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Verwaltung hält das Vorhaben für nicht umsetzbar – Hundekot darf nicht kompostiert werden

SPD fordert Biotüten für den Hundekot

Beverungen

In Beverungen sollen künftig kompostierbare Tüten für Hundekot zum Einsatz kommen. Das fordert die SPD in einem Antrag zur Ratssitzung. Nach Angaben der Stadtverwaltung, die den Antrag geprüft hat, ist das Vorhaben allerdings nicht umsetzbar.

Marius Thöne

Die Hundekottüten in Beverungen sollen künftig biologisch abbaubar sein, fordert die SPD. Foto: Christoph Schmidt/dpa

„In deutschen Supermärkten dürfen ab dem Jahr 2022 keine Einkaufstüten aus Plastik mehr angeboten werden“, berichtet der Fraktionschef der Sozialdemokraten im Stadtrat, Rolf-Dieter Crois. Ein entsprechendes Verbot habe der Bundestag verabschiedet. Die Stadt Beverungen soll sich nach Vorstellungen der SPD in diesem Bereich ebenfalls einbringen. „Da die Kottüten leider häufig nicht fachgerecht, sondern wild in der Landschaft entsorgt werden, tragen sie so zur weltweiten Verseuchung der Umwelt mit Plastikmüll bei“, sagt Crois. Der meiste Abfall komme vom Land, achtlos weggeworfen werde er über Flüsse und den Wind ins Meer getragen. „Geschätzte 280 Tonnen Kunststoff schwemme die Weser jedes Jahr in die Nordsee. Allein am Grund der Nordsee liegen vermutlich mehr als 600.000 Kubikmeter Müll, das entspricht 1,5 Mal dem Kölner Dom“, bringt es Crois anschaulich auf den Punkt. Studien hätten Mikroplastik in Meeresfrüchten, Meersalz oder Mineralwasser nachgewiesen. Kunststoff könne jedoch möglicherweise auch nachteilig für die menschliche Gesundheit sein.

Die Stadtverwaltung hat den Antrag überprüft. „Nach Auskunft der Lieferanten gibt es keine abbaubaren oder kompostierbaren Hundekotbeutel“, heißt es in der Vorlage zur Ratssitzung. Die von der Stadt Beverungen eingesetzten Beutel bestünden aus Polyethylen (PE). PE-Folien würden rückstandsfrei zu Kohlendioxid und Wasser verbrennen. Dabei entstünden keine giftigen Dämpfe oder Gase und keine Schlacken. „Die PE-Folien sind für die Umwelt absolut unbedenklich, wenn sie ordnungsgemäß über den normalen Restmüll entsorgt werden“, heißt es von Seiten der Verwaltung. Die Haupteigenschaften von PE seien die hohe Reiß- und Nassfestigkeit sowie die Geruchsdichtigkeit. „Zu beachten ist, dass Hundekot und Beutel nicht kompostiert werden dürfen. Sie müssen immer mit dem Restmüll verbrannt werden“, wird in der Antwort zum SPD-Antrag klargestellt.

Die sogenannten Bio-Beutel könnten laut Aussage der Hersteller bis zu 70 Prozent ölbasierende Rohstoffe enthalten und gehörten ebenfalls unbedingt in die Verbrennung. Die jetzt eingesetzten roten HDPE-Beutel würden bessere Anreize zur richtigen Entsorgung schaffen als die schwarzen Beutel, deren Inhalte sich gut verbergen ließen.

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