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Bad Karlshafen GmbH lässt Studie erarbeiten

Tourismus ist wichtig für lokale Infrastruktur

Bad Karlshafen

In einer von der Bad Karlshafen GmbH beauftragten Studie für das Jahr 2019 hat das dwif München die wirtschaftliche Bedeutung von Kur und Tourismus errechnet. Stadtverordneten, Magistrat, interessierten Bürgern und Entscheidungsträgern aus Nachbarkommunen sind die Ergebnisse präsentiert worden.

Der Barockhafen in Bad Karlshafen ist ein Anziehungspunkt für Touristen. Eine Studie zeigt auf, wie auch die lokale Infrastruktur vom Tourismus profitiert. Foto: Bad Karlshafen GmbH

„Der Tourismus ist eine klassische Querschnittsbranche und es gibt kaum einen Wirtschaftsbereich, der nicht davon profitiert,“ erklärt Dr. Bernhard Harrer vom dwif. Wichtig sei zu verstehen, dass Investitionen, die Kommunen in die touristische Infrastruktur steckten, am Ende immer eine Investition in die lokale Infrastruktur seien, von denen auch Einheimische und lokale Unternehmen profitierten.

Einzelhandel

„Für den Laien ist es oft schwer zu erkennen, inwieweit er selbst profitiert. Auch wir haben gemerkt, dass das ein weites Feld ist, obwohl wir uns jeden Tag damit beschäftigen“, so Nina Fremder, Geschäftsführerin der Bad Karlshafen GmbH. Schaue man sich an, was touristisch aktive Orte von anderen unterscheidet, so finde man aber schnell ganz offensichtliche Unterschiede. Gastronomie, Einzelhandelsgeschäfte und Nahversorger wie Bäcker oder Metzger seien in vielen Ortschaften gar nicht mehr zu finden. Dort, wo mehr Urlauber sind, hätten diese jedoch bessere Chancen zu überleben. „Wenn während der Sommersaison plötzlich doppelt so viel Kundschaft wie normal vor Ort ist, lohnt sich das für den Einzelhändler. Damit bleiben Geschäfte dann auch den Anwohnern erhalten“, erklärt Nina Fremder.

Freizeitwirtschaft

Auch im Bereich Freizeitwirtschaft könne gar nicht streng zwischen Tourismus und Naherholung unterschieden werden. Ein gut ausgebauter Fahrradweg sei beispielsweise auch immer attraktiv für eine Radtour nach Feierabend oder den Weg zur Arbeit. „Oder man denke an Angebote wie Kanufahren, Minigolf oder den Tierpark Sababurg – keines davon ist vom Tourismus zu trennen, aber jedes auch ein Angebot für die Menschen, die hier leben,“ ergänzt Bürgermeister Marcus Dittrich, „das macht Stadt und Region auch als Wohnort attraktiv.“

In Bad Karlshafen selbst gelte dies vor allem auch für die kurspezifischen Angebote. Weser-Therme, Carolinum und Gradierwerk seien auch für die Gesunderhaltung der Einheimischen wichtige Angebote. Die Sole sei nicht nur bei Wellness-Freunden beliebt, sondern helfe auch bei gesundheitlichen Problemen, vom banalen Schnupfen bis zur chronische Erkrankung. „Manchmal liegen die Dinge so nah und man sieht sie nicht, das geht uns ja allen so“, sagt Nina Fremder.

Attraktiver Wohnort

Dr. Bernhard Harrer weist während seiner Präsentation auf einen weiteren wichtigen Aspekt hin. Man solle nicht unterschätzen, dass eine funktionierende Infrastruktur auch ausschlaggebend für die Wahl als Wohnort sei. Je attraktiver ein Ort und seine Angebote, desto eher seien Menschen bereit auch ein paar Kilometer weiter raus auf das Land zu ziehen. Insbesondere in Zeiten des demografischen Wandels und steigender Steuern ein Argument mit Schlagkraft.

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