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Aufruf der Stadt Borgentreich kollidiert mit dem Gesetz

Keine Eicheln sammeln

Borgentreich (WB). Zur Rettung des Waldes hatte die Stadt Borgentreich in der vergangenen Woche zum Sammeln von Eicheln aufgerufen. Dieser Aufruf kollidiert allerdings mit dem Gesetz. Die Verwaltung nimmt ihn aus diesem Grund zurück. Geplant war, dass Bürger Eicheln sammeln und beim Bauhof abgeben sollten, um diese später zur Aufforstung auf zugewiesenen Flächen zu verteilen.

Die Bürger sollen keine Eicheln zu Aufforstungszwecken sammeln. Eicheln dürfen ohne Zustimmung des Waldbesitzers nicht mitgenommen werden. Foto: dpa

Es dürfe aber nur Material aus anerkannten Saatgutbeständen mit entsprechenden Herkunftsnachweisen zur Aufforstung eingesetzt werden, verweist die Stadtverwaltung nun auf das Forstvermehrungsgesetz (FoVG). Dieser Gesetzes-Grundsatz sei der Orgelstadt vor dem Aufruf leider nicht bekannt gewesen.

Keine Eicheln aus Südosteuropa verwenden

Durch dieses Gesetz soll sichergestellt werden, dass zur Aufforstung nur standortangepasste Pflanzen verwendet werden. „Der Gesetzgeber möchte vermeiden, dass in großem Stil zum Beispiel Eicheln aus Südosteuropa zur Wiederaufforstung in unserer Region verwendet werden“, heißt es seitens der Verwaltung.

Einzige Ausnahme sei das Sammeln von Eicheln und deren Verwendung im eigenen Wald. Aber dies sei gerade im Stadtwald Borgentreich schwierig. „Zum einen haben wir nur ganz wenige Eichen im Stadtwald, unter denen wir sammeln könnten. Zum anderen sind die Grenzen zwischen den unterschiedlichen Waldbesitzern – also zwischen dem Stadtwald und den angrenzenden Privatwäldern – oftmals für den Laien nicht nachvollziehbar“, erläutert Christof Derenthal von der Stadtverwaltung die Problematik.

Besitzgrenzen schwer zu erkennen

Wer sich mit den Besitzgrenzen nicht auskenne, könne also gar nicht mit Bestimmtheit sagen, „ob er das Saatgut im Stadtwald Borgen­treich oder doch vielleicht beim benachbarten Privatwaldbesitzer gesammelt hat“. Und ohne dessen Zustimmung dürfe man das im Privatwald auch gar nicht.

Aus diesem Grund bittet die Stadtverwaltung nun die Bürger darum, das Sammeln und Ausbringen von Eicheln dem Eichelhäher zu überlassen: „Der kennt natürlich keine Wald- und Besitzgrenzen und kann seine aufgesammelten Eicheln dort ‚verlieren‘, wo er will und so für neue Eichenbäume sorgen.“

Die Eicheln, die bereits nach dem ursprünglichen Aufruf bereits von Freiwilligen beim Bauhof abgegeben worden sind, sollen einer sinnvollen und natürlichen Verwendung zugeführt werden. Sie werden als Futter entsprechenden Einrichtungen oder Wildparks zur Verfügung gestellt.

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