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Wieder brennt es in Beverungens eng bebauter Innenstadt – etwa 90 Feuerwehrleute im Einsatz – Verkehr wird weiträumig umgeleitet

Küchenbrand löst extremen Rauch aus

Beverungen

Dichter Qualm und Rauchgeruch zieht am Freitagvormittag durch Beverungen. In der Küche einer Pizzeria in der Langen Straße ist ein Feuer ausgebrochen. Der Betreiber selbst warnt die Hausbewohner, denen nichts passiert. Er selbst wird später mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht.

Alexandra Rüther

Dichter Qualm drängt aus den Fenstern auf der Rückseite des Gebäudes. Foto: Alexandra Rüther

Um 10.53 kommt der Alarm: „Gebäudebrand“. „Aufgrund der Innenstadtlage und der engen Bebauung sind viele Einheiten alarmiert worden“, berichtet Feuerwehrchef und Einsatzleiter Stefan Nostitz vor Ort. Ausgerückt sind die Kameraden aus Beverungen, Dalhausen, Amelunxen, Drenke, Haarbrück, Jakobsberg, Herstelle, Würgassen, Wehrden und Lauenförde sowie Polizei und Rettungsdienst. Der Gebäudebrand stellte sich vor Ort als Küchenbrand heraus. „Er hatte sich ausgedehnt auf die Lüftungsanlage, deshalb hatten wir eine extreme Rauchentwicklung“, erklärt Nostitz. Das Feuer habe schnell gelöscht werden können. „Wir brauchten nur einen Wasserschlauch und haben zusätzlich Rauchschutzwände genutzt.“ Außerdem wurde Frischluft in das Gebäude gepumpt. Die Feuerwehr teilte sich in zwei Abschnitte auf, um das Haus sowohl von der Vorder- als auch von der Rückseite kontrollieren zu können.

„Aufgrund der alten Fachwerkstruktur und der engen Bebauung war es völlig richtig, dass so großräumig alarmiert worden ist“, erklärt Nostitz. „Und es hat alles hervorragend funktioniert“, fügt er hinzu. Es habe sich gezeigt, dass die Beverunger Feuerwehr auch in Zeiten, in denen es schwierig sein kann, genügend Einsatzkräfte zusammen zu bekommen – vormittags und an einem Werktag – eine schlagkräftige Truppe stellen kann. Davon überzeugten sich auch Bürgermeister Hubertus Grimm und Ordnungsamtsleiter Frank Filmar, die sich vor Ort nach dem Stand der Dinge erkundigten. „Für unsere Kameraden ist das durchaus motivierend“, sagt Nostitz. Letztendlich sei der Einsatz glimpflich abgelaufen. „Dadurch, dass ein separates Treppenhaus zu den Wohnungen führt, werden die wohl nicht stark in Mitleidenschaft gezogen.“

Ein Schock war es für die Bewohner natürlich allemal. „Der Betreiber der Pizzeria hat persönlich bei uns geklingelt“, berichtet eine Mieterin. „Es hat geknallt, es brennt“, habe er gesagt.

Carl-August Schübeler, der genau gegenüber das Bettenhaus und die Pension betreibt, bietet dem Ehepaar an, bei ihm übernachten zu können, sollte es nicht zurück in die Wohnung können. Aber das war später nicht mehr nötig. „Bei mir kamen natürlich sofort alte Erinnerungen hoch“, sagt Schübeler. Denn sein Haus ist am 1. Dezember 1984 komplett abgebrannt.

Die Polizei hebt die Sperrung der Beverunger Innenstadt am Freitag gegen 12.30 Uhr wieder auf. Die Feuerwehr kontrolliert das Haus zu diesem Zeitpunkt nur noch auf der Rückseite. „Zur Brandursache können wir noch nichts sagen, die Brandermittler sind vor Ort“, sagt Polizeisprecher Jörg Niggemann. Auch die Schadenshöhe könne noch nicht beziffert werden, sie liege aber auf jeden Fall im sechsstelligen Bereich.

Erinnerung an Feuer an Weihnachten

Erst am zweiten Weihnachtsabend hatte es in Beverungen zuletzt gebrannt. Die drei Häuser in der Mühlenstraße sind weiterhin nicht bewohnbar, wie Bürgermeister Hubertus Grimm am Freitag berichtet. Die Familie aus dem Haus, in dem das Feuer ausgebrochen war und das einem Totalschaden gleichkommt, wohnt weiterhin in der städtischen Unterkunft in Dalhausen. Die Bewohner der anderen beiden Häuser sind privat untergekommen. Wie es mit den Immobilien weitergeht, ist noch unklar.

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