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Brückenheiliger Nepomuk soll die Menschen in Beverungen begrüßen

Jetzt braucht es Geld

Beverungen (WB). Der Gang durch die politischen Gremien ist abgeschlossen, die Genehmigung von Straßen NRW liegt vor – Nepomuks Weg auf die neue Weserbrücke ist geebnet. »Jetzt werde ich Klinken putzen und potenzielle Geldgeber ansprechen«, sagte Initiator Rudolf Höcker gestern bei der abschließenden Vorstellung seines Vorhabens.

Alexandra Rüther

Nehmen Nepomuk in die Mitte (von links): Raimunde Weßler, Vorsitzende des Heimat- und Verkehrsvereins, Pfarrer Frank Schäffer, Initiator Rudolf Höcker und Carl-August Schübeler, Vorsitzender der Kyffhäuser-Kameradschaft. Foto: Alexandra Rüther

Er wolle zunächst eine breite Öffentlichkeit schaffen, um eine Identifikation mit dem Brückenheiligen möglich werden zu lassen. Für ihn steht die Johannes von Nepomuk-Skulptur sowohl im Kontext zur Stadtgeschichte Beverungens, als auch im optischen Kontext zur Umgebung und zur lokalen Verehrungsgeschichte.

Stadtgeschichte

Der Dreißigjährige Krieg (1619-1648) hat Beverungen nahezu vollständig zerstört. Ausgangspunkt des verheerenden Krieges war Prag. Prag war Wirkungs- und Sterbeort Nepomuks. Im Barock wurde Beverungen wieder aufgebaut (Rentmeisterhaus 1650, Rathaus 1660, Cordt-Holstein-Haus 1662) – das Zeitalter war gleichzeitig die Hochzeit der Verehrung des Brückenheiligen.

Verehrungsgeschichte

Im Neubau der barocken Stadtkirche 1689 fand Nepomuk einen Platz auf dem heutigen südlichen Seitenaltar. 1728 wurde ein Bildstock mit dem Brückenheiligen aufgestellt, 1782 erhielt die katholische Kirchengemeinde eine Nepomuk-Reliquie. Bis in die 1960er Jahre hinein gab es in Beverungen noch Nepomuk-Prozessionen.

Der Beverunger Nepomuk aus Wesersandstein wird 2,30 Meter hoch und soll auf einem 90 Zentimeter hohen Sockel stehen. Sein Blick wird nach Osten gerichtet sein, er wird also die Menschen aus Richtung Lauenförde kommend in Beverungen begrüßen. Er hält in der einen Hand ein Kreuz und in der anderen ein Brückenteil der Karlsbrücke in Prag. Für Rudolf Höcker war es wichtig, dass Beverungen eine klassische Nepomuk-Figur erhält und keine moderne. Denn sie solle spontan von jedem erkannt und verstanden werden. Umgesetzt wird die Figur von dem Bildhauer Raphael Strauch aus Willebadessen.

Unterstützung fand Rudolf Höcker bei der Kyffhäuser-Kameradschaft, die der Initiative mit einem Startkapital unter die Arme griff, beim Heimat- und Verkehrsverein, bei der Stadt und vor allem bei der katholischen Kirchengemeinde, die die Pflege beziehungsweise Unterhaltung der Statue übernehmen wird und in deren Besitz die Figur übergehen wird. »Wir haben das im Kirchenvorstand diskutiert und die Zustimmung war nicht ungeteilt, weil es Bedenken gab bezüglich einer Figur im öffentlichen Raum und eventuellen Beschädigungen«, erklärte Pfarrer Frank Schäffer.

Rudolf Höcker ist guter Dinge, dass er die benötigten gut 60.000 Euro im nächsten halben bis dreiviertel Jahr zusammen bekommt. »Das Geld ist da, es kommt jetzt auf die richtige Ansprache an.« Erfahrung hat er bereits in seiner Heimatstadt Mannheim gemacht. Auch dort ließ er eine Nepomuk-Figur aufstellen. Seit fast zwei Jahren wohnt Höcker in Beverungen. Kontakt: Telefon 05273/3686012, Email: nepomuk-beverungen@t-online.de. Interessenten können sich auch an das Pfarrbüro wenden.

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