1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Borgentreich
  6. >
  7. „Entscheidung für die Partei fiel früh“

  8. >

Gina Sophie Stock (SPD) ist jüngstes Ratsmitglied im Altkreis

„Entscheidung für die Partei fiel früh“

Borgentreich-Körb...

Als Gina Sophie Stock mit 16 Jahren zum ersten Mal wählen durfte, gab sie ihre Stimme der SPD.

Daniel Lüns

Zu Gast bei einer Ratsfrau: Gina Sophie Stock (SPD) gehört dem neuen Borgentreicher Stadtrat an. Foto: Daniel Lüns

„Politisch interessiert war ich schon immer“, erklärt die Projektassistentin, die bei der Firma Lödige in Scherfede arbeitet. Das sei schon zu Schulzeiten so gewesen. Auch habe sie nie einen Hehl daraus gemacht, wo sie ihr Kreuzchen setzt: bei den Sozialdemokraten. Das sprach sich offenbar rum. Und kam auch bei der SPD gut an.

„Dann rief mich schließlich Marcel Franzmann an“, erinnert sich Stock. Der SPD-Stadtverbandschef wollte wissen, ob sich die Körbeckerin auch vorstellen könnte, ihre Gesinnung im Rat zu vertreten. Stock bat um ein, zwei Wochen Bedenkzeit – dann sagte sie zu.

Leichtfertig tat sie das nicht. Nach wie vor habe sie Respekt vor dem Amt. „Und man kann als SPD-Politiker hier in der tiefschwarzen Börde auch nicht einfach durchmarschieren“, sagt die 23-Jährige. „Aber ich bin keine, die im Ort nicht präsent ist.“

Sei es über die Clique, den Sportverein, Schützenverein (dort war sie 2019 im Hofstaat) oder das lokale Geschehen: In Körbecke ist sie verwurzelt, dort fühlt sie sich wohl. Das gilt auch für die Nachbarorte. 2014 stand sie dem Schützenvolk in Großeneder als Königin vor, gemeinsam mit Jan-Hendrik Peine. Auch in Großeneder war sie bereits im Hofstaat vertreten.

Für ihre Heimat möchte Gina Sophie Stock etwas bewegen. Ausdrücklich auch für die jüngere Generation. So antwortet sie etwa mit einem deutlichen Nein auf die Idee, in Würgassen ein Atommüll-Zwischenlager zu errichten. In puncto Umweltschutz möchte sich die 23-Jährige auch für neue Klimaziele auf kommunaler Ebene einsetzen. Aber auch direkt in der Orgelstadt möchte sie Ziele umsetzen.

„Das Thema Bauplätze in den Ortschaften zum Beispiel war mir schon im Wahlkampf sehr wichtig“, sagt die 23-Jährige. „Ich sehe das ja bei meinen Freunden: Das sind viele junge Leute. Die wollen auch hier bleiben. Daher müssen wir Baugebiete für sie ausweisen.“ Aber auch die Infrastruktur drumherum müsse passen: „In Körbecke haben wir eine 50.000er-Internet-Leitung. Aber das kommt nicht immer an.“ Dabei sei es aktuell wichtiger denn je, zu Hause vernünftig arbeiten und lernen zu können.

Insofern sei Corona auch eine Chance, etwas auf die Beine zu stellen, was früher vielleicht abgelehnt worden wäre. „Auf jeden Fall wird es uns auch im Rat zu mehr Kommunikation zwingen.“ Gina Sophie Stock freut sich darauf. Zumal ihr Alter bei all diesen Punkten nicht ausschlaggebend sei. „Ich fühle mich auch nicht als die Jüngste.“

Das Amt und der Weg dorthin habe sie bisher nicht nur Mühe, sondern auch viel Zeit gekostet. So bedeutete der Wahlkampf für die 23-Jährige: Jeden Sonntag Treff, Vorbereiten und dann Klinken putzen. Die Verbundenheit im Ort habe dabei geholfen. „Wir sind eine kleine Stadt, da kennt jeder jeden. Am Wahltag war ich dann trotzdem nervöser als vor der ersten Ratssitzung“, sagt Stock.

Stolze 32,5 Prozent der Stimmen sicherte sich die 23-Jährige schließlich in ihrem Wahlbezirk 100 (Körbecke Ortskern). Zum Vergleich: Bei der Kommunalwahl 2014 hatte die SPD mit ihrem Kandidaten sechs Prozent (Wahlbezirk 100 Körbecke) gewinnen können. Für das Direktmandat reichte das nicht, Stock zog aber über die Reserveliste in den Stadtrat ein.

Dort wirkt sie seitdem auch im Ausschuss für Umwelt, Planung und Bauwesen mit, ebenso im Rechnungsprüfungsausschuss und im Wahlausschuss. „Ich möchte mich nun einbringen und erst einmal viel Wissen aufsaugen“, sagt die Ratsfrau. Die SPD wird sie damit künftig auch öffentlich vertreten – als jüngste Ratsfrau des Altkreises.

Startseite