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Wie sicher ist das Gelände des geplanten Zwischenlagers in Beverungen-Würgassen? BGZ-Gutachter reagiert auf Kritik

„Kein erhöhtes Erdfallrisiko“

Beverungen (WB/hai)

Die Bürgerinitiative „Lebenswertes Börderland und Diemeltal“ kämpft gegen das geplante Zwischenlager für Atommüll in Würgassen. In der vergangenen Woche haben die Kritiker die Analyse des BGZ-Bodengutachtens durch den externen Geologen Dr. Claus Schubert aus Hofgeismar vorgestellt, der Gefahren sieht, die von Hohlräumen in bis zu 800 Meter tiefen Salz- oder Gipsschichten ausgehen könnten. Das könnte sogar ein großes Gebäude wie das Zwischenlager in Schieflage bringen, hieß es (wir berichteten). Darauf reagiert nun die BGZ, die den vor ihr beauftragten Gutachter zu diesem Thema umgehend kontaktiert habe.

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Das Gelände des ehemaligen Kernkraftwerkes (KKW) in Beverungen-Würgassen. Foto: Harald Iding

In einer Pressemitteilung heißt es unter anderem, dass die „Schnack Ingenieurgesellschaft – Institut für Geotechnik“ im vergangenen Jahr das Bodengrundgutachten für die BGZ angefertigt hatte. Der BGZ-Gutachter stellt fest: „Gemäß der uns vorliegenden Erkundungen (Alterkundungen zur Errichtung des Kernkraftwerks und unsere Neuerkundungen) und öffentlich einsehbaren, digitalen Kartenwerken und Datenbanken der Länder NRW, Hessen und Niedersachsen besteht für den Bauflächenbereich in Würgassen kein Verdacht auf ein überdurchschnittliches Erdfallrisiko. Der Baugrund besteht nach unseren gesicherten Erkenntnissen bis rund 80 Meter unter Gelände aus quartären Flussschottern – unterlagert von Sandstein des Mesozoikums (Buntsandstein), die beide nicht als erdfallgefährdete Schichten einzustufen sind.

Die Mächtigkeit der Buntsandsteinschichten beträgt damit mindestens mehrere Zehnermeter, wodurch im gesamten Baufeld ein gut tragfähiger, kompakter und nicht erdfallgefährdeter, oberflächennaher Untergrund gegeben ist, in den die Bauwerkslasten abgetragen werden. Im Tieferen werden die Buntsandsteinschichten von teils salzhaltigen Gesteinen des Zechsteins (Paläozoikum) unterlagert, die unter ungünstigen Verhältnissen bei Wasserzutritt durch Auswaschung Hohlräume bilden können. Das Risiko für Lösungsvorgänge ist hier aufgrund der Tiefenlage der Schichten aber grundsätzlich als gering einzustufen, zudem wirken die überlagernden Buntstandsteinschichten bedingt durch ihre Mächtigkeit stabilisierend.“ Da sich diese Erdfälle auf Hochlagen des Berglandes und Gebiete mit lokaler Überdeckung des Buntsandsteins durch Reste tertiärer und damit deutlich jüngerer Deckschichten konzentrieren würden, sei davon auszugehen, dass die Erdfälle auf lokal begrenzte, lösungsempfindliche Gesteins- beziehungsweise Sedimentvorkommen zurückzuführen sind – und nicht mit den weitflächig verbreiteten, tiefen Zechsteinschichten zusammenhängen würden. Fazit des Gutachters: Es sei nicht von einem unüblich erhöhten Erdfallrisiko für das Baufeld in Würgassen auszugehen.

Und weiter heißt es: Unabhängig von dieser ersten Einschätzung werde die BGZ (Gesellschaft für Zwischenlagerung mbH) die Hinweise einer weitergehenden Prüfung unterziehen.

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