1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. OWL
  4. >
  5. Beverungen
  6. >
  7. Vom Foto auf die Leinwand

  8. >

Jorge Villalba leitet in Beverungen Workshop zum Hyperrealismus

Vom Foto auf die Leinwand

Beverungen (WB). Jorge Villalba schaut genau hin. Er vermittelt die richtige Technik und gibt seine Erfahrung an die Frauen an den Staffeleien weiter. Seit Montag beschäftigen sich sieben Teilnehmerinnen in seinem Workshop im Atelier von Kerstin Wagner in Beverungen mit dem Hyperrealismus und weisen bereits beeindruckende Ergebnisse auf.

Sylvia Rasche

Die Beverunger Kunstmalerin Kerstin Wagner (rechts) hat den renommierten Künstler Jorge Villalba (links) bei einer Fortbildung zum Hyperrealismus kennengelernt. Dort entstand das Bild von Wagners Tochter Tabea nach Vorlage eines Fotos. Foto: Sylvia Rasche

„Ich hätte nie gedacht, dass ich das so malen kann“, sagt Teilnehmerin Susanne Terranova. Sie hat sich für ihre Enkelin Sophia als Motiv entschieden und freut sich über die Fortschritte, „auch wenn das Bild noch lange nicht fertig ist.“

Diplom-Kunstmalerin Kerstin Wagner hat den Spanier Jorge Villalba während einer eigenen Fortbildung 2018 kennengelernt. „Es ist eine Freundschaft entstanden. Ich empfinde es als echten Luxus, dass er diesen Workshop in Beverungen anbietet“, betont Wagner.

Eine Woche unter den Augen des Profis arbeiten

Denn eigentlich ist der 45-Jährige in der Welt zuhause. Er stammt aus Alicante, hat in Granada und Valencia studiert und ist durch ein Erasmus-Stipendium am Bauhaus in Weimar in Deutschland „gestrandet“, wie er selbst sagt. Er lebt abwechselnd in Thüringen und in Minsk, der Heimat seiner Ehefrau, und stellt seine Werke ab März in der Galerie Benjamin Eck in München aus. „Ich bin ein Suchender“, beschreibt sich Villalba. „Ich befinde mich immer auf der Suche nach dem perfekten Kunstwerk.“

In Beverungen im Atelier von Kerstin Wagner, das in einem der ältesten Bürgerhäuser der Stadt aus dem 17. Jahrhundert untergebracht ist, nimmt er sich eine Woche Zeit, um mit den Mal-Schülerinnen zu arbeiten. „Ich bin glücklich, wenn die Teilnehmerinnen mit ihren Arbeiten zufrieden sind. Hier geht es nicht um das beste Bild. Das ist kein Wettbewerb. Es geht darum, sich bei dem, was man tut, wohl zu fühlen“, sagt Villalba. Und dieses Ziel ist schon erreicht. Ein Blick ins Atelier mit seiner besonderen, gemütlichen Arbeitsatmosphäre beweist das schnell.

Foto dient als Vorlage

Als Kerstin Wagner diesen Workshop im vergangenen Jahr ankündigte, war er so schnell ausgebucht, dass es im Herbst noch einen zweiten Termin geben wird.

Gemalt wird im Hyperrealismus nach einer Foto-Vorlage. So hat auch Wagner 2018 in einer Fortbildung bei Villalba in Süddeutschland mit dem Porträt ihrer Tochter Tabea begonnen und es in einem zweiten Kursus fortgeführt. Sie bietet den Teilnehmerinnen an, die begonnenen Bilder nach dem Workshop bei ihr zu vollenden. „In einer Woche lernt man viel. Aber trotzdem gibt es noch Fragen oder man braucht eine Anregung“, weiß die Künstlerin aus Erfahrung.

Ohnehin sind fast alle der Teilnehmerinnen regelmäßig in ihren Kursen zu Gast. So auch Dagmar Borchert, die eigens aus Gieselwerder anreist. „Ich habe Kerstin Wagner bei einer Ausstellung kennengelernt und mich vor sechs Jahren zum ersten Kursus angemeldet. Seitdem komme ich immer gerne wieder, weil man hier in angenehmer Atmosphäre viel lernt“, macht die Hessin deutlich.

Susanne Terranova ist erst seit einem Jahr dabei. Das Bild ihrer Enkelin Sophia werde zu Hause einen Ehrenplatz bekommen und sie immer an den Workshop mit Jorge Villalba erinnern, ist sie sich sicher.

Startseite
ANZEIGE