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Vereine in der Covid-19-Pandemie

Blaskapelle Ovenhausen hält Kontakt zu Mitgliedern

Höxter-Ovenhausen

Für viele Vereine in der Region sind es herausfordernde Zeiten. Seit der ersten Welle der Covid-19-Pandemie im vergangenen Frühjahr ruht vielerorts das Vereinsleben, laufenden Kosten stehen aufgrund eingeschränkter Aktivitäten nur wenige Einnahmemöglichkeiten entgegen, es fehlt an Planungssicherheit für zukünftige Veranstaltungen und in Einzelfällen drohen sogar existenzielle Einschnitte aufgrund hoher Altersstrukturen und fehlender Möglichkeiten zur Nachwuchsgewinnung.

Medienbeauftragte Simon Wöstefeld (vorne von links) und Achim Werdehausen, 1. Kapellmeister Volker Engel, Patrick Hofbauer, (hinten von links) 1. Schriftführer Michael Gorzolka, 1. Kassierer Steffen Ludwig, 1. Vorsitzender Andreas Otto, 2. Schriftführerin Frauke Wiegers, 2. Vorsitzende Teresa Klieber, Jugendvertreterinnen Helena Rode und Lea Bömelburg. Foto: Blaskapelle Ovenhausen

In großen Teilen gilt dieses auch für die Blaskapelle Ovenhausen. „Im Moment ist es uns weder möglich, neuen Nachwuchs zu werben, die aktiven Nachwuchsmusikerinnen und Musiker auszubilden geschweige denn im Rahmen einzelner Register oder des gesamten Ensembles zu proben. Darüber hinaus geht das verloren, was das Vereinsleben neben unserem ‚Kerngeschäft‘ ausmacht und die Vereine für die Mitglieder attraktiv hält: Es fehlt das Miteinander, der soziale Kontakt ist stark eingeschränkt“, stellt Andreas Otto, 1. Vorsitzende des Vereins, fest. Hinzu käme, dass der Verein nun seit mehr als einem Jahr kein Ziel vor Augen hätte. Die Kapelle war für 2021 aufgrund der ausgefallenen Aktivitäten im vergangenen Sommer komplett ausgebucht, die Verträge wurden aber in den vergangenen Wochen im Einvernehmen wieder gelöst.

Diese Mischung aus fehlenden sozialen Aktivitäten und Zielen lässt den Vorsitzenden mit einigen Sorgen in die Zukunft schauen: „Für mich steht fest, dass sich die Vereinslandschaft bei musizierenden Vereinen verändern wird, da die Vereine mit dem Verlust von Mitgliedern zu kämpfen haben. Man kann nur hoffen, dass möglichst viele Ensembles den Sprung aus der pandemiebedingten Pause schaffen.“

Musik vereint Menschen

„Personelle Entwicklungen haben natürlich auch Auswirkungen auf die musikalische Ausrichtung des Vereins“, ist sich Volker Engel, 1. Kapellmeister des Vereins, sicher. Es sei nun nötig, neuen Enthusiasmus zu entwickeln. Der Hunger auf Musik und Kunst sei wahrnehmbar. Die Freude darauf, Musik hautnah zu erleben, würde hoffentlich bald wieder spürbar sein, meint Engel. „Dann möchten wir gerne wieder an den allgemeinen Trend in der traditionellen Blasmusik anknüpfen und Menschen in der Musik wieder vereinen. Natürlich läuft Musik ohne Publikum ins Leere. Die Perspektiven auf ein Konzerterlebnis mit zielgerichteten Proben werden wieder ein Gemeinschaftsgefühl herbeiführen“ ergänzt der musikalische Leiter.

Auch Andreas Otto hofft, dass die Blaskapelle trotz der geschilderten Herausforderungen gut aus dem langen Lockdown kommen wird. Die Kapelle sei in der glücklichen Lage, dass die Altersstruktur der Mitglieder ausgewogen ist. Wie viele andere Vereine haben auch wir versucht, das Beste aus der Situation zu machen. Dabei ginge es dem Vorstand insbesondere darum, während des Lockdowns den Kontakt zu den Mitgliedern zu halten.

Digitale Quizformate zur Geschichte der Blaskapelle

So entwickelten sich in den vergangenen Monaten eine ganze Reihe von Initiativen. Die Digitalisierungsbeauftragten haben eine neue Internetseite mit internem Informationsportal erstellt, viele Musikerinnen und Musiker beteiligten sich am Umbau des Probenraums, und über eine digitale Jahreshauptversammlung konnten sich die Mitglieder zum Stand des Vereins informieren. Etwas Besonderes haben sich auch die Jugendwarte einfallen lassen, die in regelmäßigen Abständen verschiedene digitale Quizformate zur Geschichte der Blaskapelle, einzelner Musizierender aber auch zur Musiktheorie veranstalten.

Um die Mitglieder auch musikalisch einzubinden, wurden im vergangenen Jahr zu verschiedenen Anlässen Noten verteilt. So nahm die Blaskapelle an den während der ersten Corona-Welle bundesweit stattfindenden „Gemeinschaftskonzerten“ der Ode an die Freude teil und unterstützte St. Martin und den Nikolaus mit Balkonkonzerten. An den Adventssonntagen stimmten kleine Individualkonzerte die Bevölkerung auf das Weihnachtsfest ein und zu Ostern gab es für die Mitglieder eine kleine Aufmerksamkeit in Form von Süßigkeiten und Osterliedernoten.

Trotz dieser Maßnahmen während der Pandemie bleibt die Frage, wie man im Falle von Lockerungen in den Corona-Schutzverordnungen das Vereinsleben wieder reaktivieren kann. So ist die Blaskapelle bestrebt, sich wieder verstärkt in die Dorfgemeinschaft einzubringen. Die Teilnahme an der Sommerkirche auf dem Heiligenberg war der Auftakt, mögliche weitere Auftritte, zum Beispiel im Rahmen eines kleinen Dorffestes, sollen folgen. „Es wird in den kommenden Monaten für die Vereine aber auch die Dorfgemeinschaften darauf ankommen, wieder möglichst viele Menschen zu mobilisieren. Diese Region lebt vom ehrenamtlichen Engagement der Bevölkerung, wir als Verein wollen unseren Beitrag leisten“, schließt Andreas Otto.

In der Blaskapelle Ovenhausen hofft man, die eigenen Mitglieder motivieren zu können. Dazu ist es geplant, den Probenbetrieb von Anfang Juni an wieder aufzunehmen, sofern dies durch die Corona-Schutzverordnung ermöglicht wird. Darüber hinaus sind verschiedene weitere Aktivitäten wie ein Jugendteamtag und ein Projektteam zur musikalischen Weiterbildung geplant, 2022 sollen ein Probenwochenende und eine Vereinsfahrt folgen. Über eine Ausbildungsoffensive hofft der Verein, den ein oder anderen neuen Musiker zu gewinnen. In diesem Fall würden wieder Chancen für die Zukunft entstehen.

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