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Bauberater erklärt Konzept zur Umstrukturierung der Gebäude in Borgentreich

Neue Pläne für Grundschule vorgestellt

Borgentreich (WB). Multifunktional, transparent, barrierefrei: Mit dem Umbau der Katholischen Grundschule in Borgentreich sollen Schüler und Lehrer nicht nur einen geräumigen, sondern auch einen modernen Lernort bekommen. Das Konzept dahinter hat Schulbauberater Jens Ransiek jetzt im Haupt- und Finanzausschuss der Stadt vorgestellt.

Timo Gemmeke

RJens Ransiek, stellvertrender Schulleiter in Bünde und Schulbauberater, stellt die Pläne im Ausschuss vor. Foto: Timo Gemmeke

Angestoßen worden war die Diskussion um eine Erweiterung und Modernisierung der Borgen­treicher Grundschule vor allem wegen des zunehmenden Platzmangels. Durch die Schließung mehrerer Grundschulen in den Ortsteilen kam es zur Konzentration am Standort Borgentreich – und damit zu immer weniger Raum für Schüler, Lehrer und Verwaltung.

Es wird Platz gebraucht

Dabei wird der Platz umso dringender gebraucht: Die Jahrgänge 1 bis 4 laufen fast dreizügig, und die Schülerzahlen sollen steigen oder zumindest konstant bleiben. Weil sich die Schule außerdem als »Ort gemeinsamen Lernens« versteht, werden aktuell 13 Kinder mit Förderschwerpunkten unterrichtet. Dazu gehört auch ein Kind mit körperlicher Behinderung, dass auf einen Rollstuhl und andere Unterstützung, wie etwa einen Lift, angewiesen ist.

Beengt ist die Situation auch im Verwaltungsbereich: Die Schulleitung teilt sich zwei kleine Büros, Lehrerzimmer und Materialraum fallen ebenfalls begrenzt aus. Ein separater Raum für Erste Hilfe und ein Büro für Schulsozialarbeit existieren nicht. Der einzige Versammlungsort – in den meisten Schulen eine Aula – ist aktuell die Pausenhalle.

Jens Ransiek hat für die Stadt Borgentreich jetzt ein Konzept erarbeitet, auf dem alle zukünftigen Planungen basieren sollen. Ransiek ist selbst stellvertretender Schulleiter an einem Gymnasium in Bünde und nach langjährigen Fortbildungen auch als Schulbauberater unterwegs. Sein Vorschlag: Ein pädagogisches Konzept, bei dem die Klassen in so genannten Jahrgangshäusern untergebracht werden. »Es soll nicht mehr nur ein Schulgebäude geben, sondern ein Schulgelände mit mehreren Gebäuden«, erklärt Ransiek. Jedes Gebäude soll dem jeweiligen Jahrgang »einen Heimatort geben«. Dafür, so Ransiek, biete sich die Bestandsstruktur an.

»Lerncluster« in den Stockwerken

Die Stockwerke sollen in »Lernclustern« aufgeteilt werden, in denen Klassen- und Funktionsräume bestmöglich interaktiv genutzt werden können. Zwischen den Räumen soll eine gemeinsame Mitte entstehen, »ein Ort an dem die Schüler zusammenkommen«, so Ransiek weiter. Fenster oder verglaste Türen zwischen den Räumen sollen Transparenz bieten und dafür sorgen, dass die Kinder nie unbeaufsichtigt sind. Auch die Kommunikation unter den Lehrern der Jahrgangsstufe soll verbessert werden, wenn die Wege kürzer und die Raumaufteilung zentraler sind.

Anbau in Form einer Aula oder eines Forums

Als neues »Herz der Schule«, stellt sich Ransiek einen Anbau in Form einer Aula oder eines Forums vor. Das könnte – so die Planung – ein Verbindungsbau zwischen den zwei Gebäuden schaffen, die der Planer für den Jahrgang vier und die Verwaltung vorsieht. Ein zentrales Treppenhaus soll beide Gebäude und die Aula verbinden. Im Anbau könnte eine Bühne untergebracht werden, beispielsweise als Ergänzung für den Musikunterricht. Derzeit liegt der einzige Musikraum der Schule, die sich einen musikalischen Schwerpunkt gesetzt hat, unmittelbar neben anderen Klassenräumen. Wegen der mangelhaften Akustik sollen in allen Gebäuden Böden und Wände erneuert werden.

Zur Frage stand auch, ob die Offene Ganzstagsgrundschule (OGS) in der neuen Grundschule untergebracht werden soll. Eine Variante: die OGS als Integrationsmodell dezentral in den Lernclustern. Die andere: die OGS, wie bisher, als Teil der Sekundarschule. Letztere Möglichkeit hat der Haupt- und Finanzausschuss jetzt einstimmig dem Rat der Stadt empfohlen, ebenso wie die Planung mit Jahrgangshäusern, Lernclustern und Anbauten.

»Wir haben uns in diesem Konzept wiedergefunden«, sagt Marlies Müller, Leiterin der Grundschule Borgentreich. Auch Bürgermeister Rainer Rauch sieht die Planungen als »guten ersten Aufschlag«. Als nächstes soll über das Vergabeverfahren und die Finanzierung nachgedacht werden, so Rauch.

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