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Preisgeld für Jugendtreff Lütgeneder, Dorftreff Bühne und Dorfgemeinschaft Muddenhagen

Borgentreich verleiht den Heimatpreis

Borgentreich

Die Orgelstadt Borgentreich hat ihren mit 5000 Euro dotierten Heimatpreis verliehen. Platz 1 und 2500 Euro gingen an den Jugendtreff Lütgeneder. Über Platz 2 und 1500 Euro kann sich der Dorftreff Bühne freuen. Ein Preisgeld in Höhe von 1000 Euro (3. Platz) erhielt die Dorfgemeinschaft Muddenhagen.           

Der erste Preisträger ist der Jugendtreff Lüteneder  (von links):  Bürgermeister Nicolas Aisch, Philipp Menne, Imke Thomas, Verena Menne und Vera Müller Foto: Stadt Borgentreich

„Der Heimatpreis wird verliehen für herausragende zukunftsorientierte Projekte und für beispielhafte Beiträge zum Erhalt und zur Sichtbarmachung unseres kulturellen Erbes, die mit großem ehrenamtlichen Engagement im Gemeindegebiet umgesetzt werden beziehungsweise worden sind. Damit würdigt die Orgelstadt Engagement und nachahmenswerte Praxisbeispiele im Bereich der Heimatpflege. All diesen Anforderungen werden die hier prämierten Preisträger in besonderem Maße gerecht“, betonte Bürgermeister Nicolas Aisch in seiner Rede.

Da die eingereichten Vorschläge allesamt außerordentlich seien, stellte es sich für die Jury als äußerst schwer dar, eine Rangfolge festzulegen. Letztlich kristallisierten sich allerdings die drei anwesenden Sieger heraus.

Erlebnispädagogisches Konzept

Der 1. Platz und somit 2500 Euro ging an das „Projekt Jugendtreff“ aus Lütgeneder. Gegründet wurde der Jugendtreff im Weißholzdorf im Jahr 2018 von Verena Menne nach einem erlebnispädagogischen Konzept.  Weitere  Personen im Alter zwischen 20 und 38 Jahren schlossen sich an. Sie alle arbeiten ehrenamtlich  neben Beruf, Ausbildung und Studium ein- bis zweimal im Monat mit den Jugendlichen. Der Jugendtreff richtet sich an alle Kinder und Jugendlichen aus dem Dorf, die   im Alter zwischen 7 und15 Jahren sind.

Die Mitarbeiter haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Gemeinschaft unter den Kindern zu stärken und auch Traditionen, wie zum Beispiel das Krautbundbinden mithilfe der Seniorinnen und Senioren aus Lütgeneder weiterzugeben. Des Weiteren versuchen sie, den Kindern und Jugendlichen die Natur näherzubringen.

Aktionen für das ganze Dorf

Weiter dienen die regelmäßigen Treffen auch zur einfachen und schnelleren Kontaktaufnahme für zugezogene Dorfbewohner. Selbst während der Hoch-Corona-Phase haben die Mitarbeiter die Jugendlichen nicht im Stich gelassen und über WhatsApp oder, wie früher, per Brief Kontakt gehalten. Auch wächst die Anzahl der Jugendlichen und Kinder immer weiter. Starteten sie 2018 noch mit 14 Kindern, sind es heute 23.

Der Jugendtreff findet zweimal im Monat zu verschiedenen Themen statt. Einmal jährlich wird ein Tagesausflug durchgeführt. Dreimal im Jahr werden auch Aktionen für das ganze Dorf gestaltet, an denen sich Groß und Klein beteiligen können.

Der mit 1500 Euro dotierte zweite Platz geht an den Betreiberverein Bücherstube/Dorf-Treff Bühne. Das Foto zeigt  (von links): Bürgermeister Nicolas Aisch, Dorothee Klotz, Angelika Jäckel, Kornelia Klare, Felizitas Allerkamp, Antje Kasper und Willi Waldeyer. Foto: Stadt Borgentreich

Der zweite Platz (1500 Euro) geht an den Betreiberverein Bücherstube/Dorf-Treff Bühne. Vor gut einem Jahr eröffneten die Organisatoren in Bühne eine Tauschbörse für gebrauchte Bücher, deren Räume aber auch eine Bereicherung des Dorflebens werden sollten. Ziel war und ist es, durch die Bücher besonders Kindern das Lesen nahezubringen. So wurde zum Beispiel am 31. Oktober 2021 eine Halloween-Lesenacht organisiert. Des Weiteren bieten die Mitarbeiter monatlich zweimal einen Spielnachmittag für Schulkinder an.

Verbundenheit mit dem Heimatort stärken

Die kulturelle Verbundenheit mit dem Dorf wird durch ein Zeichen-Projekt „Kinder zeichnen (in) Bühne“ gefördert. Es werden prägende Gebäude des Dorfes von den Kindern gemalt oder gezeichnet, so wie sie es sehen. Dadurch wird die Kreativität gefördert und neue Techniken durch eine Hobbykünstlerin vermittelt. Hierdurch soll auch die Verbundenheit mit dem Heimatort weiter gestärkt werden.

Für Erwachsene gibt es monatlich Vorträge zu unterschiedlichen Themen, Lesungen und Handy-Nachhilfe, für alle, die sich mit dem Smartphone oder Tablet nicht sicher fühlen. In den Herbst- und Wintermonaten wird jeden Monat einen Spieleabend für Jugendliche und Erwachsene angeboten. An diesen Abenden nehmen auch geflüchtete Ukrainerinnen und Ukrainer aus dem Ort teil. Außerdem bieten die Mitarbeiter auch das Erlernen von Schach  und Skat an.

Jeden Monat gibt es zudem einen Stricknachmittag. Hier werden aus gespendeter Wolle Quadrate gestrickt, die dann zu einer Patchwork-Decke zusammengenäht werden und bedürftigen Menschen zugute kommen.

Den dritten Platz belegt die Dorfgemeinschaft Muddenhagen (von links):  Nicolas Aisch, Rudolf Klare, Hermann Hoff und Valentin Hermann Foto: Stadt Borgentreich

Den mit 1000 Euro dotierten dritten Platz belegt die Dorfgemeinschaft Muddenhagen. Sie beschloss vor einiger Zeit gemeinsam mit dem Kirchenvorstand und dem Pfarrgemeinderat, die Kirchentreppe und die Kirchenmauer vor der Kirche Sankt Sturmius in Muddenhagen zu sanieren. Diese erfuhren schon seit 20 Jahren keine Erneuerung mehr. Die Arbeiten wurden zu 90 Prozent ohne fremde Hilfe durchgeführt und gänzlich ehrenamtlich getätigt

320 ehrenamtliche Arbeitsstunden

Zunächst wurden die Treppe und die Mauer gereinigt. Dann wurde das Fundament der Treppe erneuert und die Fugen der Mauer ausgestemmt und wieder verfugt. Zum Abschluss erhielt die Kirchentreppe noch eine Bemalung. Dann wurde das Projekt im Rahmen eines gemeinsamen Erntedankfestes mit der gesamten Dorfbevölkerung „begossen“. Insgesamt dauerten die Arbeiten acht Wochen. Es waren neun ehrenamtliche Helferinnen und Helfer beteiligt. Diese leisteten insgesamt etwa 320 Arbeitsstunden. „Alles in allem ein nachahmenswertes Praxisbeispiel für außerordentliches Engagement“, betont Bürgermeister Nicolas Aisch.

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