und den Rathausschlüssel abgegeben. Paula Jochheim, Präsidentin der Alten Garde, hatte leichtes Spiel und die Frauen haben die Macht übernommen, da nützte es dem Rathauschef auch nichts, dass er als Al Capone ganovenhaft aussah.

Alexandra Rüther

Paula Jochheim, Präsidentin der Alten Garde, hat leichtes Spiel mit Bürgermeister Hubertus Grimm. Der rückt den Rathausschlüssel freiwillig raus, um zusammen mit den Damen im Rathaussaal ein paar feucht-fröhliche Stunden zu verbringen. Foto: Alexandra Rüther

Musik und kräftige Stimmen – das reicht den Frauen in Beverungen, um den Bürgermeister und sein Gefolge zu überzeugen, dass sie jetzt an der Reihe sind. Ganz in schwarz die einen und bunt kostümiert die anderen zogen die Damen durch die Stadt und schließlich ins Rathaus ein, wo sie a la bonheur bewirtet wurden.

Hubertus Grimm hatte ein schnelles Einsehen: »Ich bin heut’ nicht der Chef im Haus, mache das Licht nur an und aus«, übergab den Rathausschlüssel an Paula Jochheim, ließ sich zurückfallen und feierte einfach mit – zwischen Panzerknackerinnen, leichten Mädchen, lustigen Schweinchen und scharfen Chilis.

Zu feiern galt es einmal mehr die Worte des Till Eulenspiegel. Barbara Hartmann verbirgt sich seit Jahren unter der Narrenkappe und räumt gerne mal mit der großen und kleinen Politik auf. So waren weder Trump und Putin vor ihr sicher, noch die große alte CDU. Die Merkel sei ja schon fast fort und AKK habe nun das Wort. Wie sich aber der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete rührig mit einem Danke-Schild in der Hand von seiner scheidenden Vorsitzenden verabschiedet habe, das sei doch eher RTL-Niveau a la »Tutti Frutti«. Selbst der CVWB war vor Till Eulenspiegel nicht sicher. Zwar sei die Alte Garde mittlerweile eigentlich Teil des Carnevalvereins, eine Unterschrift fehle aber nach wie vor.

Und die neue Weserbrücke? »Die alte sieht irgendwie stabiler aus mit ihren Streben und Poppnieten, da hat die neue noch nicht viel zu bieten.« Dafür soll am Ende der Posttwete ein »Meetingpoint« entstehen. Von Skywalk-Ideen hätten sich die Planer ja wieder getrennt, »da hätten auch höchstens zwei auf einmal drauf gepasst«. Zum Schluss richtete der Till noch einen Gruß an die heimische Gastwirtschaft. »Fricke lässt über Karneval die Geschäfte ruh’n, so gehen wir alle ins Marley’s, zu Lollo oder Ludwig Kuhn.«

Startseite