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Auftragswerk »Eine Stadt im Rausch« lockt Besucher in die Sanierungsbaustelle

Welturaufführung im Hafen

Bad Karlshafen (WB). Anlässlich der Hafensanierung lässt die hessische Barockstadt ihre Geschichte theatralisch wieder aufleben. Das Berliner Theater Anu greift den Mythos des Erfinders Johann Bessler auf. Uraufführung war am Donnerstag.

Roman Winkelhahn

Kulisse, Kostüm und Skript: Alles stimmt überein. Viel intensive Detailarbeit macht das Auftragswerk »Perpetuum Mobile – Eine Stadt im Rausch« einzigartig und begeisterte das Publikum an verschiedenen Spots in der barocken Altstadt. Foto: Roman Winkelhahn

»Perpetuum Mobile« nennt sich das Kulturprojekt, das in den kommenden Wochen des Baustellen-Erlebnis-Programms in Bad Karlshafen stattfindet. Eigens für die Stadt wurde das Werk »Eine Stadt im Rausch« von der Bad Karlshafen GmbH in Auftrag gegeben. Der erfolgreichen Generalprobe am Mittwoch folgte einen Tag darauf die Welturaufführung.

Entdeckungstour durch die Geschichte

An sechs Stationen in der Altstadt, unter anderem der Hafenbaustelle und dem Invalidenhaus, setzen Schauspieler die Folgen der Entdeckung des sich ewig drehenden Rades, dem »Perpetuum Mobile« in Szene. Der angebliche Schöpfer dieser (fiktiven) Wundermaschine, Johann Bessler, wurde tatsächlich vor 300 Jahren von Landgraf Karl in die Hafenstadt an der Weser eingeladen, um ihm seine Erfindungen zu präsentieren. Das Theater Anu aus Berlin verwandelte Geschichte und Mythos in eine spannende Entdeckungstour durch die Altstadt Bad Karlshafens.

Die Kapelle im Invalidenhaus: Unter dem Kreuz tobt eine Frau mit wilder blonder Mähne und orangenem Hosenanzug. Im Hafenbecken stapft währenddessen ein verrückter Forscher durch den Schlamm. Im Hinterhof des Rathauses dreht sich eine große Holzscheibe: das »Perpetuum Mobile«. Die Zuschauer sind mittendrin im Geschehen. Was wäre, wenn es wirklich eine Quelle unerschöpflicher Energie gäbe? Und was, wenn diese tatsächlich in Bad Karlshafen entdeckt würde? Das Theater Anu hat die Antworten zu diesen Fragen in einen »Brennpunkt« verpackt – fast so authentisch wie das TV-Original. Mit viel Kreativität und Detailarbeit spielen sie die Entdeckung von Besslers Wundermaschine irritierend glaubhaft nach. Großes schauspielerisches Geschick, spannende Kulissen und tief gehende Texte sollen das Publikum überzeugen. Allein die Idee vom sagenumwobenen »Perpetuum Mobile« zeichnet das einmalige Auftragswerk aus.

Erlebnis-Programm für Sanierungszeit

Bad Karlshafen setzte sich mit der Uraufführung am gestrigen Abend ein bedeutendes Denkmal und überbrückt mit dem Erlebnis-Programm geschickt die

andauernde Sanierungszeit des Hafens, der schon bald wieder beschiffbar sein soll.

Besucher des Theaterstücks haben knapp drei Stunden Zeit, alle sechs Stationen zu besuchen. Weitere Aufführungen beginnen am Freitag, 25., Samstag, 26. und Donnerstag, 31. Mai sowie Freitag, 1., und Samstag, 2. Juni, jeweils um 20.30 Uhr vor dem Rathaus. Eine Einzelkarte kostet 24 Euro, eine Dauerkarte 50 Euro. Das Rahmenprogramm des Projekts beinhaltet zudem Vorträge und Begleitausstellungen. Nähere Informationen gibt es an der Abendkasse, an den Veranstaltungsorten sowie bei der Bad Karlshafen GmbH.

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