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Riesenhubschrauber landet auf dem Flugplatz Höxter – Es gibt nur drei Maschinen in Europa

„Kaman K-Max“ beeindruckt durch seine enorme Größe

Höxter (WB)

So ein großer „Vogel“ ist selten auf dem kleinen Flugplatz Höxter gelandet: Ein „Kaman K-Max“ setzte majestätisch kurz vor Sonnenuntergang am Mittwochabend vor Tower und Hangar auf. Pilot Andreas Redolfi wurde von Uwe Horn (2. Vorsitzender Luftsport Höxter und Flugbetriebsleiter auf dem Räuschenberg) begrüßt. Von den K-Max-Heli fliegen in Europa nur drei Maschinen, eine davon stand nach dem Tankstopp über Nacht in Höxter. Am Donnerstagvormittag ist Pilot Redolfi weiter nach Liechtenstein geflogen..

Michael Robrecht

Pilot Andreas Redolfi hat seinen „Kaman K-Max“ vor den Flugzeughallen auf dem Flugplatz Höxter über Nacht abgestellt. An Donnerstagmorgen wollte er weiter fliegen. Das Riesenfluggerät zieht die Blicke von Luftsportfreunden wegen der enormen Größe immer auf sich. Foto: Michael Robrecht

„Am Mittwoch erhielt unser Flugplatz Höxter-Holzminden wieder einmal Besuch von einem Fluggerät der ganz besonderen Art. Auf dem Weg von einem Spezialeinsatz von Dänemark zurück in die Schweiz hat kurzfristig ein sehr großer Lastenhubschrauber neuester Bauart der Firma Rotex aus Liechtenstein auf dem Flugplatz einen Tankstopp eingelegt“, berichtete Markus Rheinländer (Luftsportverein Höxter) stolz.

Der Hubschraubertyp „Kaman K-Max“ sei speziell für den Transporteinsatz von außergewöhnlich großen Lasten in schwer zugänglichem Gelände konzipiert worden und verfüge über ein zulässiges Gesamtgewicht von mehr als fünf Tonnen. „Weltweit wurden von dem Typ insgesamt nur 55 Exemplare gebaut, lediglich drei davon werden aktuell in ganz Europa betrieben“, erläuterte Luftsport-Vorsitzender Michael Miller. Auffällig seien die ineinandergreifenden Hauptrotoren und der fehlende Heckrotor, über den die meisten Hubschrauber verfügen.

Markus Rheinländer (von links), Pilot Andreas Redolfi und Uwe Horn auf dem Flugplatz Höxter. Foto: Michael Robrecht

Pilot Redolfi wollte sich nach der Nacht in einem Höxteraner Hotel beim Abflug auf jeden Fall noch das Welterbe Corvey und die Weser von oben ansehen. Er war vom Weserbergland begeistert, das sich in rotgelbem Licht plus Postkarten-Sonnenuntergang am Mittwochabend perfekt präsentierte. Er liebe die Berge, so der Pilot. Holztransporte und die Holzernte in den Bergen sei die Spezialität des Kaman K-Max. Das Gipfelkreuz vom Matterhorn habe er mit dem Hubschrauber auch schon auf die Bergspitze transportiert, so der Heli-Pilot.

Technische Daten

Der K-Max wird hauptsächlich zum Heli-Logging in schwer zugänglichen Gebieten eingesetzt, da das Bergen der Baumstämme aus der Luft für die Wälder und Böden wesentlich schonender ist als schweres Arbeitsgerät am Boden, das Schäden im Unterholz anrichtet. Ein ähnlicher Einsatzschwerpunkt aus jüngerer Zeit ist die schnelle Aufarbeitung von Wurfholz nach Sturmschäden im alpinen Bereich, um Borkenkäferbefall vorzubeugen; so waren nach dem Sturm Kyrill im Januar 2007 mehrere Maschinen dieses Typs im bayerischen und österreichischen Alpenraum im Einsatz. Der K-Max ist bis zu einer Startmasse von 5,4 Tonnen zugelassen. 15,8 Meter ist er lang und 4,14 Meter hoch. 185 km/h ist er schnell und kann auf 4500 Meter steigen. 865 Liter Kerosin fasst der Tank.

Mitte 2015 erhielt eine unbemannte Version der K-Max die militärische Bezeichnung CQ-24A. Sie ist für militärische Nachschubzwecke geeignet. Im Feldversuch mit zwei Hubschraubern in Afghanistan wurden 1000 Einsätze unbemannt absolviert.

Webcams und Smudo auf Flugplatz

Luftsport Höxter befindet sich aktuell in der Corona-Pause. Tankstopps von Flugzeugen sind möglich. Veranstaltungen dürfen laut Uwe Horn zurzeit nicht angeboten werden. Auf der Internetseite www.flugplatz-hx.de gibt es zwei Webcams, die rund um die Uhr Wetterbilder vom Flugplatz bieten.

Apropos Flugplatz: Der durch seine Luca-App (verschlüsselte Kontaktdatenübermittlung für Gastgeber und ihre Gäste) zurzeit bundesweit sich in den Corona-Schlagzeilen befindliche Sänger der Rapband „Fantastische Vier“, Smudo, ist mit seinem Flugzeug in jüngster Zeit nicht mehr auf dem Flugplatz Höxter gelandet. In den Vorjahren kam Smudo immer mal wieder auf den Räuschenberg, um von dort die Schwiegermutter im Kreis Holzminden mit Familie zu besuchen. Wiedersehen macht Freude.

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