BI Lebenswertes Bördeland und Diemeltal trifft neuen Bürgermeister von Hofgeismar zum Informationsaustausch

„Würgassen ist ungeeignet für Lagerung von Atommüll“

Würgassen/Hofgeismar

Um den Protest gegen das von der BGZ geplante Zentrale Bereitstellungslager in Würgassen (ZBL) breiter aufzustellen, ist die neue Arbeitsgruppe Würgassen der Bürgerinitiative Lebenswertes Bördeland und Diemeltal auch länderübergreifend unterwegs.

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Torben Busse ist neuer Bürgermeister in Hofgeismar und hat Edith Götz vom BI-Arbeitskreis Würgassen, und den Geologen Dr. Claus Schubert (rechts) empfangen. Foto: Stadt Hofgeismar

Edith Götz und der Geologe Dr. Claus Schubert haben jetzt dem neuen Bürgermeister von Hofgeismar, Torben Busse, einen Überblick gegeben über die ihrer Ansicht nach widersprüchlichen Äußerungen der BGZ zur kritischen Standorteignung und der enormen logistischen Belastung der Region.

„Mehr als 30 Jahre lang soll aus den derzeitigen 54 Sammelstellen für radioaktiven Sondermüll bundesweit ein kontinuierlicher Strom an atomaren Gebinden über Würgassen als Drehscheibe zur Belieferung von Schacht Konrad in das über 130 Kilometer entfernte Salzgitter geschleust werden“, sagte Edith Götz. Berechnungen hätten ergeben, dass statt etwa 2,5 Millionen Transportkilometern, die bei einer direkten Belieferung erforderlich wären, nunmehr durch Würgassen rund 73,5 Millionen unsinnige Transportkilometer hinzukämen, erklärte sie. Zwangsläufig werde auch das Hofgeismarer Stadtgebiet durchfahren.

Das für ein Projekt von derartigen logistischen Ausmaßen ein Standort in einer der verkehrstechnisch am schlechtesten angebundenen Region ausgewählt wurde, offenbare die politische – nicht sachliche – Motivation für die Entscheidung für ein „Land am Rand“. Auffällig sei die Missachtung zwingender Auswahlkriterien der Entsorgungskommission (ESK), so Götz. Laut ESK gebe es zudem erhebliche Mängel bei Dokumentation und Datenabgleich der Gebinde in den Zwischenlagern. Eine Bewertung der Zwischenlagersituation sei aufgrund fehlender Angaben daher nur eingeschränkt möglich. Die Befürchtung, dass Würgassen sich noch dazu zu einem ewigen Zwischenlager entwickeln könne, sei nicht unbegründet, so Edith Götz. „Ob Schacht Konrad tatsächlich jemals in Betrieb geht, ist abschließend noch längst nicht geklärt. Und was mit dem rückgeholten schwach und mittelradioaktiven Asse-Müll passieren soll, steht bei dem wachsenden Widerstand gegen die Lagerung vor Ort bei Wolfenbüttel ebenfalls vollkommen in den Sternen,“ gibt Edith Götz zu bedenken.

Dr. Claus Schubert bekräftigte erneut seine Risikobewertung zum vorgelegten Baugrundgutachten der BGZ. Dem, so Schubert, fehle der nötige, fachliche Tiefgang im Hinblick auf die Geo-Risiken. Für sämtliche potenzielle Baugrundrisiken seien Ausschlussbeweise zu erbringen, die das Gutachten bis heute schuldig bleibe.

Es sei im Gegensatz zu der unbewiesenen Behauptung der BGZ durch offizielle Karten des geologischen Landesamtes von NRW und Niedersachsen sogar bestätigt, dass uneinschätzbare Risiken von Salzlaugung im Zechstein mit der Gefahr von Subrosions- und Erdfallbildungen im nahen Umfeld vorliegen. Diese Karten könne jeder unter www.gdu.nrw.de einsehen. Allein diese Tatsachen weise den Standort Würgassen als ungeeignet für die Lagerung von Atommüll aus. Es offenbare sich eine mangelnde Bereitschaft der BGZ zur vollumfänglichen Aufklärung der Risiken.

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