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Johann Rosenmüller Ensemble spielt in Borgentreich erstes Konzert nach Lockdown

Barockorgel erklingt zum Festkonzert

Borgentreich (WB). Einen musikalischen Hochgenuss haben am Samstagabend gut 70 Gäste zur Feier des 40-jährigen Bestehens des Borgentreicher Orgelmuseums erlebt. Das zwölfköpfige Johann Rosenmüller Ensemble hat in der Pfarrkirche St. Johannes Baptist ein Festkonzert gespielt.

Verena Schäfers-Michels

Das Johann Rosenmüller Ensemble hat zum 40-jährigen Bestehen des Borgentreicher Orgelmuseums ein Konzert in der Pfarrkirche gegeben. Das Ensemble hat sich auf Kompositionen des 17. und 18. Jahrhunderts spezialisiert. Foto: Verena Schäfers-Michels

An den Anblick eines ausverkauften Konzertes zu Corona-Zeiten muss das Auge sich erst gewöhnen. Gesperrte Bänke, Sicherheitsabstand zwischen den Sitzenden und Maskenpflicht beim Eintreten und Hinausgehen.

Gutes Konzept

Doch das Organisationsteam um Kantor Jörg Kraemer hatte im Vorfeld ein gutes Konzept ausgearbeitet, um ein erinnerungswürdiges Event zum 40-jährigen Bestehen des Orgelmuseums verwirklichen zu können.

„Ich habe die Freude in den Augen der Gäste bei ihrem Eintritt gesehen“, verriet Kantor und Museumsleiter Jörg Kraemer bei seiner Begrüßung. Ebenso sei es den Musikern bei den Proben ergangen.

Für das Johann Rosenmüller Ensemble war das Konzert in der Pfarrkirche St. Johannes Baptist der erste Auftritt nach dem coronabedingten Lockdown. Es sei wunderbar, meinte Kraemer, solche musikalischen Erlebnisse wieder möglich zu machen.

Vier Sänger und acht Musiker treten auf

In der Pfarrkirche war der Besuch eines so großen Ensembles, vier Sänger und acht Musiker, eine Premiere.

Dirigent Arno Paduch gründete das Ensemble, das sich auf Kantaten, geistliche Konzerte und Orgelmusik um 1700 spezialisiert hat, 1995 in Leipzig und benannte es nach Johann Rosenmüller (1619 – 1684). Dieser gilt als bedeutendster deutscher Komponist zwischen Heinrich Schütz und Johann Sebastian Bach.

Dirigent Paduch war Intendant des Dalheimer Sommers von 2014 bis 2018. Das Kloster Dalheim verbindet ihn mit der Borgentreicher Barockorgel.

Barockorgel präsentiert Klangvielfalt

Diese wurde im frühen 17. Jahrhundert für die Klosterkirche der Augustiner Chorherren gebaut und bis ins späte 18. Jahrhundert von verschiedenen Orgelbauern wie Johann Gottfried Bader und Johann Jacob John zur Barockorgel ausgebaut und immer wieder erneuert. Die Orgel besitzt 3002 klingende und 17 stumme Pfeifen. Nach der Aufhebung des Klosters Dalheim 1803 wurde die Orgel für Borgentreich erworben. Ihre volle Klangvielfalt konnte sie im Konzert bei der Sonata prima „Der Kampf zwischen David und Goliath“ von Johann Kuhnau (1660 – 1722) präsentieren. In acht Sequenzen wird hier die Geschichte von David und Goliath musikalisch erzählt, mal mit leisen, zarten Tönen, dann laut und gewaltig.

Dazu spielte Arno Paduch auf der Zink, ein historisches Musikinstrument, dessen Klang einer menschlichen Stimme überraschend ähnelt.

Im Zusammenklang mit den Stimmen der Sänger und den Instru­menten der Musiker hinterließ dieser Abend einen Eindruck davon, wie die reich gelebte Musiktradition der großen Zeiten des Klosters ausgesehen haben mag.

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