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Hubertus Grimm tritt als Bürgermeister für eine zweite Legislaturperiode an

Visionen, Wünsche und konkrete Pläne

Beverungen(WB). Ein selbstfahrender Bus, eine überdachte Markthalle, eine durchgehend rollator- und kinderwagenfreundliche Innenstadt, Wohnen am Wasser, ein gemeinsames Gewerbegebiet mit Boffzen und Bad Karlshafen, regionale Selbstvermarktung, Stadt der erneuerbaren Energien, Kulturhauptstadt OWL, Rückkehrerinitiative und Willkommenskultur. All das sind Visionen für ein Beverungen 2030, an denen Hubertus Grimm mitarbeiten will – und zwar als Bürgermeister. Und deshalb tritt er bei der Kommunalwahl erneut an.

Alexandra Rüther

Die Weserwiesen sind für Hubertus Grimm das große Potential Beverungens, hiermit kann die Stadt punkten. Foto: Alexandra Rüther

Zukunftsprozess

Die erwähnten Stichpunkte stammen aus dem Szenario mit dem Titel „Gar nicht so schlecht hier!“, das Professor Dr. Dieter Dehne im Zuge des Zukunftsprozesses „Beverungen 2030“ geschrieben hat. Für das Modellvorhaben „Potentiale von Kleinstädten in peripheren Lagen“ des Bundes war Beverungen 2015 als eine von acht Städten bundesweit ausgewählt worden. Daraus ist auch ein Handlungskonzept entstanden und somit die Grundlage für die weitere Stadtentwicklung. Das Handlungskonzept wurde im Mai 2018 vom Rat verabschiedet.

Ortsdurchfahrt als Allee

„Das würde ich gerne weiter umsetzen“, sagt Hubertus Grimm auf den Beverunger Weserwiesen, deren Neugestaltung begonnen hat. Eine Flaniermeile soll hier entstehen. „Und über die Weserstraße wollen wir die Leute natürlich in die Stadt holen“, sagt Grimm und landet so auf dem Kellerplatz, den er neu gestalten und verkehrsberuhigen will, um weitere Verweilpunkte zu schaffen. Nächste Station: die Lange Straße – Bundesstraße und Hauptverkehrsader. „Mein Wunsch ist eine Allee – vom Ortseingang aus Blankenau bis zum Ortsausgang Richtung Herstelle.“ Beverungen habe kein Highlight wie etwa Höxter mit Corvey oder Bad Karlshafen mit dem Hafen, „wir müssen mit unserer Optik punkten.“ Dazu zähle auch die Neugestaltung der 40 Jahre alten Gehwege und die Frage: Radweg oder Parkplätze? Grimm tendiert zu Parkplätzen, liegen doch die meisten Beverunger Geschäfte direkt an der Hauptstraße.

Als Hubertus Grimm 2014 Bürgermeister wurde, hatte er kurz darauf mit der größten Baustelle der Region zu tun: den Neubau der Weserbrücke. „Auch wenn es nicht ‚unsere‘ Baustelle war, hat sie uns doch beeinträchtigt und beschäftigt.“ Als zweiten Punkt nennt Grimm die Burg. „Uns hat zunächst niemand zugetraut, dass wir die Burg in Hände geben, die sie gescheit nutzen und der Öffentlichkeit zugänglich machen“, sagt der Bürgermeister. Beides sei gelungen. „Hier hat Familie Weber ganze Arbeit geleistet.“

Breitbandversorgung

Die Breitbandversorgung bezeichnet Grimm als „wichtigstes Zukunftsprojekt schlechthin“. „Wir als Bürgermeister im Kreis Höxter haben es geschafft, dass alle versorgt sind. Wir sind noch nicht am Ende der Fahnenstange, aber im Moment kann jeder entspannt im Internet unterwegs sein“, sagt Grimm. „Da sind wir führend in NRW, was den ländlichen Raum angeht, und da bin ich stolz drauf.“

Zwei weitere große Zukunftsthemen: Demografie und Mobilität. „Wir müssen junge Familien hier behalten. Dabei wird unser neues Baugebiet helfen“, sagt Grimm. Ebenso wie das Freibad, die Stadthalle und vor allem das Schulzentrum. „Aber wir brauchen auch bessere und schnellere Bahnverbindungen nach Paderborn und Göttingen.“

Mehr Lebensqualität

In dem Zukunftsszenario von Professor Dr. Dehne gibt es die schon. Deshalb zieht es auch Akademiker aus den Hochschulstandorten an die Weser – „mehr Lebensqualität für weniger Geld“ ist das Motto. Das zu verwirklichen, ist Hubertus Grimms Vision. Und daher hofft er, dass ihm die Beverungerinnen und Beverunger einmal mehr das nötige Vertrauen entgegenbringen und ihn als Bürgermeister am 13. September bestätigen. Aus der Politik hat er keinen Gegenwind zu erwarten.

Trat 2014 noch ein CDU-Kandidat gegen Grimm an, unterstützt ihn diesmal neben den Grünen, der SPD und FDP auch die größte im Rat vertretene Fraktion. „Wir haben in Beverungen einen homogenen Rat. Das erleichtert vieles“, sagt der Bürgermeister, der sich gerne als Moderator sieht. „Es ist zu spüren, dass das Vertrauen in mich gewachsen ist. Und dass auch der Verwaltung vertraut wird.“ Besonderen Spaß mache ihm der direkte Austausch mit den Bürgern. „Wer mich sprechen will, der erreicht mich auch“, betont Grimm.

Lesen, lesen, lesen

Und wenn er dann doch mal abschaltet, tut er das am liebsten im heimischen Garten. Dann versucht er, „so viel zu lesen wie möglich“. Geschichtliche Sachbücher, aber auch Romane oder Krimis. „Ich bevorzuge schon historische Themen. Aber von der Schriftstellerin Nele Neuhaus versuche ich beispielsweise zu lernen, spannend zu schreiben“, sagt der Autor von „Der Novize aus Corvey“ und verrät, dass er einen neuen Roman in Arbeit hat. „In der Corona-Zeit bin ich da ein Stück weit vorangekommen.“

Zum Ausgleich geht Hubertus Grimm laufen und pflegt die Treffen mit seinem Kegelclub und der Doppelkopfrunde. Und 2030 bringt ihn da ja vielleicht der selbstfahrende Bus hin.

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