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575 Jahre Prozession an der Klus

Borgholzer gedenken der Zerstörung und Plünderung des Dorfes Eddessen

Borgentreich-Borgholz

Die Borgholzer St. Marien Pfarrei gedenkt am Sonntag, 8. Mai, der Plünderung und Zerstörung des Dorfes Eddessen im Jahre 1447. Das Festhochamt an der Klus Eddessen wird um 10.30 Uhr mit dem früher hier wirkenden Pastor Raphael Schliebs sein. Die Prozession beginnt um 8.45 Uhr in Borgholz.

Von August Wilhelms

Das Festhochamt an der  Klus Eddessen wird am  Sonntag, 8. Mai, 10.30 Uhr, mit dem früher hier wirkenden Pastor Raphael Schliebs sein. Die Prozession beginnt um 8.45 Uhr in Borgholz. Die Kluskapelle ist über die Straße zwischen Bühne („Manroder Kreuz“) und Haarbrück erreichbar und ausgeschildert. Foto: August Wilhelms

Hussitische Söldner wüteten auf ihrem Rückzug nach Böhmen am Ende der Soester Fehde in den Dörfern um Borgholz und vernichteten unter anderem die damalige Pfarrei Eddessen. Das befestigte Borgholz blieb verschont.

Seitdem gedenken die Borgholzer mit einer Prozession und Festhochamt am 3. Mai beziehungsweise dem darauf folgenden Sonntag dem Fest der Kreuzauffindung. Mehrere Ortschaften schlossen sich mit teils weiten Prozessionen der Verehrung des Heiligen Kreuzes zur Klus Eddessen an.

Im Jahre 1997, also vor 25 Jahren, wurde auf Initiative des damaligen Pastors Heinrich Bartoldus ein mehrere Tonnen schwerer Fels auf dem Vorplatz der Klus aufgestellt. Dieser Stein mit den Inschriften aller umliegenden Pfarreien, die einst mit Prozessionen zur Klus pilgerten, wurde vom heutigen Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, unter großer Anteilnahme der Bevölkerung eingeweiht.

Eine Herzensangelegenheit von Pastor Bartoldus

Die Klus Eddessen war in all den Jahren seines Wirkens in Borgholz eine Herzensangelegenheit von Pastor Bartoldus. Trotz sonntäglichen Kaffeetrinkens und unzähligen persönlichen Klusführungen für Touristen blieb es ein Ort der Stille und Besinnung.

Die heutige Kluskapelle aus Bruchsteinen konnte mittels einer großen Kollekte in den damaligen Kreisen Warburg und Höxter neu aufgebaut und am 3. Mai 1857, dem Fest Kreuzauffindung, geweiht werden. Seitdem wurde die Klus mehrfach renoviert, steht aber seit 2018 leer und wird nicht mehr von Eremiten bewohnt.

Bis Ende der 1960er Jahre wurden im Mai nach dem Festhochamt mit der Prozession noch die alten Außengrenzen des ehemaligen Dorfes Eddessen abgegangen, bevor die Teilnehmer mit Gebet, Musik und Gesang wieder gen Borgholz pilgerten. Dort, in der St.- Marien-Pfarrkirche, wurde dann zum Abschluss der feierliche Segen mit Te Deum erteilt. Begleitet werden die Prozessionen im Mai und September stets von der Musikkapelle Auenhausen mit den altbekannten Liedern, für die es seit 1976 auch ein Wallfahrts- und Prozessionsbüchlein gibt.

Erstkommunionkinder gestalten Prozession mit

Erstkommunionkinder in ihren festlichen Kleidern und Anzügen gestalten die Prozession seit Jahrzehnten mit. Seit einigen Jahren tragen sie kleine Holzkreuze und bezeugen so ihren Glauben und erlernen die traditionelle Verbindung der Borgholzer Gemeinde zur Klus Eddessen.

In diesem Jahr können die Kommunionkinder und ihre Familien  nicht an der Prozession teilnehmen, da ihre Erstkommunionfeier zeitgleich mit dem Borgholzer Klustag terminiert wurde. Die Kluskapelle ist über die Straße zwischen Bühne („Manroder Kreuz“) und Haarbrück erreichbar und ausgeschildert. Parkplätze sind vorhanden.

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