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Seniorenzentrum Borgentreich: Erweiterung geplant – Neue Heimleitung vorgestellt

Aufnahmestopp ist vom Tisch

Borgentreich (WB). Der Aufnahmestopp für das Seniorenzentrum Borgentreich ist seit vergangener Woche vom Tisch. Diese Nachricht verkündete Kirsten Fränzel, Geschäftsführerin der Hesena Care GmbH – die Firma betreibt das Seniorenzentrum –, am Dienstag. Zudem stellte Fränzel eine neue Heimleitung vor.

Daniel Lüns

Das Seniorenzentrum Borgentreich hat künftig eine Doppelspitze. Ortsvorsteher ­Werner Dürdoth (links) und Kirsten Fränzel, Geschäftsführerin der Hesena Care GmbH (rechts), begrüßten (von links) Kerstin Minut und Sylvia Wehrhahn. Die Frauen ­werden das Seniorenheim gemeinsam leiten. Foto: Daniel Lüns

Demnach wird die Einrichtung künftig von einer Doppelspitze geführt: Seit dem 1. Mai kümmert sich Sylvia Wehrhahn als Einrichtungsleitung um den Bereich Pflege, zum 1. Juli kommt Kerstin Minut als Leitung für den Bereich Verwaltung dazu. Darüber hinaus wurde intern vieles verändert, erklärt Fränzel. Die Mitarbeitergehälter seien angepasst worden. Die Einführung einer neuen Pflegedokumentation stelle die Qualität der Pflege langfristig sicher und mache sie überprüfbar.

Start in der Orgelstadt nicht einfach

Dabei sei der Start in der Orgelstadt nicht einfach gewesen. „Es stand noch die Zahlung von Zwangsgeldern aufgrund von Ordnungswidrigkeiten aus und es gab eine hohe Mitarbeiterfluktuation“, sagt Kirsten Fränzel. „Lieferverträge sowie Rechnungen von örtlichen Lieferanten wurden nicht eingehalten oder waren nicht beglichen.“ Hinzu kam der Aufnahmestopp. Und Corona. „So etwas hatten wir noch nie.“

Umso mehr wolle sie den Mitarbeitern der Einrichtung für ihren Einsatz danken. „Ohne sie wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen“, betonte die Geschäftsführerin. „Ebenfalls besonders erwähnenswert war die konstruktive, zielführende und hilfreiche Zusammenarbeit mit der Heimaufsicht Höxter, die mit uns die seit Monaten vorhandenen Missstände im Seniorenzentrum Borgentreich abstellen konnte.“

Auf Anordnung der Heimaufsicht des Kreises Höxter hatte die Einrichtung seit dem 18. Dezember 2019 keine neuen Bewohner aufnehmen dürfen. Jörg Rothe, der das Haus seit 2008 geleitet hatte, hatte im Frühjahr bestätigt, dass die Einrichtung die vorgeschriebene Fachkräftequote von 50 Prozent nicht erfüllen konnte. Im Februar seien in dem Haus 8,5 Fachkraftstellen besetzt gewesen. Dabei sehe der Personalschlüssel für den Pflegedienst für die vorhandenen 55 Pflegeplätze insgesamt 20 Stellen vor. Zehn Pflegeplätze seien frei, im Heim seien 45 Bewohner untergebracht, hieß es.

Kapazitäten sollen auf 60 stationäre Pflegeplätze erweitert werden

Hesena betreibt nun deutschlandweit elf stationäre und zwei ambulante Einrichtungen und eine Tagespflege. Am Standort Borgentreich stehen 55 stationäre Pflegeplätze und 28 Plätze im betreuten Wohnen zur Verfügung. Die Kapazitäten sollen erweitert werden, zunächst auf 60 stationäre Pflegeplätze.

Langfristig sind auch bauliche Erweiterungen angedacht. Näheres steht noch nicht fest, sagte Fränzel. Klar sei aber, dass der Betrieb in Borgentreich durch die genannten Maßnahmen zurzeit „sehr teuer“ sei. „In der nächsten Zeit können wir nicht wirtschaftlich arbeiten“, sagte Kirsten Fränzel.

Borgentreichs Ortsvorsteher Werner Dürdoth begrüßte die Fachkräfte im Namen der Stadt. „Es ist gut und wichtig, dass diese Einrichtung nun in ruhigeres Fahrwasser kommt. Wir freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit“, sagte er.

KÖB soll weiterhin im Seniorenzentrum bleiben

Mit Blick auf die Erweiterungspläne des Hauses sprach sich Dürdoth vor allem für den Erhalt der katholischen öffentliche Bücherei (KÖB) aus. Sie befindet sich im Seniorenzentrum – und soll es auch gerne bleiben, sagte Fränzel. „Das kann ich Ihnen zusagen“, sagte sie. Die KÖB ist aufgrund der Corona-Krise geschlossen. Zurzeit wird überlegt, wann und in welchem Umfang sie wieder öffnen kann.

Hesena sucht nun für den Standort Borgentreich Mitarbeiter, vor allem examinierte Altenpfleger. „Wir sind noch nicht am Ende des Weges“, sagte Fränzel. Insbesondere das Etablieren von Pflegequalität sei ein fortlaufender Prozess. „Aber Borgentreich und seine Senioren haben diese Pflegequalität verdient und wir werden uns mit unseren Mitarbeitern dafür einsetzen, dass sie diese auch erhalten.“

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