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14. Feldtag der Agravis Kornhaus Ostwestfalen GmbH und der Landwirtschaftskammer

Landwirte besuchen Versuchsflächen

Borgentreich (WB). Welche Rapssorte eignet sich für die Spätaussaat? Wie viel Ertrag bringt welcher Weizen? Wie sollte der Mais am besten gedüngt werden? Diese und andere Fragen haben die etwa 500 Besucher beim Feldtag in Großeneder gestellt.

Daniel Lüns

Sehr begehrt waren die Führungen über das etwa zwei Hektar große Versuchsgelände. Dort waren etwa 150 verschiedene Pflanzensorten angebaut worden. Die Besucher führte unter anderem Stefan Bobbert (2. von rechts, Agravis) herum. Foto: Daniel Lüns

Umgang mit Glyphosat ist großes Thema

Zum 14. Mal hatten die Agravis Kornhaus Ostwestfalen GmbH und die Landwirtschaftskammer zur Veranstaltung eingeladen. Die Organisatoren standen den Landwirten aus der Region Rede und Antwort. Auf den etwa zwei Hektar großen Versuchsflächen waren in Kleinparzellen etwa 150 verschiedene Pflanzensorten angebaut worden. Zudem präsentierten etwa 40 Aussteller Produkte für die Landwirtschaft. Vom Düngemittel bis zum Schlepper gab es viel zu entdecken.

Viele Besucher nutzten die Gelegenheit, um sich zu informieren und sich einen Überblick über neue Strategien im Pflanzenanbau zu verschaffen. So seien manche Gewächse in den Parzellen etwa extra mit unterschiedlichen Pflanzenschutzmitteln behandelt worden, erklärt Andreas Ahlemeyer, stellvertretender Geschäftsführer der Agravis Kornhaus Ostwestfalen GmbH. »So können wir im direkten Vergleich sehen, welche Maßnahmen wirken und welche nicht gut geklappt haben«, sagt er.

Ein großes Thema der Landwirte: der Umgang mit dem Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat. »Wir werden darauf verzichten können. Aber dann werden die Bodenbearbeitungen wieder zunehmen«, sagte Heinz Gabriel als Vertreter der Landwirtschaftskammer. »Dann sind wieder mehr Pflüge unterwegs, um das Unkraut in den Griff zu bekommen. Vor allem in nassen Jahren.«

»Extreme« Wetterverhältnisse

In diesem Jahr jedoch hätten die Landwirte eher mit Trockenheit zu kämpfen. Die Wetterverhältnisse der vergangenen Monate seien »extrem« gewesen. »Der Winter war zu nass, dann war es zu trocken. Die Wurzeln der Pflanzen konnten sich oft nur in den oberen Bodenschichten bilden«, sagte der Fachmann.

Vor allem für den Raps habe es Anfang April schlecht ausgesehen. »Manche Fläche ist da umgebrochen worden. Manchmal geschah das wohl zu früh«, sagte Alexander Stüve von der Agravis Kornhaus Ostwestfalen GmbH. Denn kurz darauf kam der lange erwartete Regen in die Börde. Obwohl insgesamt eine durchschnittliche Ernte zu erwarten sei, »ist standortbedingt mit Einbußen zu rechnen«, ergänzte Gabriel.

Erstmals waren auf dem Feldtag in Großeneder auch die Verbände Naturland und Bioland vertreten. »Wir haben vorab auch 200 Bio-Betriebe angeschrieben. Auch mit diesen Vertretern werden wir heute durch die Kulturen gehen und die Diskussion suchen. Wir befassen uns ja auch mit dem ökologischen Landbau«, sagte Andreas Ahlemeyer.

Drei Experten der Agravis Kornhaus Ostwestfalen GmbH und der Landwirtschaftskammer boten Führungen durch die Versuchsfläche an. Ihnen schlossen sich jeweils etwa 50 Besucher an.

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