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Der Grüne Gerd Henke fordert offene Vereinsstrukturen bei der BI

„Mitglieder brauchen Mitspracherecht“

Beverungen/Lauenförde (WB). Nach dem überraschenden Rücktritt von Dirk Wilhelm als Vorsitzender und Kathrin Meyer als Kassiererin der Bürgerinitiative Atomfreies Drei-Ländereck hatten die Grünen Holzminden in einer Pressemittelung den Verein aufgefordert, zur Sacharbeit zurückzuführen.

Mit einem Infostand in der Höxteraner Innenstadt hat die Bürgerinitiative vor zwei Wochen zuletzt auf sich aufmerksam gemacht. Foto: Iding

Daraufhin hat der Lauernförder Volker Faltin in einem Leserbrief dem Grünen-Kreistagsvorsitzenden Gerd Henke vorgeworfen, die „erfolgreichen Vereinsstrukturen der BI zerstören zu wollen“.

Mitsprache nötig

Gerd Henke ist der Meinung, dass die BI die Mitsprache der Mitglieder braucht. In einer Stellungnahme wehrt er sich gegen die Vorwürfe Faltins.

„Es waren Bündnis 90/Die Grünen, die vom ersten Tag an dazu beigetragen haben, dass das geplante Atommülllager Würgassen zum Thema in den Parlamenten wird. Ob in den Kreistagen Holzminden und Höxter, in den Stadt- und Gemeinderäten oder auch im Niedersächsischen Landtag – unsere Vertreterinnen und Vertreter haben Debatten angestoßen, Resolutionen formuliert und stets eng und vertrauensvoll mit außerparlamentarischen Organisationen zusammengearbeitet“, sagt Henke.

Diese gelungene Sacharbeit habe die fundamentale Kritik an den Planungen für ein Zwischenlager für radioaktive Abfälle in Würgassen mittlerweile bis nach Berlin getragen.

Wilhelm war das Gesicht

„Doch mich und viele Menschen in der Region treibt die Sorge um, dass mit den Rücktritten des Vorsitzenden und der Kassiererin, Dirk Wilhelm und Katrin Meyer, die bisherige erfolgreiche BI-Arbeit Schaden nimmt“, sagt Henke. Schließlich sei Wilhelm für die Öffentlichkeit in den vergangenen Monaten Gesicht und Stimme des Widerstands in der Region gewesen. „Wie in den sozialen Medien und in Leserbriefen an vielen Stellen nachzulesen ist, werden die Rücktritte allenthalben bedauert. Deshalb ist es mein und das Anliegen vieler, dass die BI zu offenen Vereinsstrukturen findet.“

Einstimmiges Votum

Eine Bürgerinitiative, in der es nur einen Vorstand und keine weiteren ordentlichen Mitglieder gebe, werde auf Dauer den Kontakt zu ihrer Basis und allen Betroffenen verlieren. „Sie wäre letztlich zum Scheitern verurteilt.“ Das sei der Grund, weshalb zahlreiche bisherige Fördermitglieder der BI ohne Einfluss und Stimmrecht nun auf ordentliche Mitgliedschaften drängten. „Das ist übrigens auch das einstimmige Votum des Rates der Samtgemeinde Boffzen“, berichtet Henke. In diesem Zusammenhang von einem „Putschversuch“ zu sprechen, sei eine böswillige Unterstellung.

Der BGZ entgegenstellen

„Der BGZ und der Bundesregierung als Planerin eines Atommüll-Zwischenlagers in Würgassen sollte sich neben den Parteien vor Ort auch eine starke, in der Bevölkerung verankerte BI entgegenstellen können. Dafür braucht es offene, transparente Strukturen, in denen Mitglieder ein Mitspracherecht haben“, fordert Gerd Henke. Ein frei in offener Mitgliederversammlung gewählter Vorstand könne dann das operative Geschäft übernehmen. Der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg sei es so gelungen, das Endlager Gorleben zu verhindern. „Das ist unser Ziel auch für Würgassen“, erklärt Henke.

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