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Schneemassen bringen Dach eines Kuhstalls zum Einsturz – Bauhof-Team räumt auf – Warten auf Streusalz

Kampf gegen das nächste Chaos

Warburg/Borgentreich

Die Eiseskälte mit Schneemassen ist wohl vorerst überstanden. Jetzt droht das nächste Chaos. Die Temperaturen steigen, Regen droht und der Schnee schmilzt.

Silvia Schonheim

Die Mitarbeiter des Borgentreicher Bauhofs – wie hier Uwe Sievers auf dem Radlader – schaffen die Schneemassen aus der Stadt. „Wir entschärfen so gefährliche Engstellen in Kurven und wollen auch bekannte Problemstellen wie an der Bühner Straße vor den Wassermassen durch tauenden Schnee schützen“, sagt Bauhofleiter Georg Ellermann. Foto: Silvia Schonheim

Die Gefahr, dass sich auf den Straßen durch das Tauwasser Glatteis bildet, sei bei den Wetteraussichten groß, meint Georg Ellermann, Leiter des städtischen Bauhofs Borgen­treich. Mit schwerem Gerät werden seit Freitag die störenden Schneehaufen in der Stadt vom Bauhof aufgeladen und auf dem Parkplatz des Freibades zum Abtauen transportiert. Dort könnte der Schnee gefahrlos tauen.

Das Team des Bauhofs sucht zudem seit Donnerstag an den bekannten Problemstellen im Stadtgebiet mit Metalldetektoren nach Gullydeckel unter den Schneemassen, um diese freizulegen. Ellermann bittet auch die Bürger um Mithilfe: „Wer weiß, wo in seiner Straße der Gullydeckel liegt, sollte diesen freimachen, damit das Tauwasser abfließen kann.“ Sonst werde sich das Wasser einen anderen Weg suchen. Einige Anwohner hätten bereits zur Schippe gegriffen, bedankt sich Bruno Menne, Mitarbeiter des städtischen Bauhofs.

Die Gefahr, dass die tauenden Schneemassen zu Glatteis auf den noch kalten Straßen führen, sei groß. Georg Ellermann: „Zurzeit müssen wir auch noch mit dem Salz haushalten. Salz ist knapp. LKW durften drei Tage nicht fahren. Wir warten dringend auf eine Lieferung aus Hannover.“

Ähnlich geht es auch dem Bauhof in Warburg. Leiter Jürgen Thonemann: „Das Salz wird langsam knapp. Wir warten dringend auf unsere Bestellung. Noch können wir aber alles abstreuen, falls der Eisregen wirklich kommen sollte. Aber in ein oder zwei Tagen wird es eng.“

Die noch vorhandenen Schneemassen bringen auch Dächer im Altkreis Warburg an ihre Grenzen. In Borgen­treich ist in der Nacht von Donnerstag auf Freitag das Dach eines Kuhstalls an der Bühner Straße teilweise eingestürzt.

„Zum Glück sind die Tiere bis auf ein paar Kratzer unverletzt“, sagt der Landwirt aus Borgentreich. Als das Unglück am Freitagmorgen entdeckt wurde, sei die Nachbarschaftshilfe sehr groß gewesen. Mit Hilfe anderer Landwirte konnten die 40 Milchkühe, die in dem Stallanbau untergebracht waren, in einen Stall eines anderen Betriebes gebracht werden. Per Viehanhänger wurden die Kühe in ihre Notunterkunft transportiert.

Im Stadtgebiet Warburg sei es zum Glück noch zu keinem Dacheinsturz gekommen, wie Wehrleiter Jürgen Rabbe sagt. Lediglich eine Firma in der Anton-Böhlen-Straße sei von der Feuerwehr beraten worden. „Das Unternehmen konnte selbst tätig werden, um die Schneelast zu verringern“, so Rabbe weiter. „Aber der Schnee ist natürlich zunächst wie ein Schwamm. Wenn es regnet, saugt er das Wasser auf und die Last auf den Dächern wird noch größer“, sagt Jürgen Rabbe.

Die Feuerwehr Warburg sei auf alle Gefahren vorbereitet. „Wir können situativ reagieren. Einige unserer Fahrzeuge stehen noch auf Schneeketten, so dass wir auch bei Eisglätte ausrücken können.“

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