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Seniorenhaus unterstützt Stadt – Betreuung ukrainischer Kinder im geschützten Rahmen sichergestellt

Raumnot: KHWE bietet Platz für OGS-Schüler in Beverungen

Beverungen

Mehr Platz für die OGS: Weil die Grundschule an der Kolpingstraße aus allen Nähten platzt, bietet das St.-Johannes-Baptist-Seniorenhaus der Katholischen Hospitalvereinigung Weser-Egge (KHWE) der Stadt Beverungen eine kurzfristige Lösung. In dem ehemaligen Haus Wagenknecht, direkt neben dem Seniorenhaus, können jetzt in direkter Nachbarschaft die Erstklässler und eine Integrationsklasse mit ukrainischen Flüchtlingskindern betreut werden.

Mehr Platz für die Kinder der 1. Klasse und der Integrationsklasse: Die KHWE stellt der OGS in Beverungen vorrübergehend Räumlichkeiten an der Burgstraße zur Verfügung (von links): Bürgermeister Hubertus Grimm, KHWE-Geschäftsführer Christian Jostes, Schulleiterin Birgit Riepe-Dewender, Mario Reineke (Technischer Leiter KHWE), OGS-Leiterin Gaby Menke, Michael Graßhoff (Hochbau Ingenieur), Ruth Fürsch (Einrichtungsleitung St.-Johannes-Baptist-Seniorenhaus), Sebastian Rapp (Schulausschuss-Vorsitzender) und Frank Filmar (Abteilungsleiter Schulverwaltung). Foto: KHWE

„Für uns ist das ein echter Glücksgriff. Wir befinden uns in einer schwierigen Situation“, sagt Bürgermeister Hubertus Grimm. Demnach wurde dem mehr als 100 Jahre alten Gebäude, in dem früher ein Fotogeschäft und eine Arztpraxis untergebracht waren, wieder Leben eingehaucht. Dafür wurden die 200 Quadratmeter im Erdgeschoss mit Bordmitteln von der Stadt umgebaut und zwei Unterrichtsräume und mehrere Spielbereiche eingerichtet. Die ehemaligen Besitzer hatten das Haus kürzlich aus Altersgründen an die Katholische Hospitalvereinigung als direkte Nachbarin verkauft.

Erst im vergangenen Jahr hat die KHWE rund vier Millionen Euro in die Erweiterung des St.-Johannes-Baptist-Seniorenhauses investiert. Dabei sind neben einer neuen Tagespflege auch fünf barrierefreie Appartements für das Service-Wohnen entstanden.

Geschützter Raum für ukrainische Kinder

Seit Beginn des neuen Schuljahres werden in dem Gebäude an der Burgstraße nicht nur die insgesamt 34 neuen Erstklässler betreut, sondern auch eine Integrationsklasse mit 13 aus der Ukraine geflüchteten Kindern. „Dank der zusätzlichen Räume können wir sie getrennt von den anderen Kindern mit der deutschen Sprache und Kultur vertraut machen“, sagt Schulleiterin Birgit Riepe-Dewender. In geschützter Umgebung kümmert sich eine Schulpsychologin um die Bewältigung der traumatischen Erlebnisse.

„Aus christlicher Überzeugung ist es für uns selbstverständlich, in dieser schwierigen Situation zu helfen“, sagt KHWE-Geschäftsführer Christian Jostes. Vor allem die Betreuung der geflüchteten Kinder ist ihm eine Herzensangelegenheit. Ruth Fürsch, Einrichtungsleiterin des St.-Johannes-Baptist-Seniorenhauses, betont darüber hinaus die gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf. „Viele Familien sind auf die Betreuung ihrer Kinder in einer offenen Ganztagsschule angewiesen. Das spüren wir tagtäglich“, sagt Fürsch.

Stadt klagt über Raumnot

Bereits Ende 2016 war die Raumnot groß und die Stadt musste für die Offene Ganztagsschule weitere Räume in der ehemaligen Gaststätte „Forum“ an der Schützenstraße mieten. Laut Hubertus Grimm befindet sich die Stadt Beverungen jetzt erneut in einer Zwangslage. Grimm: „Die Anmeldezahlen für die OGS steigen weiterhin und wir haben zunehmend Probleme, die Kinder unterbringen zu können.“ Für OGS-Leiterin Gaby Menke ist die Unterbringung in direkter Nähe und nur wenige Meter vom Haupt-Schulgebäude entfernt wichtig. „Nur so können wir einen reibungslosen Tagesablauf garantieren“, sagt sie.

Ziel ist es, die Schüler künftig in nur einem Gebäude unterzubringen – doch dafür fehlen der Stadt die notwendigen finanziellen Mittel. „Wir warten auf Fördermittel unserer Landesregierung. Es ist dringend an der Zeit, dass sich die Politik mit dem Thema Offene Ganztagsschule auseinandersetzt“, sagt Grimm und blickt hoffnungsvoll, aber auch mit Sorge auf das Gesetz zur ganztägigen Förderung von Kindern im Grundschulalter, das 2026 in Kraft treten soll. Dann hat jedes Kind ein Recht auf Ganztagsbetreuung. „Um das adäquat umsetzen zu können, benötigen wir schnell Geld und vor allem Planungssicherheit“, betont der Bürgermeister.

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