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Kabarettist mit »Es ist nie zu spät, unpünktlich zu sein« in Beverungen

TV-Star Torsten Sträter macht ernst

Beverungen (WB). Volles Haus: Die Stadthalle ist ausverkauft. 1000 Zuschauer warten auf Torsten Sträter, der den meisten aus der Sendung »nuhr im Ersten« bekannt sein dürfte. Doch dieser hatte am Samstagabend eine Auto-Panne und kam selber etwas verspätet auf die Bühne – mit seinem Programm »Es ist nie zu spät, unpünktlich zu sein«.

Roman Winkelhahn

Torsten Sträter hat in Beverungen für eine ausverkaufte Stadthalle gesorgt.Getreu seinem Programmtitel »Es ist nie zu spät, unpünktlich zu sein«, kam er zu spät. Foto: Roman Winkelhahn

»Mein Konzept ist, dass sie heute Abend nach Hause gehen und denken: Toll, reicht für ein Jahr!« Torsten Sträter nimmt kein Blatt vor den Mund, auch nicht, was Selbstironie angeht: »Ich ernähre mich natürlich bewusst. Ich esse oft. Und wenn ich merke, dass es das Falsche war, dann fange ich von vorne an.« Bei jeder Pointe platzte der Saal vor Lachen, es gibt kein Entkommen vor Sträters einzigartigem Humor.

»Wo man auch ist, man erlebt einen digitalen Overkill: Mein Trainingsarmband hat kürzlich 72000 Schritte angezeigt – ich hatte eine Bohrmaschine in der Hand. Als ich mich dann auf die Waage stellen wollte, bemerkte ich, dass das ein Staubsaugerroboter ist.«

Er wolle eigentlich nicht auf der Nostalgieschiene fahren, doch auf ein paar Rückblicke ließ er sich ein: »Meine Oma war christlich. Ihr Wohnzimmer sah aus, als hätte jemand versucht, den Vatikan zu häkeln.«

Die Geschichten Sträters über seine Erinnerungen an früher katapultierten die Zuschauer in endloses Lachen. »Wer kennt noch ›Keller Geister‹, den Schaumwein?«, fragt er ins Publikum. Einvernehmliches Nicken. »Da würdest du heute keinen Bauernschrankmehr mit abbeizen!« Spontan und knallhart reißt der Kabarettist das Publikum mit sich. »Medizinball? Früher dachte ich das wäre eine Tanzveranstaltung für Ärzte.«

Torsten Sträter blickt auf eine lange Bühnenerfahrung zurück: Er fing im Poetry-Slam an, wandte sich zusätzlich dem Kabarett zu und trat damit vor drei Jahren erstmalig im Fernsehen auf. Seitdem tritt er regelmäßig in Dieter Nuhrs Show »nuhr im Ersten« auf. »Dieter ist mein Förderer. Ich schätze ihn sehr.«

Seit 2016 ist der ausgebildete Herrenschneider in seiner eigenen Show »Sträters Männerhaushalt« im WDR-Fernsehen zu sehen. Für sein Werk wurde er unter anderem mit dem Jury-Preis des Großen Kleinkunstfestivals für Kabarett, Comedy und Musik ausgezeichnet.

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